Misstrauen – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 05 Dec 2024 11:43:19 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6.14 KI-basierte Deepfakes zur effektiven Täuschung als Angriffsvektor etabliert https://www.datensicherheit.de/ki-basis-deepfakes-effektivitaet-taeuschung-angriffsvektor-etablierung https://www.datensicherheit.de/ki-basis-deepfakes-effektivitaet-taeuschung-angriffsvektor-etablierung#respond Thu, 05 Dec 2024 11:43:19 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=45796 Deepfakes werden in Audio- und Video-Formaten vermehrt für Betrugsmanöver eingesetzt

[datensicherheit.de, 05.12.2024] „KI-basierte Deepfakes haben sich im letzten Jahr als effektives Täuschungsinstrument etabliert. Vom rudimentären E-Mail-Spoofing wurden sie zu einer hochentwickelten Phishing-Technik weiterentwickelt, die manipulierte Audio- und Videodaten einsetzt.“ James Tucker, „Head of CISO International“ bei Zscaler, geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf die Ursprünge sogenannter Deepfakes ein – diese ließen sich dabei auf die inhärenten Schwachstellen der E-Mail-Technologie zurückführen, welcher es an robusten Mechanismen zur Überprüfung der Absenderidentität fehle. Dieses seit Langem bestehende Problem habe Angreifern den Weg geebnet, KI für immer gefährlichere Angriffe in Kombination mit dem Dauerbrenner „Social Engineering“ zu nutzen.

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Foto: Zscaler

James Tucker: „Demokratisierung“ der Deepfake-Technologie mittels KI macht sie zur ernsthaften Bedrohung!

Deepfake-Erzeugung per KI auch für Personen mit geringem Know-how leicht machbar

Tucker erläutert: „Deepfakes werden in den zwei Formaten Audio und Video für Betrugsmanöver eingesetzt. Während Audiomanipulationen seit über einem Jahrzehnt bekannt sind und sich in jüngster Zeit zu Telefonanrufen weiterentwickelt haben, sind gefälschte Videos auf Basis von öffentlich zugänglichen Videoschnipseln, die mit Hilfe von KI manipuliert werden, erst in jüngster Zeit prominenter aufgetreten.“

Die Erzeugung künstlicher Nachrichten für Personen mit unterschiedlichem technischen Know-how sei leicht machbar, denn die KI-Tools übernähmen die Arbeit.

Diese „Demokratisierung“ der Deepfake-Technologie mache sie zur ernsthaften Bedrohung. Die Werkzeuge zur Erstellung überzeugender Fälschungen befänden sich damit in den Händen eines Personenkreises, welcher „die ethischen Implikationen des Einsatzes missachtet.

Deepfake-Schadenspotenzial geht weit über bloße Falschinformationen und Zahlungsanweisungen hinaus

Die Folgen von Deepfakes gingen weit über bloße Falschinformationen und Zahlungsanweisungen an Malware-Akteure hinaus: „Die neuen Deepfakes untergraben das Vertrauen in jegliche Interaktion grundlegend, sei es im persönlichen oder beruflichen Umfeld!“

Damit wackele das Vertrauen in den Eckpfeilern der menschlichen Kommunikation. Wenn Menschen nicht mehr zwischen Realität und Fiktion unterscheiden könnten, beginne das soziale Gefüge zu bröckeln.

Ein hypothetisches Szenario laut Tucker: „Ein Manager setzt KI ein, um einen Videobericht auf der Grundlage tatsächlicher Daten zu erstellen. Die Informationen mögen zwar korrekt sein, aber die Erstellung einer synthetischen Darstellung untergräbt die Authentizität der Kommunikation und hinterlässt bei den Team-Mitgliedern ein unbehagliches Gefühl.“

Deepfakes können als Waffe eingesetzt werden

Dieser Vertrauensverlust in die neuen Möglichkeiten der Inhaltserstellung sei nicht auf harmlose Szenarien beschränkt: „Deepfakes können als Waffe eingesetzt werden, um das Vertrauen absichtlich zu unterminieren und damit zu ernsthaften Rufschädigungen oder genereller Verunsicherung beitragen!“

Fälle manipulierter, aus dem ursprünglichen Kontext gerissener Bilder hätten bereits zu Rechtsstreitigkeiten und einem Aufschrei in Sozialen Medien geführt.

Die Möglichkeit, solche Inhalte schnell und mit hoher Reichweite viral gehen zu lassen, verstärke deren Wirkung und schaffe eine „Kultur der Zweifelhaftigkeit“. Damit würden Deepfakes zu einer ernsthaften Bedrohung, welche weit über finanziellen Schaden hinausgehe.

Weitreichende psychologische Deepfake-Auswirkungen

Die psychologischen Folgen von Deepfakes könnten sowohl für die Gesellschaft als auch für den Einzelnen enorm sein. Die Verbreitung gefälschter pornographischer Inhalte ziele beispielsweise auf die Würde und Privatsphäre der Menschen ab und hinterlasse lang anhaltende emotionale Narben.

Darüber hinaus könnten manipulierte politische Inhalte zu Misstrauen gegenüber öffentlichen Personen und Institutionen führen und die demokratischen Prozesse untergraben. „Wenn die Worte eines Politikers in einem gefälschten Kontext verwendet werden, löst dies eine gesellschaftliche Vertrauenskrise aus. Denn wenn selbst Aussagen von öffentlich agierenden Personen gefälscht werden können, wem kann man dann noch vertrauen und wie kann der Einzelne einen Deepfake erkennen oder nachweisen?“

Die jüngere Generation sei besonders gefährdet: Ihr Leben werde zunehmend von Bildschirmen und ihrer Interaktion über die Sozialen Medien bestimmt. Diese Zielgruppe muss demnach besonders angeleitet werden, welche Inhalte authentisch sind und welchen Vertrauen geschenkt werden darf. Sie bewegten sich am Rande einer Welt, „in der die Realität verzerrt erscheinen und mit dem Risiko sozialer Isolation und psychischer Probleme einhergehen kann“. Angesichts dieser wachsenden Probleme bestehe Handlungsbedarf.

Maßnahmenkatalog gegen Deepfakes

Als Reaktion auf das zunehmende Aufkommen sogenannter Deepfakes sei es erforderlich, KI nicht nur für die Erstellung, sondern auch für die Erkennung von künstlich erstellten Inhalten einzusetzen. In den kommenden Jahren werde die Zahl derjenigen Unternehmen steigen, „die KI-Technologien speziell zum Aufspüren von Deepfakes entwickeln“. Darüber hinaus seien insbesondere in der Europäischen Union (EU) regulatorische Maßnahmen zu erwarten, welche „Standards und Schutzmaßnahmen gegen die böswillige Nutzung dieser Technologie festlegen“.

Digitale Wasserzeichen sein eine Möglichkeit, welche zur Authentifizierung von Inhalten beitragen könne. „Das ist immerhin ein Anfang, wobei für höhere Sicherheit ein mehrschichtiger Ansatz erforderlich ist, der neben der KI-Verifizierung auch persönliche Identifikatoren wie eindeutige Schlüsselwörter umfasst.“ Ein solcher Schutz funktioniere ähnlich wie die Zwei-Faktor-Authentifizierung (2FA), „die derzeit bereits als Passwortschutz verwendet wird“.

„Bis diese Technologien jedoch ausgereift sind, spielt Aufklärung die entscheidende Rolle im Kampf gegen die negativen Auswirkungen von Deepfakes“, so Tucker. Die Schulung in der Erkennung gefälschter audiovisueller Inhalte sollte fester Bestandteil der beruflichen und akademischen Lehrpläne werden, „damit sich die Gesellschaft in diesem tückischen Umfeld gegen negative Auswirkungen wappnet“.

Ab 2025 werden Deepfakes zu noch mehr Verwirrung und Misstrauen führen

Im kommenden Jahr – 2025 – werden Deepfakes laut Tucker „zu noch mehr Verwirrung und Misstrauen führen“. Die Gesellschaft werde sich mit diesen Herausforderungen auseinandersetzen müssen. Diskussionen über Regulierung und Schutz würden dementsprechend an Bedeutung gewinnen.

Langfristig müssten Nutzer auf KI-Tools zur Erkennung von Deepfakes auf persönlichen Geräten setzen. Dadurch könne einer „Kultur der Umsicht“ Vorschub gewährt werden, „bevor gefälschte Inhalte über Soziale Kanäle verbreitet werden“. Letztendlich müsse die Gesellschaft mit der Entwicklung neuer Technologien Schritt halten und mit einer Antwort auf deren negative Aspekte reagieren. Der Kampf gegen Deepfakes erfordere persönliche Aufmerksamkeit und technologische Innovation, da die Folgen von Untätigkeit schwerwiegend sein könnten.

Tucker gibt abschließend zu bedenken: „Einmal verlorenes Vertrauen in technische Kommunikationskanäle und Inhalte lässt sich nur schwer zurückgewinnen. Das ,Zero Trust’-Prinzip hat gezeigt, wie Organisationen es schaffen können, das Vertrauen in digitale Interaktionen wiederherzustellen.“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 20.11.2024
Laut 2025 Identity Fraud Report alle fünf Minuten ein Deepfake-Angriff / Aktueller Bericht thematisiert globale Trends und Techniken des Identitätsbetrugs, welche Unternehmen im Jahr 2025 bedrohen werden

datensicherheit.de, 08.10.2024
Zunehmende Bedrohung in der digitalen Welt durch Deepfake-Angriffe / BlackBerry erörtert das Gefahrenpotenzial KI-gestützter Deepfake-Angriffe auf Unternehmen und stellt Abwehrmaßnahmen vor

datensicherheit.de, 29.08.2024
Drei präventive Schutzmaßnahmen gegen CEO-Fraud und Deepfake-Angriffe / Detlev Riecke gibt Unternehmen Empfehlungen, um Chance eines erfolgreichen KI-gestützten Deepfake-Angriffs erheblich zu mindern

datensicherheit.de, 21.05.2024
Deepfakes: Paragraf zum Persönlichkeitsschutz soll im Strafgesetzbuch Aufnahme finden / Noch können Deepfakes erkannt werden – aber Optimierung schreitet voran

datensicherheit.de, 18.05.2024
Cyber-Angriff mittels Deepfake-Phishing: Mitarbeiter sensibilisieren, CEO-Imitationen zu erkennen! / Anrufe und Textnachrichten sowie mindestens eine Sprachnachricht mit einer per Deepfake-Technologie gefälschten Stimme des CEO

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Sicherheit beim Surfen: Gesundes Misstrauen ist gefragt https://www.datensicherheit.de/sicherheit-beim-surfen-gesundes-misstrauen-ist-gefragt https://www.datensicherheit.de/sicherheit-beim-surfen-gesundes-misstrauen-ist-gefragt#respond Fri, 11 Jun 2010 21:12:18 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=11566 Ein Drittel der EU-Bürger war noch nie im Internet

[datensicherheit.de, 11.06.2010] Freundschaften pflegen, Kleidung kaufen oder Überweisungen tätigen – nicht wenige Menschen können sich nicht mehr vorstellen, ihr Leben jemals ohne das Internet organisiert zu haben. Gleichzeitig ist aber in Europa rund ein Drittel der Bevölkerung noch nie im Internet gewesen. Grund dafür ist die Angst vor dem Unbekannten; manche glauben, das Surfen sei sehr teuer, bei anderen spielt die Sorge um die eigenen Daten eine Rolle. Bei aller berechtigten Skepsis ist es aber auch eine Tatsache, dass die Möglichkeiten des Internets für viele eine große Erleichterung im Alltag sind:
Insgesamt steigt die Zahl der weltweit ans Netz angeschlossenen Menschen stetig. So nutzen in Europa etwa 60 Prozent der Bevölkerung regelmäßig das Internet; 48 Prozent sind es, die täglich surfen. In den USA bewegen sich rund 56 Prozent täglich im Netz. Das ist zwar schon die Mehrheit, allerdings waren sowohl in Europa als auch in den USA – für viele ganz undenkbar – rund ein Drittel noch nie im Internet. Dazu gehören vor allem Senioren und Personen mit geringem Bildungsstand. Die Nutzung des Internets ist aber nicht nur sehr praktisch, sondern manchmal auch unumgänglich – so etwa bei Online-Bewerbungen oder bei der Informationssuche -, somit ist eine Teilhabe für alle erstrebenswert.
Alle Zweifel kann man im Prinzip relativ schnell zerstreuen – die Sorge, sich im Netz nicht zurecht zu finden, ist schnell beseitigt, wenn man die Verzagten am Anfang einmal an die Hand nimmt. Und auch die Angst um die Sicherheit der eigenen Daten ist unbegründet groß. Die kriminellen Aktivitäten im Netz stehen aktuell im Mittelpunkt einer Tagung von Sicherheitsexperten in Berlin. Die Zahlen, die Jörg Ziercke, Präsident des Bundeskriminalamtes dort nannte, sind zunächst beunruhigend – so wurden 50.000 Fälle von Computerkriminalität für das Jahr 2009 erfasst. Den größten Anteil davon machen Fälle von Computerbetrug aus, darauf folgt der Datendiebstahl mit 11.500 Fällen, bei dem Daten von Internetnutzern ausgespäht und missbraucht wurden.
Allerdings erscheinen solche Zahlen weit dramatischer, als sie es eigentlich sind. Eine Studie des „Bundesverbandes Informationswirtschaft, Telekommunikation und neue Medien“ (BITKOM) vom Februar 2010 macht deutlich, dass die Gefahren im Internet längst nicht so groß sind, wie sie erscheinen. So erklärten 43 Prozent der befragten Internetnutzer, dass sie Angst um ihre Datensicherheit hätten. Tatsächlich sind es aber nur zwei Prozent der User, die wirklich Opfer solcher kriminellen Aktivitäten werden. Eine Empfehlung der IT-Experten ist, sich beim Surfen einfach auf sein gesundes Misstrauen zu verlassen.
Auch die Kosten sind längst kein Grund mehr, das Internet zu meiden – und natürlich ist das Netz auch der beste Ort, um sich über günstige Online-Tarife zu informieren. Eine gute Hilfe sind dabei Vergleichsportale wie etwa www.dslweb.de.

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Großes Misstrauen der Deutschen gegenüber Datenschutz bei Unternehmen und Staat https://www.datensicherheit.de/grosses-misstrauen-der-deutschen-gegenueber-datenschutz-bei-unternehmen-und-staat https://www.datensicherheit.de/grosses-misstrauen-der-deutschen-gegenueber-datenschutz-bei-unternehmen-und-staat#respond Thu, 07 May 2009 16:40:01 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=1899 Aktuelles Umfrageergebnis des Instituts für Demoskopie Allensbach

[datensicherheit.de, 07.05.2009] Die große Mehrheit der Deutschen glaubt nicht an einen ausreichenden Schutz der bei Unternehmen und beim Staat abgespeicherten Daten:
Das Umfrageergebnis des Instituts für Demoskopie Allensbach zeigt, dass das Misstrauen gegenüber Unternehmen noch größer ist als gegenüber dem Staat. Nur acht Prozent haben Vertrauen in den gewerblichen Datenschutz! Die doppelte Anzahl, also 16 Prozent, vertrauen zwar noch dem staatlichen Datenschutz; aber in beiden Fällen ist es nur eine Minderheit.
Mehr als jeder zweite Befragte habe angegeben, in letzter Zeit mit der Weitergabe persönlicher Daten vorsichtiger geworden zu sein.

Weitere Informationen zum Thema:

Institut für Demoskopie Allensbach
ZU WENIG DATENSCHUTZ? Die meisten sind mit persönlichen Daten vorsichtiger geworden

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