Grundlagenforschung – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Sun, 24 Mar 2019 23:21:55 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6.14 Cybersecurity Campus Graz: Millioneninvestment in die IT-Sicherheit https://www.datensicherheit.de/cybersecurity-campus-graz-millioneninvestment-it-sicherheit https://www.datensicherheit.de/cybersecurity-campus-graz-millioneninvestment-it-sicherheit#respond Mon, 11 Feb 2019 14:09:41 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=30052 Geminschaftsgründung der SGS-Gruppe und der TU Graz

[datensicherheit.de, 11.02.2019] In der Steiermark entsteht ein Ort für Forschung, Ausbildung, Prüfung und Zertifizierung im Bereich IT-Sicherheit: der Cybersecurity Campus Graz. Herzstück sind ein neues gemeinsames Forschungszentrum sowie ein Prüf- und Zertifizierungslabor für Cybersicherheit der SGS Gruppe. Im Vollbetrieb werden hier rund 400 Menschen forschen und arbeiten.

Hochvernetzte Produktionsanlagen, smarte Wohnungen, autonome Fahrzeuge: das Internet der Dinge, in dem Milliarden von Computern und Systemen drahtlos miteinander kommunizieren, wird zu einem immer größeren Teil des privaten und beruflichen Alltags. Die Vernetzung der realen Welt mit der „Cloud“ bringt mehr Komfort und höhere Produktivität, aber auch völlig neue Bedrohungen. Das Thema Cybersicherheit betrifft sämtliche Produkte und Systeme – von Alltagsgegenständen bis zu Rechenzentren – und stellt eine zentrale Herausforderung für die Gesellschaft dar.

Internationaler Hub für IT-Sicherheit

SGS, das weltweit führende Unternehmen in den Bereichen Prüfen, Testen, Verifizieren und Zertifizieren, und die TU Graz, eine Top-Forschungsinstitution im Bereich IT Sicherheit, gründen gemeinsam den Cybersecurity Campus Graz und begegnen der oben angeführten Herausforderung mit drei Kernthemen:

  1. Forschung zur Analyse der Sicherheit von Systemen und zur Erforschung grundlegend neuer Sicherheitskonzepte.
  2. Aus- und Weiterbildung für die stark nachgefragten Sicherheitsexperten und Forschenden im Bereich Informationssicherheit.
  3. Prüfung und Zertifizierung von Produkten und Systemen hinsichtlich deren Sicherheit.

Alle Kernbereiche – von der Grundlagenforschung über die universitäre Lehre bis hin zur Zertifizierung – werden am Cybersecurity Campus zusammengeführt, um nachhaltige Sicherheitslösungen zu entwickeln. So entsteht ein einzigartiges Umfeld für Forschung und industrielle Anwendung. Die beiden ersten Einrichtungen, die am Cybersecurity Campus Graz entstehen, sind ein neues gemeinsames Forschungszentrum und das zentrale Prüf- und Zertifizierungslabor der SGS Gruppe. Der Campus ist offen für Start-ups und Partner aus Industrie und Wissenschaft, die gemeinsam mit der TU Graz und SGS an Sicherheitslösungen für morgen arbeiten und forschen. Am Campus Inffeldgasse der TU Graz entsteht dazu ein neues multifunktionales Gebäude mit rund 7000 Quadratmetern, das den Kern des Cybersecurity Campus Graz darstellt.

Neues Forschungszentrum als Drehscheibe des Wissenstransfers

Im Laufe des Jahres nimmt das gemeinsame Forschungszentrum von SGS und der TU Graz am Cybersecurity Campus Graz seinen Betrieb auf. Die Expertise der TU Graz im Spitzenforschungsbereich IT-Sicherheit – repräsentiert durch eine der weltweit führenden Forschungsgruppen am Institut für Angewandte Informationsverarbeitung und Kommunikationstechnologien – paart sich mit der Kompetenz von SGS in Sicherheitsprüfung und Sicherheitsbewertung von Produkten, Systemen und Dienstleistungen. Die geplante enge Zusammenarbeit mit Start-ups und Unternehmen macht das Forschungszentrum zum zentralen Bindeglied zwischen Wissenschaft und Industrie.

Für Frankie Ng, CEO der SGS-Gruppe, ist diese Vernetzung von Forschung, Lehre und Praxis der logische nächste Schritt in der weltweiten Pionierarbeit von SGS: „Mit dieser Investition bekräftigt SGS sein Engagement für die Bereitstellung modernster Cybersecurity-Services für bestehende und neue Kunden. Die Partnerschaft mit der TU Graz schafft ein einzigartiges Umfeld, um die Cybersicherheit in einer zunehmend vernetzten Welt nachhaltig zu gewährleisten.”

Ergebnisse aus der Grundlagenforschung des Zentrums werden der Allgemeinheit frei zur Verfügung gestellt. So sind betroffene Branchen in Sachen IT-Sicherheit auf dem aktuellen Wissenstand und neueste Erkenntnisse fließen unmittelbar in die industrielle Anwendung, in die universitäre Lehre und in die Ausbildung von IT-Sicherheitsfachkräften. Der Wissenstransfer von der akademischen Forschung in die Industrie wird durch Weiterbildungsangebote und gemeinsame Projekte zusätzlich gefördert.

Harald Kainz, Rektor der TU Graz, betont das Potenzial dieser gemeinsamen Initiative: „Am Cybersecurity Campus Graz bündeln zwei kongeniale Partner ihre Kräfte in Forschung, Anwendung und Ausbildung und stellen sich gemeinsam einer zentralen Herausforderung unserer modernen Gesellschaft. Der exzellente Ruf der TU Graz im Bereich der IT-Sicherheitsforschung ermöglicht diese einmalige Kooperation mit dem Weltkonzern SGS und stärkt den Hightech-Standort Graz als Cybersecurity Hub von internationalem Rang.“

Ein hochmodernes Labor für Cybersicherheitsbewertung von Produkten und Systemen

Zusätzlich zur Beteiligung am Forschungszentrum siedelt die SGS-Gruppe ihre Tochterfirma SGS Digital Trust Services GmbH am Cybersecurity Campus Graz an. Graz wird damit zum globalen Headquarter der Unternehmensgruppe für sichere Systeme und Produkte. Eine Vielzahl an Sicherheitsexperten, die sich mit der Prüfung und Zertifizierung der Cybersicherheit von digitalen Produkten, vernetzten Systemen und Online-Diensten befassen, finden am Standort eine hochmoderne Infrastruktur in einem der weltweit größten Labors für Cybersicherheitsbewertung vor. Die enge Zusammenarbeit mit der Topliga der internationalen IT-Sicherheitsforschung am Cybersecurity Campus Graz gewährleistet, dass neueste Erkenntnisse der Forschung rasch in qualitativ hochwertigen Dienstleistungen von SGS reflektiert werden. Zudem können Studierende, Forschende und Partner die Laborinfrastruktur für Ausbildungszwecke nutzen. Das Team von SGS hat bereits seinen Betrieb in Graz aufgenommen und findet zusammen mit dem Forschungszentrum bis zur Fertigstellung des Hauptgebäudes des Cybersecurity Campus Graz Platz in einem modularen Gebäude am Gelände der TU Graz, dessen Bau demnächst abgeschlossen sein wird.

Stärkung für den Wirtschafts- und Forschungsstandort Steiermark

Die Forschungsaktivitäten der TU Graz im Bereich IT-Sicherheit sowie der Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft in der Steiermark waren ausschlaggebend für Graz als Standortwahl. Die Kooperation von SGS und der TU Graz soll für neue Arbeitsplätze sorgen und so den Wirtschaftsstandort Steiermark stärken. Außerdem werde die internationale Sichtbarkeit der Steiermark als führendes Forschungsland erhöht.

„Diese zukunftsweisende Kooperation von SGS und TU Graz ist eine Bestätigung für die hervorragende Arbeit in der Steiermark. Das Miteinander von Wirtschaft und Wissenschaft sorgt dafür, dass die steirischen Talente gefordert und gefördert werden und Arbeitsplätze mit Zukunft entstehen“, so Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer, der gemeinsam mit Wirtschafts- und Forschungslandesrätin Barbara Eibinger-Miedl Frankie Ng und Harald Kainz für die Initiative dankt.

TU Graz, SGS, Cybersecurity

© Lunghammer – TU Graz

Präsentierten gemeinsam die Details zum Cybersecurity Campus Graz: Stefan Mangard (Professor für IT Sicherheit, TU Graz), TU Graz-Vizerektor Horst Bischof, Landesrätin Barbara Eibinger-Miedl, Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer sowie der CEO der SGS-Gruppe, Frankie Ng und Martin Schaffer (Globaler Geschäftsführer für Sichere Produkte & Systeme, SGS Digital Trust Services GmbH) (v.l.n.r.);

„Der wirksame Schutz vor Internetkriminalität ist für Unternehmen im Zeitalter der Digitalisierung von enormer Bedeutung. Die TU Graz hat hier in den letzten Jahren herausragende Forschungsergebnisse erzielt, die international für Aufsehen gesorgt haben. Das Investment von SGS unterstreicht diese Leistungen der TU Graz und der Steiermark als Innovations- und Forschungsland. Auf dem Cybersecurity Campus Graz werden in Zukunft wesentliche Produkte und Systeme für die weltweite Internetsicherheit entwickelt werden können“, so Landesrätin Eibinger-Miedl.

Weitere Informationen zum Thema:

Cybersecurity Campus Graz
A unique IT security research, education, testing and certification hub is taking shape in Styria, Austria

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Quanten-Informationsverarbeitung: Wichtiger Schritt bei der Grundlagenforschung gelungen https://www.datensicherheit.de/quanten-informationsverarbeitung-wichtiger-schritt-grundlagenforschung-gelungen https://www.datensicherheit.de/quanten-informationsverarbeitung-wichtiger-schritt-grundlagenforschung-gelungen#respond Fri, 21 Feb 2014 13:19:14 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=23015 Physiker aus Saarbrücken und Cambridge finden vielversprechendes neues System

[datensicherheit.de, 21.02.2014]  Physikern aus Saarbrücken und Cambridge (Großbritannien) ist ein wichtiger Schritt bei der Grundlagenforschung neuer Informationstechnologien gelungen. Bei der Quanteninformation spielen Diamanten eine wichtige Rolle. Diese im Labor hergestellten Diamanten sind bis auf eine gewollte Verunreinigung hochrein. In diesen Einschlüssen, die üblicherweise aus der Kombination einer Fehlstelle im Diamantgitter und einem Verunreinigungsatom bestehen, ist es möglich, den Zustand von Elektronen gezielt zu verändern und so Informationen zu speichern. Die Übertragung der Information geschieht mit Lichtteilchen (Photonen). Die Forscherteams um den Saarbrücker Professor für Quantenoptik, Christoph Becher, und Professor Mete Atatüre von der University of Cambridge haben nun gezielt ein Fehlstellen-Zentrum mit Silizium hergestellt und detailliert untersucht. Das resultierende Zentrum besitzt sehr gute optische Eigenschaften und ist daher prinzipiell hervorragend geeignet, um Informationen zu übertragen. Die Forscher haben ihre Ergebnisse in den renommierten Fachzeitschriften „Physical Review Letters“ sowie „Nature Communications“ publiziert.

„Für unsere Arbeiten brauchen wir Diamanten, die einen speziellen Einschluss, genauer gesagt, einen Defekt aufweisen“, erklärt Christoph Becher, Professor für Experimentalphysik an der Universität des Saarlandes. „Dieser besteht oft aus einem Stickstoffatom und einer angrenzenden Leerstelle in der Gitterstruktur des Diamanten. Diese Kombination wird auch Farbzentrum genannt.“ Bestrahlt man die Diamanten nun mit einem Laser, beginnen die Farbzentren Licht auszusenden – ebenso wie es Atome tun. „Dieses Licht trägt Informationen über den internen Zustand des Farbzentrums mit sich.“, sagt Becher weiter. So können die Wissenschaftler gezielt Informationen von einem Quantensystem auf ein anderes übertragen. Zusätzlich kann im Zustand der Elektronen des Farbzentrums Information lokal gespeichert werden. Diese Technologie ist beispielsweise Grundlage für den so genannten Quantencomputer, der um ein Vielfaches schneller und effizienter rechnet als heutige Computer – in der Theorie.

Praktisch hat das Stickstoff-Farbzentrum jedoch einen entscheidenden Nachteil: Seine optischen Eigenschaften sind alles andere als optimal. In der Praxis bedeutet das, dass in den meisten Fällen die die Information, die aus den Stickstoff-Farbzentren im Diamant übertragen werden sollte, unterwegs verloren geht.

In der nun publizierten Studie haben die Wissenschaftler statt des Stickstoffs Siliziumatome als Verunreinigung im Diamant verwendet. Die optischen Eigenschaften des resultierenden Silizium-Farbzentrums sind deutlich vielversprechender. Jedoch waren die elektronischen Eigenschaften bislang unklar. In Zusammenarbeit mit den theoretischen Physikern Adam Gali aus Ungarn und Jeronimo Maze aus Chile haben die Forscher zunächst ein theoretisches Modell entworfen, das die atomaren Wechselwirkungen erklärt. Diese theoretischen Ansätze konnten auf Basis gemeinsamer Experimente mit der Universität Cambridge nun überprüft und verfeinert werden. Für die Experimente wurden Diamanten verwendet, die eigens von Wissenschaftlern aus Innsbruck und Augsburg produziert wurden.

Christian Hepp, Erstautor des Artikels und Mitarbeiter von Christoph Becher, erklärt, was das bedeutet: „Die Lichtteilchen aus dem Silizium-Fehlstellen-Zentrum besitzen ein deutlich saubereres Spektrum und ermöglichen es so, die gespeicherte Information effizient und mit hoher Güte zu übertragen.“

Die Experimente in Cambridge und Saarbrücken haben zugleich den Grundstein für die gezielte Manipulation der elektronischen Zustände gelegt. Damit haben die Wissenschaftler einen wichtigen Schritt in Richtung Quanteninformationsverarbeitung mit diesen Farbzentren vollzogen. Die Informationsübertragung mit dieser Technologie ist aber nicht nur für das Quantencomputing interessant. Die optischen Eigenschaften der Silizium-Farbzentren könnten auch mikroskopisch kleine Sensoren ermöglichen, die zum Beispiel in den Lebenswissenschaften zum Einsatz kommen können und aufklären könnten, was in Zellen auf atomarer Ebene vor sich geht.

Weitere Informationen zum Thema:

nature ommunications, 18.02.2014
Optical signatures of silicon-vacancy spins in diamond

Physical Review Letters, 24.01.2014
Electronic Structure of the Silicon Vacancy Color Center in Diamond

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