Gerhart Baum – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Thu, 10 Sep 2020 20:06:29 +0000 de hourly 1 https://wordpress.org/?v=5.6.14 BigBrotherAwards 2020 am 18. September https://www.datensicherheit.de/bigbrotherawards-2020-18-september https://www.datensicherheit.de/bigbrotherawards-2020-18-september#respond Thu, 10 Sep 2020 16:44:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=37773 Grußwort zu den diesjährigen BigBrotherAwards hält Dr. Gerhart Baum

[datensicherheit.de, 10.09.2020] Der Digitalcourage e.V. hatte im Jahr 2000 die ersten „BigBrotherAwards“ in Deutschland organisiert – nie hätten sie damals gedacht, „dass es den Preis 2020 immer noch geben würde“. Doch werde es auch in diesem Jahr wieder „BigBrotherAwards“ geben: Am Freitag, dem 18. September 2020 um 18 Uhr in Bielefeld.

bigbrotherawards-2020-live-stream

Abbildung: Digitalcourage e.V.

„BigBrotherAwards“ am 18. September 2020 um 18 Uhr

Jedes Jahr noch immer ausreichend Kandidaten für die BigBrotherAwards

„Wir dachten, dass wir in fünf, spätestens in zehn Jahren alle Themen durch hätten und auch der blauäugigste Politiker, die sturste Behörde und die ignoranteste Konzernleitung eingesehen haben müsste, dass Datenschutz und Bürgerrechte überlebenswichtig für unsere Demokratie sind.“
Sie seien eines Besseren belehrt worden: Jedes Jahr wieder meldeten ihnen aufmerksame Menschen neue Fälle, erreichen sie Informationen über Datenskandale, gefährliche Gesetzesvorhaben und Interna von Whistleblowern.

BigBrotherAwards – die Oscars für Überwachung

Nun steht laut digitalcourage die nächste Verleihung der „Oscars für Überwachung“ an und verrät schon mal soviel: „Die diesjährigen Preisträger sind erschütternd, zukunftsentscheidend und brandaktuell!“ Das Grußwort werde der ehemalige Bundesinnenminister Dr. Gerhart Baum halten.
Das „rauschende Fest zum 20. Jubiläum“ habe verschoben werden müssen und es könnten in diesem Jahr nur sehr wenige Menschen vor Ort teilnehmen. Trotzdem lädt digitalcourage herzlich ein, bei der Verleihung der „BigBrotherAwards“ dabei zu sein − live im Internet.

BigBrotherAwards bewegen etwas und wirken präventiv

Sie hätten sich „von Anfeindungen nicht einschüchtern lassen“ und „Klageandrohungen getrotzt“. Es sei „verdammt nervenaufreibend“ gewesen, einen „BigBrotherAward“ bei einer Hauptversammlung vor einem Publikum von 5.000 Aktionären zu verleihen. Doch sie täten sich den Stress an, weil die „BigBrotherAwards“ etwas bewegten:
„Sie haben Schnüffeltechnologien ausgebremst, Überwachungsgesetze gekippt, Datenkraken-Firmen haben Aufträge verloren und Vergaberichtlinien für öffentliche Aufträge wurden geändert.“ Schließlich wirkten die „BigBrotherAwards“ auch präventiv: „Wir wissen, dass in Führungsetagen von Konzernen über uns gesprochen wird und deshalb so manches Datensammelvorhaben gar nicht erst gestartet wird.“ Dafür lohne jede Anstrengung.

Weitere Informationen zum Thema:

BigBrotherAwards.de
BigBrotherAwards 2020 Livestream / – Freitag, 18. September ab 18 Uhr –

datensicherheit.de, 11.05.2019
BigBrotherAwards 2019 am Pfingstsamstag im Theater Bielefeld

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4. Dresden-Preis für Stanislaw Petrow: Computermeldung als Fehlalarm klassifiziert und die Welt gerettet https://www.datensicherheit.de/4-dresden-preis-fuer-stanislaw-petrow-computermeldung-fehlalarm-klassifiziert-welt-gerettet https://www.datensicherheit.de/4-dresden-preis-fuer-stanislaw-petrow-computermeldung-fehlalarm-klassifiziert-welt-gerettet#respond Mon, 18 Feb 2013 16:58:07 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=21375 Überfällige Würdigung für einen Ingenieur mit Mut, Herz und Verstand

[datensicherheit.de, 18.02.2013] Es hätten fünf Interkontinentalraketen des Typs „Minuteman III“, vielleicht sogar mit jeweils drei nuklearen Sprengköpfen ausgestattet, sein können – gen Sowjetunion gestartet von der „Malmstrom Air Force Base“ im US-Staat Montana… Am frühen Morgen des 26. September 1983 folgte der sowjetische Offizier Stanislaw Petrow zum Glück für die ganze Menschheit seiner Intuition und meldete seinem Vorgesetzten Fehlalarme.
Zeit und Ort hätten wohl kaum passender gewählt sein können – am 17. Februar 2013 wurde mit einem Festakt in Dresden der Mann ausgezeichnet, der im Heißen Herbst 1983 durch seine Bewertung einer Computermeldung im Interesse der gesamten Menschheit den mit Nuklearwaffen geführten Dritten Weltkrieg maßgeblich zu verhindern half.

Foto: Robert Pinnow, Berlin

Foto: Robert Pinnow, Berlin

Verleihung des „4. Dresden-Preises für Konflikt- und Gewaltprävention“ am 17. Februar 2013 in der Semperoper

Die in der Nacht des 13. Februar 1945 bei den Luftangriffen stark zerstörte, erst am 13. Februar 1985 wieder in Betrieb genommene Semperoper konnte sich nun zur Verleihung des „4. Dresden-Preises für Konflikt- und Gewaltprävention an Stanislaw Petrow“ eines regen Interesses, u.a. auch von zahlreichen Repräsentanten der Bundeswehr, erfreuen.

Foto: Leandra Pinnow, Berlin

Foto: Leandra Pinnow, Berlin

Vielleicht kein Held, aber wohl ein Vorbild: Stanislaw Petrow

Der Mensch und nicht ein Computer muss Verantwortung übernehmen!

Der ehemalige Bundesinnenminister Gerhart Baum, 1932 in Dresden geboren, betonte in seiner Einleitung, dass er sich noch gut an die schrecklichen Tage vor 68 Jahren erinnern könne – er sprach von „Glück“, dass er sich heute im Alter von 80 Jahren in einem freien Land des Wiederaufbaus seiner Geburtsstadt erfreuen könne.
Baum erinnerte an den bereits 2010 mit dem Dresden-Preis ausgezeichneten ehemaligen sowjetischen Präsidenten Michail Gorbatschow; dieser hatte 1986 einen Plan zur Abschaffung aller Atomwaffen bis zum Jahr 2000 vorgelegt und sich zu einem Gipfeltreffen mit US-Präsident Ronald Reagan in der isländischen Hauptstadt Reykjavík getroffen. Der mutmaßlich jüngste Kernwaffentest in Nordkorea zeige indes, dass die nukleare Bedrohung der Menschheit weiter bestehe und wir heute eben nicht in einer sicheren Welt lebten. Baum appellierte daran, weltweit die atomare Abrüstung anzugehen und zunächst für eine Nichtverbreitung von Kernwaffen Sorge zu tragen. Nicht ein Computer, sondern der Mensch müsse Verantwortung übernehmen, so Baums Mahnung.

ZDF-Dokumentarfilm „Die Bombe“ zeigt Dramatik der heutigen Bedrohung

Um den Anwesenden deutlich zu machen, dass auch noch heute die Erkenntnis Gültigkeit hat, dass mit der Einführung von Nuklearwaffen „Tore zur Hölle“ gebaut wurden, gab es einen Ausschnitt des ZDF-Dokumentarfilms Die Bombe von Claus Kleber zu sehen.
Kleber hatte die „Malmstrom Air Force Base“ im US-Staat Montana besucht, die bis heute wie im Kalten Krieg Interkontinentalraketen mit nuklearen Sprengköpfen zum Abschuss bereithält. Die dortigen Soldaten in ihren Bunkern haben keine Entscheidungen zu fällen, sondern nur Entscheidungen zum Start auszuführen – sie müssten noch funktionieren, bevor sie sterben, so Klebers drastisches Fazit im Film.

Petrow zum Glück kein roboterhaftes „instrument of power“

In der Semperoper hob Kleber nun hervor, dass 1983 „gottlob“ in jener entscheidenden Nacht, als ein sowjetischer Überwachungssatellit Lichtreflexe, durch Wolken beeinflusste Sonnenstrahlen, detektierte und diese vom Computer als Raketenstarts eben auf jener „Malmstrom Air Force Base“ interpretiert wurden, mit Petrow ein ausgebildeter Ingenieur, ein Systemanalytiker mit Kenntnissen der Schwachstellen der Technik, und keine „militärische Maschine“ Dienst tat…
Es sei eine glückliche Fügung gewesen, denn Petrow habe einen Kollegen vertreten. Aber das Bedrohungsszenario sei auch heute noch da – und mit einsatzfähigen Kernwaffen auch die Möglichkeit für Irrtümer. Mag die Maschinerie der „Abschreckung“ im Kalten Krieg in der gegenseitigen Auslöschung bestanden haben, sei diese „Wahnsinn“, denn wer zuerst zuschlage, sterbe dann als zweiter. Diese „Wahnsinnsstrategie“ der ehemaligen Blockkonfrontation gelte noch immer und koste die Volkswirtschaften Milliarden. Petrow sei damals zum Glück kein reines, auf pure Funktionalität getrimmtes „instrument of power“ gewesen, sondern ein Mensch mit Hirn, Herz, Mut – und auch gesegnet mit russischer Volksweisheit. Seine richtige Einschätzung der Computermeldungen als Fehlalarme hätten die Welt gerettet.
Kleber erinnerte an die brisante Weltlage 1983, als US-Präsident Reagan das SDI-Projekt zur Raketenabwehr initiierte und die Sowjetunion als „Reich des Bösen“ (Evil Empire) stigmatisierte. Mit dem Abschuss des südkoreanischen Passagierflugzeugs am 1. September 1983 hatten sich die Spannungen zwischen den beiden Weltmächten USA und UdSSR zugespitzt – der damalige sowjetische Staatschef Juri Andropow habe gar mit einem Überraschungsangriff der USA gerechnet. Hätte Petrow der Interpretation des Computers zugestimmt, wäre Andropow die Entscheidung zugefallen – die Welt sei, so Kleber, bei Petrow offensichtlich in den „besseren Händen“ gewesen.
Zum Abschluss seiner Ausführungen wiederholte Kleber die erschreckende Erkenntnis, dass die Gefahren keineswegs vorüber seien – in der Filmdokumentation hatte der US-amerikanischer Politikwissenschaftler Henry Kissinger in einem Interview sogar gewarnt, dass die Einsatzwahrscheinlichkeit von Kernwaffen heute im Vergleich zum Kalten Krieg gestiegen sei. Daher gebe es die Initiative Global Zero, die sich der vollständigen nuklearen Abrüstung weltweit verpflichtet hat – angestrebt werde laut Kleber eine globale Sicherheitsarchitektur, die sicherstellen solle, dass dann auch konventionelle Kriege nicht wieder wahrscheinlicher werden.
Auf der Welt gebe es leider „nicht genügend Petrows“ – dieser sei nach seinem eigenen Selbstverständnis vielleicht kein Held, aber ganz bestimmt ein „großer Mann“. Diese Einschätzung Klebers wurde durch einen langen, stehenden Applaus vom Auditorium bestärkt.

Preisskulptur zeigt Kriegsschäden

Kristin Alschner, eine 25-jährige Studentin aus Dresden, unterstrich, dass sie zu der Generation gehöre, die Petrow vielleicht sogar „alles“ zu verdanken habe – jedes Jahr am 13. Februar werde ihr dies bewusst.
Petrow sei ein Vorbild für die junge Generation, denn er habe nicht zuerst an sich und die möglichen persönlichen Konsequenzen gedacht. Jeder könne seinen Teil dazu beitragen, dass die Welt friedlicher und toleranter werde, sagte Alschner und übergab Petrow eine Bronzefigur, die einer Figur am Dresdner Mozartbrunnen nachempfunden wurde – die Kriegsschäden an der heute im Dresdner Lapidarium ausgestellten Originalfigur sind auch an der Preisskulptur dargestellt.

Blutrotes Zeichen an der Wand: „Start“

Petrow zeigte sich gerührt und dankte für die „große Ehre“. An jenem dramatischen Tag, einem schönen Spätsommertag, habe es keine Vorzeichen gegeben. 140 Mann, davon 80 Offiziere, hätten seinem Kommando im Frühwarnzentrum bei Moskau unterstanden. Zunächst sei alles noch Routine gewesen – aber bei größter Sorgfalt, so Petrow.
Um 0.15 Uhr am 26. September 1983 aber habe plötzlich blutrot die Warnung „Start“ („CTAPT“) an der Wand gestanden. Obwohl wiederholt geübt, sei man geschockt gewesen, denn der Computer habe einen Raketenstart in den USA gemeldet – angeblich mit höchster Wahrscheinlichkeit. Es habe gar eine Panik der Mannschaft gedroht, weshalb er alle nachdrücklich auf ihre Gefechtspositionen befohlen habe. Der betreffende US-Stützpunkt habe sich in jenem Moment an der Tag-Nacht-Grenze befunden. Indes seien weder für den Satelliten noch für die Bodenstationen Fehlermeldungen zu verzeichnen gewesen. Er habe also diese Computermeldung bewerten müssen. Der berühmt-berüchtigte Rote Knopf sei aber gar nicht mehr angeschlossen gewesen, stellte Petrow klar, denn Wissenschaftler hätten festgestellt, dass einem Menschen allein die Entscheidung über den Start der eigenen Raketen nicht zuzumuten sei; man habe dem Computer die Entscheidung gemäß Checkliste anvertrauen wollen. Für ihn habe sich damals zunächst die Frage gestellt, ob es sich um eine Provokation der USA oder um eine Meuterei handeln könnte, was er schließlich seiner Erfahrung nach ausgeschlossen habe.
Petrow allein musste die Computermeldung bewerten – auf dem sich anschließenden Dienstweg sei keine Einholung einer Zweitmeinung vorgesehen gewesen. Mit einer 50/50-Überzeugung sei sein Fazit „Fehlalarm“ gewesen. Er habe weniger auf seinen Kopf als vielmehr auf seine Erfahrung und Intuition gesetzt. Doch kaum, dass er seinem Vorgesetzten telefonisch diese Einschätzung mitgeteilt hatte, er habe den Hörer noch in der Hand gehalten, sei die zweite Warnung lautstark eingegangen, die er wiederum als „Fehlalarm“ klassifiziert habe. Es sei ausgelaugt gewesen, sein Knie hätten gezittert; ihm sei heiß geworden. Dann habe, begleitet vom Sirenenklang, der Computer den Start von drei US-Raketen gemeldet.
Gemäß der gültigen – wenngleich damals schon zum Teil überholten – Doktrin habe man eigentlich einen Massenstart des Gegners erwartet und eben keine Einzelschüsse. Die veränderte Lage heute, machte Petrow warnend deutlich, würde allerdings eine andere Einschätzung als damals erfordern… 17 lange Minuten hätten sie damals auf eine Bestätigung bzw. auf Entwarnung der sowjetischen Bodenradarstationen warten müssen. Nachdem von diesen keine anfliegenden Raketen gemeldet wurden, habe er etwas Entspannung gefühlt und über Lautsprecher seiner Mannschaft Dank ausgesprochen. Im Zuge der sich anschließenden Untersuchung sei ihm der Vorwurf der unzureichenden Protokollierung des Vorfalls gemacht worden – in Echtzeit sei dies nun nicht möglich gewesen und nachträglich wäre es Urkundenfälschung gewesen. Der Vorfall sei dann als streng geheim klassifiziert worden. Erst zehn Jahre später sei ein Zeitungsartikel darüber erschienen und damit die Geheimhaltung durch seinen Vorgesetzten durchbrochen worden.

Weitere Informationen zum Thema:

Dresden
13februar.dresden.de

ZDFmediathek
Die Bombe,1. Teil

GLOBAL ZERO
A WORLD WITHOUT NUCLEAR WEAPONS

Berliner Partner, 02.02.2013
Atomkrieg verhindert: Verleihung des 4. Dresden-Preises an Stanislaw Petrow / Am 17. Februar 2013 in der Semperoper

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https://www.datensicherheit.de/4-dresden-preis-fuer-stanislaw-petrow-computermeldung-fehlalarm-klassifiziert-welt-gerettet/feed 0
Einschätzung als Fehlalarm verhinderte 1983 den Atomkrieg zwischen Ost und West https://www.datensicherheit.de/einschaetzung-fehlalarm-verhinderte-1983-atomkrieg-zwischen-ost-west https://www.datensicherheit.de/einschaetzung-fehlalarm-verhinderte-1983-atomkrieg-zwischen-ost-west#respond Fri, 01 Feb 2013 20:06:22 +0000 http://www.datensicherheit.de/?p=21332 Verleihung des „4. Dresden-Preises“ an Stanislaw Petrow am 17. Februar 2013

[datensicherheit.de, 01.02.2013] Stanislaw Petrow war der verantwortliche Diensthabende im Luftüberwachungszentrum nahe Moskau, als in der Nacht vom 25. zum 26. September 1983 ein Computer vermeintlich den Abschuss von fünf US-amerikanischen Raketen Richtung Sowjetunion anzeigte – an ihm war es, diese Meldung zu bewerten… Dieser Oberstleutnant der damaligen Sowjetarmee entschied im politisch heißen Herbst 1983 über das Überleben der Menschheit – dass er mit Anstand und Verstand das Abgleiten der im Kalten Krieg verbissenen Blocksysteme in einen heißen, mit Kernwaffen geführten Dritten Weltkrieg verhinderte, soll nun gewürdigt werden:
Claus Kleber, Journalist, Buchautor und Fernsehmoderator, wird am 17. Februar 2013 in der Semperoper in Dresden die Laudatio auf Petrow halten, der mit der internationalen Friedensauszeichnung „4. Dresden-Preis“ geehrt wird. Kleber ist Moderator des „ZDF heute-journals“ und Autor mehrerer Bücher. Im Jahr 2009 wurde erstmals sein dreiteiliger Film „Die Bombe“ ausgestrahlt, der die nukleare Bedrohung der Welt zum Thema hat.
Er habe nicht schuld am Dritten Weltkrieg sein wollen, so Petrow später. Deshalb habe er in jener Nacht 1983 beschlossen zu lügen – er meldete dem Generalstab das Ereignis als Fehlalarm, obwohl die Chancen 50 zu 50 standen, dass es sich um einen Irrtum oder Ernstfall handelte. Niemals sei die Welt der atomaren Vernichtung näher gewesen als in dieser Nacht, sagte Bruce Blair, US-Abrüstungsexperte, Co-Gründer von Global Zero und Chef des World Security Institute. Die Geschichte wurde erst Jahre später öffentlich. Seither wird Petrow als „der Mann, der die Welt rettete“ gefeiert.
Die Veranstaltung wird moderiert vom ehemaligen Bundesinnenminister Gerhart Baum. Der mit 25.000 Euro dotierte Preis wird jährlich in der Semperoper vergeben. Die bisherigen Preisträger waren Michail Gorbatschow, Daniel Barenboim und James Nachtwey.

Verleihung des 4. Internationalen Friedenspreises „Dresden-Preis“ an Stanislaw Petrow
17. Februar 2013 um 11 Uhr
Semperoper Dresden
Eintrittskarten sind zum Preis von fünf Euro bei der Semperoper erhältlich.

Weitere Informationen zum Thema:

Semperoper Dresden
Verleihung des 4. Internationalen Friedenspreises »Dresden-Preis«

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