Aktuelles, Experten, Studien - geschrieben von dp am Donnerstag, Juli 21, 2022 14:03 - noch keine Kommentare
Sommerzeit als Verlust-Saison: Displaysperre auf dem Smartphone nur bei 45,9 Prozent der Befragten eingerichtet
Lediglich ein knappes Drittel sichert Smartphone-Daten per Backup
[datensicherheit.de, 21.07.2022] Nach aktuellen Erkenntnissen des eco – Verband der Internetwirtschaft e.V. sichern nur 25,2 Prozent der Deutschen ihre Urlaubsfotos auf Mobiltelefonen in der „Cloud“. Die meisten Nutzer hätten zudem keine Display-Sperre eingerichtet und lediglich ein knappes Drittel (33,2%) sichere Smartphone-Daten per Backup. Zur Sommerzeit gibt der eco acht Tipps für mehr „Handy-Sicherheit im Urlaub“.

Foto: eco e.V.
Markus Schaffrin: Verzichten Sie in offenen WLANs auf Home-Banking und auf alle Dienste, bei denen Sie sich einloggen müssen!
Smartphone für für die meisten Reisenden Teil des Handgepäcks
Das Smartphone gehöre für die meisten Reisenden fest ins Handgepäck: Fotos und Videos vom Strand oder von Ausflügen teilten viele noch von unterwegs per Social-Media. Persönliche Daten und Fotos seien dabei einem hohen Risiko ausgesetzt, denn nur eine Minderheit der Nutzer beuge diesem durch entsprechende Vorsichtsmaßnahmen vor.
Dies zeigt nach eco-Angaben eine aktuelle repräsentative Umfrage von eco und dem Markt- und Meinungsunternehmen Civey: Eine Displaysperre auf dem Smartphone hätten nur 45,9 Prozent eingerichtet. Nur ein Drittel der Deutschen (33,2%) sichere Daten in Backups. Immerhin 62 Prozent spielten regelmäßig Software-Updates ein. Ein gutes Viertel (25,2% Prozent) sichere Urlaubsbilder in der „Cloud“.
Civey habe im Auftrag von eco 2.500 Personen zwischen dem 19. und dem 20.07.2022 befragt. Die Ergebnisse seien repräsentativ für die deutsche Bevölkerung ab 18 Jahren – der statistische Fehler der Gesamtergebnisse liege bei 3,5 Prozent.

Abbildung: eco e.V.
Ergebnisse der eco-Umfrage „Welche Vorkehrungen treffen Sie, um persönliche Daten auf Ihrem Smartphone zu schützen?“
Im Urlaub erhöhtes Risiko, das Smartphone zu verlieren
„Im Urlaub ist das Risiko erhöht, das Smartphone zu verlieren. Wer Daten und Bilder nicht in der ,Cloud‘ oder auf einem anderen Gerät gesichert hat, verliert bei Handy-Verlust alles unwiederbringlich“, warnt Markus Schaffrin, Security-Experte und eco-Geschäftsbereichsleiter „Mitgliederservices“. Alle Nutzer mobiler Endgeräte sollten zudem eine Displaysperre einrichten oder das Smartphone verschlüsseln, „was neuere Betriebssysteme anbieten“.
Sonst könnten Kriminelle auf sensible Daten und Anwendungen zugreifen, beispielsweise Online-Banking, E-Mail oder „Social Media“-Accounts. „,Cloud‘-Services sind die beste Option, die eigenen Fotos und Videos zu sichern, es gibt eine große Auswahl an kostenfreien Angeboten“, erläutert Schaffrin und gibt acht konkrete Tipps für den Smartphone-Schutz im Urlaub:
1. Displaysperre verhindert unberechtigte Zugriffe
Der Zugriff auf das Mobiltelefon ist damit nur mit einem Code oder biometrisch per Fingerabdruck bzw. Gesichtserkennung möglich. Außerdem sollte die PIN für die SIM-Karte beibehalten werden – diese schütze jedoch nur ein ausgeschaltetes Mobiltelefon.
2. Automatisch Updates installieren
„Stellen Sie Ihr Smartphone so ein, dass es Sie auf Updates hinweist oder diese direkt selbstständig installiert!“ Mit den Aktualisierungen würden nicht nur neue Funktionen, sondern auch wichtige Sicherheitsupdates mitgeliefert. „Aktivieren Sie automatische Updates nur über WLAN, wenn Sie mobile Daten sparen möchten.“
3. Backups in der „Cloud“
„Schützen Sie sich vor Datenverlust, indem Sie alle Fotos, Videos, Kalenderdaten und Kontakte online in der ,Cloud‘ speichern.“ Es gebe dafür viele Anbieter, beispielsweise „iCloud“, „Google Drive“, „Amazon Photos“ oder „OneDrive“. Dies könne je nach Anbieter unter „Einstellungen / Sichern und Wiederherstellen“ konfiguriert werden.
4. Nur Apps aus offiziellen Stores vertrauen
Schaffrin verweist beispielhaft auf „Google Play“ und den „Apple App Store“ und warnt: „Folgen Sie keinen Links, die Sie zu anderen App-Download-Portalen führen. Suchen Sie Apps direkt in den offiziellen App-Stores!“ Die Installation von Apps unbekannter Herkunft solle in den „Einstellungen“ verboten werden.
5. App-Berechtigungen im Blick behalten
„Behalten Sie im Blick, welche Berechtigungen welche App braucht – beispielsweise Zugriff auf Kontakte, Kamera oder Standort!“ Viele Apps sammelten mehr Daten, als auf den ersten Blick nötig erscheint. In den „Einstellungen“ des Smartphones ließen sich die Berechtigungen auch nach der Installation einschränken.
6. Verschlüsselung des Smartphones-Speichers
Dann könne beim Geräteverlust niemand persönliche Daten auslesen. Neuere Betriebssysteme verschlüsselten die Nutzerdaten auf Wunsch automatisch um E-Mails, Kontakte, Fotos, Downloads oder Zugangsdaten zu schützen. Ältere Smartphones ließen sich in den „Einstellungen“ manuell verschlüsseln. „Die SD-Karte im Gerät nicht vergessen, auch hier liegen persönliche Daten und Fotos.“
7. Kein Online-Banking in offenen WLANs
„In einem offenen WLAN surfen Sie zwar kostenlos, es ist aber auch relativ einfach, Ihren Datenverkehr mitzulesen. Verzichten Sie in offenen WLANs auf Home-Banking und auf alle Dienste, bei denen Sie sich einloggen müssen wie Online-Shopping oder E-Mails.“ Schaffrin rät dringend, „solche Dinge“ lieber zu verschieben, „bis Sie wieder zu Hause sind oder nutzen Sie die Datenverbindung Ihres Mobilfunkvertrages“.
8. Sperrung verlorener bzw. gestohlener Mobilfunkgeräte
„Haben Sie Ihr Handy verloren oder wurde es Ihnen gestohlen, können Sie es aus der Ferne orten und auch sperren, um den Zugriff auf Ihre Nutzerdaten zu verhindern.“ Für „Android“ könne hierzu „android.com/find“ aufgerufen werden, für „IOS“ entsprechend „iCould.com/find“. „Hier haben Sie die Möglichkeit, Ihr Gerät aus der Ferne zu orten und als verloren zu markieren.“
Weitere Informationen zum Thema:
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