Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Freitag, Mai 14, 2021 22:22 - noch keine Kommentare
Signifikanter Ransomware-Angriff auf IT-Systeme der Health Service Executive
Staatliches Gesundheitssystems Irlands meldet Abschaltung der eigenen IT-Systeme als Reaktion auf Ransomware-Attacke
[datensicherheit.de, 14.05.2021] Die Health Service Executive (HSE), das staatliche Gesundheitssystems Irlands, ist nach eigenen Angaben von einer Ransomware-Attacke betroffen – diese sei „signifikant“. Als unmittelbare Reaktion darauf und als Schutzmaßnahme vor möglichen weiteren Schäden sind demnach die betroffenen Systeme und viele andere Dienste vorerst offline.

Abbildung: Screenshot v. HSE auf Twitter
HSE: Vorsichtshalber alle unsere IT-Systeme heruntergefahren, um sie vor diesem Angriff zu schützen…
Ransomware-Angriff auf HSE per Twitter gemeldet
Es gebe einen signifikanten Ransomware-Angriff auf die IT-Systeme der HSE: „Wir haben vorsichtshalber alle unsere IT-Systeme heruntergefahren, um sie vor diesem Angriff zu schützen und um die Situation mit unseren eigenen Sicherheitspartnern vollständig beurteilen zu können“, heißt es in einer Meldung auf „Twitter“.
Ferner wird um Entschuldigung für die Unannehmlichkeiten gebeten, „die den Patienten und der Öffentlichkeit entstanden sind“. Es sollen demnach weitere Informationen folgen, „sobald diese verfügbar sind“. Der National Ambulance Service arbeite indes wie gewohnt weiter und es gebe keine Auswirkungen auf die Bearbeitung von Notrufen sowie den landesweiten Einsatz von Krankenwagen.
Ransomware-Akteure gehen bei ihren Angriffen zunehmend strategischer vor
„Ransomware-Angriffe haben sich in den letzten Jahren verlangsamt, aber die Bedrohungsakteure gehen bei ihren Angriffen viel strategischer vor und die Lösegeldforderungen sind in die Höhe geschossen“, kommentiert Sam Curry, „CSO“ bei Cybereason. Die Bedrohungsakteure seien Kriminelle, Geldgierige und bei Angriffen auf Kritische Infrastrukturen sogar Cyber-Terroristen.
Cybereason rate davon ab, Lösegeld zu zahlen, aber dies sei eine sehr persönliche Entscheidung für ein betroffenes Unternehmen. In Situationen, in denen es um Leben und Tod geht, oder aufgrund eines nationalen Notstandes könnte es im besten Interesse des Unternehmens sein, doch zu zahlen. Curry empfiehlt hierzu: „Bevor Sie diese Entscheidung treffen, stellen Sie sicher, dass der Rechtsbeistand und der Versicherer Ihres Unternehmens involviert sind – und informieren Sie die Strafverfolgungsbehörden über die Situation!“
Zahlung von Lösegeld nach Ransomware-Befall ermuntert Cyber-Kriminelle
Angesichts aktueller Nachrichten, wonach Colonial Pipeline „ein Lösegeld in Höhe von fünf Millionen US-Dollar an ,DarkSide‚ gezahlt haben soll“, sei davon auszugehen, dass weitere Angriffe von ermutigten Bedrohungsakteuren kommen würden. „Werden die Lösegeldforderungen bei zehn Millionen, 100 Millionen oder einer Milliarde Dollar eine Obergrenze erreichen?“, fragt Curry – es sei einfach nie eine gute Idee, Kriminelle oder Terroristen zu bezahlen.
Denn Schäden durch Ransomware seien vermeidbar, und es erfordere ein ausgereiftes Sicherheitsprogramm im betrieblichen Netzwerk, um sie zu stoppen. „Installieren Sie Software zur Erkennung und Beseitigung von Ransomware auf Ihren Endpunkten, um die Bedrohung zu stoppen.“ Ein führendes Analysten-Unternehmen habe kürzlich eine Statistik veröffentlicht, die zeige, dass nur 40 Prozent der Endgeräte mit einer „Endpoint Detection Software“ ausgestattet seien. „Um die Geißel der Ransomware zu besiegen, muss diese Zahl deutlich steigen“, fordert Curry abschließend.
Weitere Informationen zum Thema:
Wikipedia
Cyberattacke
HSE Ireland auf Twitter, 14.05.2021
There is a significant ransomware attack on the HSE IT systems…
datensicherheit.de, 12.05.2021
DarkSide: RaaS-Attacke gegen Colonial Pipeline / Junge Ransomware-Familie DarkSide erstmals im August 2020 aufgetreten
MALICIOUSLIFE THE CYBEREASON NEWS NETWORK,01.04.2021
Cybereason vs. DarkSide Ransomware
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