Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Dienstag, Oktober 18, 2022 12:27 - ein Kommentar
Ransomware: Ein Viertel aller betroffenen Gesundheitseinrichtungen muss Betrieb einstellen
Trend-Micro-Studie weist Lieferketten als Ransomware -Hauptrisikoquelle aus
[datensicherheit.de, 18.10.2022] Trend Micro hat nach eigenen Angaben eine neue Studie veröffentlicht, aus der demnach hervorgeht, dass weltweit 86 Prozent der Unternehmen und Einrichtungen im Gesundheitswesen, die von Ransomware betroffen waren, Betriebsausfälle erlitten.

Foto: Trend Micro
Richard Werner warnt vor häufig zu geringen IT-Security-Budgets, die nicht in Relation zur Wichtigkeit der Systeme stehen…
57% der Healthcare-Unternehmen in den letzten drei Jahren durch Ransomware kompromittiert
Laut dieser Studie räumten weit mehr als die Hälfte (57%) der befragten Healthcare-Unternehmen ein, in den letzten drei Jahren durch Ransomware kompromittiert worden zu sein. „25 Prozent der Opfer gaben außerdem an, dass ihr Betrieb vollständig zum Erliegen gekommen sei. Weitere 60 Prozent erlebten eine Beeinträchtigung ihrer Geschäftsprozesse.“
Im Durchschnitt habe es bei den meisten Unternehmen Tage (56%) oder Wochen (24%) gedauert, bis der Betrieb wieder vollständig hergestellt war. Ransomware verursache nicht nur im Gesundheitssektor erhebliche betriebliche Probleme, sondern gelte auch in anderen Branchen als eines der größten Cyber-Risiken.
Bei 60% der Befragten sensible Daten durch Ransomware-Angriff in falsche Hände geraten
Bei drei Fünftel (60%) der Befragten seien sensible Daten durch den Angriff in falsche Hände geraten. Dies stelle ein erhöhtes Compliance-Risiko dar und könne der Unternehmensreputation schaden. Außerdem erhöhten sich die Kosten für Nachforschungen, Eindämmungsmaßnahmen und die Bereinigung des Vorfalls.
Die Teilnehmer der Studie nannten laut Trend Micro Schwachstellen in der Lieferkette als eine der größten Herausforderungen. Relevant seien vor allem folgende Bereiche:
- „43 Prozent sind der Überzeugung, ihre Partner hätten sie zu einem attraktiveren Angriffsziel gemacht.
- 43 Prozent geben außerdem an, ein Mangel an Transparenz in der gesamten Ransomware-Angriffskette habe sie anfälliger gemacht.
- 36 Prozent nennen einen mangelnden Überblick über ihre Angriffsoberfläche als weiteren Grund, der sie verstärkt zu einem Ziel für Attacken gemacht habe.“
Malware- und Ransomware-Schutz: regelmäßig Patches aktualisieren
Die gute Nachricht sei, dass ein Großteil der Gesundheitseinrichtungen (95%) bei vor allem nach außen sichtbaren Systemen regelmäßig Patches aktualisiere, während ein fast ebenso großer Anteil (91%) E-Mail-Anhänge einschränke und so das Malware-Risiko verringere. „Viele befragte Unternehmen nutzen darüber hinaus Tools für Network (NDR), Endpoint (EDR) oder Extended Detection and Response (XDR).“
Die Studie zeige jedoch auch potenzielle Schwachstellen auf, darunter:
- „Ein Fünftel (17%) verfügt über keinerlei Kontrollen des Remote-Desktop-Protokolls (RDP).
- Viele Unternehmen tauschen keine Bedrohungsdaten mit Partnern (30%), Lieferanten (46%) oder ihrem breiteren Ökosystem (46%) aus.
- Ein Drittel (33%) tauscht keine Informationen mit den Strafverfolgungsbehörden aus.
- Nur die Hälfte oder weniger befragte Unternehmen verwenden derzeit NDR (51%), EDR (50%) oder XDR (43%).
- Besorgniserregend wenige Healthcare-Unternehmen sind in der Lage, ,Lateral Movement’ (32%), Erstzugriffe (42%) oder die Verwendung von Tools wie ,Mimikatz’ und ,PsExec’ (46%) zu erkennen.“
Gesundheitswesen noch immer zu leichtes Opfern von Ransomware-Angriffen
„Cyber-Kriminelle suchen sich ganz gezielt Einrichtungen des Gesundheitswesens heraus, die ein vermeintlich schwaches Glied in ihrer Verteidigungskette aufweisen. Der große Druck, der derzeit auf Unternehmen und Einrichtungen in der Branche lastet, sowie häufig geringe IT-Security-Budgets, die nicht in Relation zur Wichtigkeit der Systeme stehen, machen sie zu leichten Opfern von Angriffen“, erläutert Richard Werner, „Business Consultant“ bei Trend Micro.
Er betont: „Damit zählt die Healthcare-Branche zu den Top 3 der am meisten angegriffenen Branchen weltweit.“ Abschließend weist er auch darauf hin, dass die Bundesregierung im Rahmen des Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) seit Januar 2021 auch Investitionen in die IT-Security unterstützt.
Weitere Informationen zum Thema:
TREND MICRO
A global study / EVERYTHING IS CONNECTED: Uncovering the ransomware threat from global supply chains
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BCM-News Daily Digest » Business Continuity Management News
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