Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Donnerstag, April 3, 2025 12:35 - noch keine Kommentare
Google Play Store: Hunderte bösartige Apps aufgespürt
Bedrohliche Apps mehr als 60 Millionen Mal von „Android“-Nutzern heruntergeladen
[datensicherheit.de, 03.04.2025] Dr. Martin J. Krämer, „Security Awareness Advocate“ bei KnowBe4, geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf einen kürzlich erschienenen Blog-Beitrag von Bitdefender-Forschern ein: Es soll Cyber-Kriminellen in den vergangenen neun Monaten gelungen sein, mindestens 331 bösartige Apps im „Google Play Store“ zu platzieren. Demnach sind diese Apps mehr als 60 Millionen Mal von „Android“-Nutzern heruntergeladen worden. Die Sicherheitsmaßnahmen von „Android 13“ hätten die bösartigen Anwendungen dabei problemlos umschifft. Einige der Apps hätten dann Spam auf den Bildschirmen ihrer Opfer erscheinen lassen, andere sogar Phishing-Angriffe unterstützt. „Das Besondere daran: Die bösartigen Apps können ohne Aktivierung durch den Nutzer starten und ohne dessen Kenntnis im Hintergrund operieren.“ Krämer warnt: „Die Kampagne scheint immer noch aktiv zu sein!“

Foto: KnowBe4
Dr. Martin J. Krämer: Nachdem eine bösartige App heruntergeladen worden ist, kann sie ohne Aktivität des Nutzers von selbst starten!
Bösartige Apps erstmals im dritten Quartal 2024 festgestellt
Erstmals seien die bösartigen Apps im dritten Quartal des vergangenen Jahres, 2024, festgestellt worden. Im Verlauf ihrer Untersuchung und Analyse habe sich gezeigt, „dass einige von ihnen bereits längere Zeit im ,App Store’ zum Download bereitgestanden hatten – allerdings ohne bösartige Nutzlast“. Diese sei erst später, zu Beginn des 3. Quartals 2024, per Update hinzugefügt worden.
„Von außen geben sich die Anwendungen unscheinbar – als QR-Scanner, Haushaltsplaner oder auch als Health-Care-Anwendung. Nachdem eine bösartige App heruntergeladen worden ist, kann sie ohne Aktivität des Nutzers von selbst starten und im Hintergrund, ohne Anzeige des Symbols der Launcher-Aktivität, operieren – obwohl dies auf ,Android 13‘ eigentlich gar nicht möglich sein sollte.“ Ohne also, dass der Nutzer es ihnen erlaubt hat, sollen die Apps dann kontinuierlich Werbung (Spam) im Vollbildmodus dargestellt, einige Apps auch Bedienelemente eingeblendet und versucht haben, Nutzer dazu zu bewegen, sogenannte Credentials und Kreditkarteninformationen preiszugeben.
Unter Umgehung bestehender Schutzmaßnahmen bösartige Apps hochgeladen
Schon häufiger ist der „Google Play Store“ zum Ziel Cyber-Krimineller geworden. Unter Umgehung der bestehenden Schutzmaßnahmen versuchen sie, bösartige Apps hochzuladen. „In aller Regel gelingt es Google rasch, solche Apps aus dem Verkehr zu ziehen“, so Krämer. Indes lernten die Kriminellen aber hinzu. „Es scheint, dass es ihnen zunehmend gelingt, ihre Strategien und Taktiken anzupassen.“
Wie die Forscher von Bitdefender in ihrem Beitrag feststellen, genügt es deshalb längst nicht mehr, sich allein auf denjenigen Schutz zu verlassen, der Anwendern standardmäßig auf „Android“-Geräten und im „Google Play Store“ zur Verfügung steht. Endverbraucher und Unternehmen müssten somit mehr tun. „Phishing- und Spear Phishing-Kampagnen werden immer breiter gestreut, sind immer häufiger auch Teil von Malware-Kampagnen. Das Risiko, Opfer eines solchen Angriffs zu werden, es steigt und steigt.“
Nicht die App ist per se das Problem – sondern der „Faktor Mensch“
Hiergegen mit einfachen Anti-Phishing- und Anti-Social-Engineering-Schulungen und -Trainings vorzugehen, falle zunehmend schwer. „Immer häufiger gelingt es den Angreifern, die Strategien und Taktiken der Verteidiger zu durchschauen. Sie passen ihre Kampagnen an Standard-Schulungen und -Trainings an. Unternehmen müssen deshalb mehr tun.“
Sie müssten strukturierter, umfassender, kontinuierlicher vorgehen und die „Human Risks“, also die Risiken, denen ihre Unternehmens-IT naturgemäß jeden Tag durch die eigenen Mitarbeiter ausgesetzt ist, umfassend und kontinuierlich in den Blick nehmen und systematisch zu managen beginnen. „Menschliche Risiken müssen, genau wie die technischen ja auch, kontinuierlich überwacht, analysiert und ausgewertet, gemanagt und auf das absolute Minimum zurückgefahren werden“, betont Krämer.
Aktueller App-Vorfall gemahnt daran, Mitarbeiter zur besten Verteidigung gegen Cyber-Bedrohungen zu motivieren
„Phishing-Trainings, -Schulungen und -Tests lassen sich, KI sei Dank, mittlerweile personalisieren, zugeschnitten auf die individuellen Schwachstellen jedes einzelnen Mitarbeiters, und automatisiert – eben kontinuierlich – zum Einsatz bringen.“
Moderne Anti-Phishing-E-Mail-Lösungen kombinierten KI mit „Crowdsourcing“, um so selbst neueste Zero-Day-Bedrohungen frühzeitig aufspüren und rechtzeitig abwehren zu können – „so dass sie gar nicht erst in die Posteingänge der Mitarbeiter gelangen“. Mit solchen und ähnlichen Lösungen werde es Unternehmen gelingen, ihre Mitarbeiter zu ihrer besten Verteidigung gegen Cyber-Bedrohungen zu machen und ihre „Human Risks“ zu reduzieren.
Weitere Informationen zum Thema:
Bitdefender, Alecsandru Cătălin Daj & Adina Mateescu & Albert Endre-Laszlo & Alex Baciu & Elena Flondor, 18.03.2025
Hundreds of Malicious Google Play-Hosted Apps Bypassed Android 13 Security With Ease
KnowBe4, 2023
The Future of Phishing Defense: AI Meets Crowdsourcing
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