Aktuelles, Branche - geschrieben von cp am Samstag, April 20, 2019 17:22 - noch keine Kommentare
eco Verband: Onlinesuche zukünftig von Smarten Assistenten geprägt
25 Jahre Suchmaschinen: Am 20. April 1994 startete mit dem WebCrawler die erste Volltextsuche / Sieben Expertenstimmen zu Suchtechnologien der Zukunft veröffentlicht
[datensicherheit.de, 20.04.2019] Vor 25 Jahren, am 20. April 1994, startete mit dem WebCrawler die erste Volltextsuche im Internet. Heute nutzen fast alle Internetnutzer (91 Prozent) Suchmaschinen, um Informationen zu Waren und Dienstleistungen zu erhalten. [1] Klassische Suchmaschinenanbieter sorgen im World Wide Web für Orientierung und werden als Mittler zwischen Inhalte-Anbietern und -Nutzern wahrgenommen. Neue technologische Entwicklungen befördern aktuell zukunftsweisende Innovationen in diesem Segment: „Künstliche Intelligenz und gesprochene Suchanfragen revolutionieren zurzeit die Onlinesuchen“, sagt Alexander Rabe, Geschäftsführer des eco – Verbands der Internetwirtschaft e. V. und begrüßt die Unterstützung durch die smarten Assistenten. „Machine Learning führt dazu, dass die Suchen immer besser werden und so Nutzer immer zuverlässiger das Ergebnis erhalten, das für sie die höchste Relevanz hat“, so Rabe weiter.
Suchen Sie noch oder lassen Sie suchen?
Seit 1995 Altavista und 1997 Google online gingen, ist Nutzern die Bedienung von Suchmaschinen in Fleisch und Blut übergegangen. Die vergangenen zwei Jahrzehnte waren davon geprägt, dass Nutzer Suchanfragen selbst durchführen, während die Ergebnisse immer stärker kommerzialisiert wurden. Bis zur Hälfte der Ergebnisse auf der klickstarken ersten Seite sind heute Anzeigen, deren Klickrate insbesondere auf mobilen Geräten zu Lasten der organischen Suchergebnisse steigt.
Doch die Zeit, in der wir selbst die Suchmaschine bedienen, scheint zu Ende zu gehen. Das Marktforschungsunternehmen Comscore prognostiziert, dass schon nächstes Jahr jede zweite Suchanfrage per Sprachbefehl erfolgen wird. [2] Sprache wird dabei nur eine Möglichkeit sein, Ergebnisse zu erhalten. Da alle smarten Assistenten eine Displayvariante erhalten, werden Suchergebnisse immer stärker als Video ausgegeben. KI hilft dann dabei, Video-Inhalte zu erkennen, die passende entsprechende Stelle im Video zu identifizieren und in der Suche korrekt anzuzeigen.
Sieben Experten-Statements zur Zukunft der Online-Suche
Alexander Rabe, Geschäftsführer eco – Verband der Internetwirtschaft e. V.
„Künstliche Intelligenz und Suchanfragen mittels gesprochener Sprache revolutionieren zurzeit die Onlinesuchen. Machine Learning führt dazu, dass die Suchen immer besser werden und so Nutzer immer zuverlässiger das Ergebnis erhalten, das für sie die höchste Relevanz hat.“
Christian Vollmert, Geschäftsführer luna-park GmbH
„Insbesondere die Suche nach ‚in der Nähe von‘ verzeichnet einen starken Anstieg. Das wird sich durch Sprachsuchen noch verstärken. Für lokale Ökonomien liegt darin eine neue Chance. Die Customer-Journey unter Berücksichtigung von KI & Co. sollte in den Mittelpunkt gestellt werden.“
Patrick Hünemohr, Geschäftsführer der Greven Medien GmbH & Co. KG
„Es gibt eine Kommerzialisierung der Suchen: Bis zur Hälfte der klickstarken ersten Ergebnisse sind heute Anzeigen, deren Klickrate insbesondere bei Mobile zu Lasten von organischen Suchergebnissen steigt. Der Trend zu Sprachergebnissen bei der Suche könnte möglicherweise schon bald wieder überholt sein. Da alle Assistenten eine Displayvariante erhalten werden, ist damit zu rechnen, dass auch die Suchergebnisse bald als Video ausgegeben werden.“
Kilian Kost, Rechtsanwalt und Partner der Kanzlei Wilder Beuger Solmecke
„Bestellvorgänge bei reinen Sprachassistenten entsprechen nicht den aktuellen verbraucherrechtlichen Anforderungen. Verträge können faktisch nicht wirksam abgeschlossen werden. Für den Verkäufer besonders unangenehm: es könnten sogar Unterlassungsansprüche der Mitbewerber entstehen.“
Benjamin Kirsche, Lead Digital Marketing & Analytics bei denkwerk GmbH
„Künstliche Intelligenz (KI) und Machine Learning werden die Bildung von Keyword-Clustern automatisieren. Dem Menschen bleibt die Aufgabe, die richtigen Keywords im Kontext der Suche auszuwählen, so dass nicht immer nur der gleiche Content auf der ersten SERP (Search Engine Result Pages) gezeigt wird.“
Dr. Lutz Keppeler, Fachanwalt für IT-Recht und Partner bei Heuking Kühn Lüer Wojtek
„Bei Suchen per Sprache stellt der Datenschutz Hürden auf, beispielsweise ist es problematisch, das Gesprochene in die USA zu übertragen. Das gesprochene Wort ist in Sachen Datenschutz noch sensibler als das geschriebene Wort, auch wenn es nur gegenüber digitalen Sprachassistenten gesprochen wird.“
Prof. Dr. Dieter Frey, Fachanwalt für Urheber- und Medienrecht
„Die Tatsache, dass Sprachassistenten nur eine Antwort auf eine Suche geben, ist zurzeit kein Fall für die Medienregulierung in Deutschland, da heute noch mehrere Sprachassistenten im Wettbewerb zueinander stehen.“
[1] Statistisches Bundesamt (Destatis) Pressemitteilung Nr. 067 vom 26. Februar 2019, Zahlen bezogen aufs 1. Quartal 2018
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 28.02.2019
WebEngine: Stärkung der Datensouveränität
datensicherheit.de, 14.05.2014
Digitales Vergessen – EuGH-Urteil macht Suchmaschinen zur Zensurinstanz
datensicherheit.de, 22.09.2012
ULD: Persönlichkeitsschutz bei Suchmaschinen ist heute schon möglich
Aktuelles, Experten, Studien - Apr. 1, 2025 13:23 - noch keine Kommentare
14. Deutscher Seniorentag 2025: DsiN-Forderung nach Stärkung Digitaler Teilhabe
weitere Beiträge in Experten
- Nur 1 von 10 Unternehmen wähnt sich in KI-Fragen als Vorreiter
- Dringender Branchenappell zum Glasfaser- und Mobilfunkausbau an Digitalministerkonferenz
- Wahrung der Grundrechte im Fokus: 109. DSK beschließt Forderungen an künftige Bundesregierung
- BGH-Urteil zu Meta-Datenschutzverstoß: Verbraucherzentrale Bundesverband gewinnt Verfahren
- World Backup Day 2025: Regelmäßige Datensicherung laut BSI unverzichtbar
Aktuelles, Branche, Studien - Apr. 1, 2025 13:39 - noch keine Kommentare
Nur 4 Länder verbesserten sich 2024: Europas Datenschutz weiter im Krisenmodus
weitere Beiträge in Branche
- Cyberresilienz: Empfehlungen für die Entscheiderebene
- PCI DSS 4.0: Datensicherheit stärken mit Phishing-resistenter MFA
- World Backup Day 2025 als Anlass für Überlegungen zu einer resilienten Datenschutzstrategie
- ICS/OT Cybersecurity Budget Report 2025: Über 50 Prozent der Befragten fühlen sich bedroht
- Threat to water supply from cyber attacks still underestimated
Branche, Umfragen - Dez. 21, 2020 21:46 - noch keine Kommentare
Threat Hunting: Bedeutung und Wertschätzung steigt
weitere Beiträge in Service
- Umfrage: 71 Prozent der IT-Entscheidungsträger besorgt über Mehrfachnutzung von Passwörtern
- Fast die Hälfte der Unternehmen ohne geeignete Sicherheitsrichtlinien für Remote-Arbeit
- Umfrage: Bedeutung der Konsolidierung von IT-Sicherheitslösungen
- TeleTrusT-Umfrage: „IT-Sicherheit im Home Office“
- Cybersicherheit: SANS-Studie zu Frauen in Führungspositionen
Kommentieren