Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Donnerstag, April 3, 2025 13:27 - noch keine Kommentare
Digitale Souveränität Europas: IT-Sicherheit „Made in EU“ als Basis
ESET plädiert für eigenständige europäische Cyber-Sicherheitsstrategie
[datensicherheit.de, 03.04.2025] Die geopolitischen Herausforderungen der letzten Jahre zeigen laut ESET: „Europa muss unabhängiger werden – auch in der IT-Sicherheit!“ Es wird davor gewarnt, sich auf Anbieter außerhalb der EU zu verlassen – ESET richtet daher an Unternehmen sowie Behörden die Forderung, sich bewusst für europäische Lösungen zu entscheiden.

Abbildung: ESET
IT-Sicherheitslösungen: Europäische Hersteller spielen inzwischen eine Schlüsselrolle
44 Prozent der deutschen Unternehmen setzen bereits auf IT-Sicherheitslösungen aus der EU
Die Fakten sprechen demnach eine klare Sprache: Laut aktuellen Analysen gehört Europa zu den am stärksten von Cyber-Angriffen betroffene Regionen weltweit. „Allein in Deutschland waren 81 Prozent der Unternehmen von digitaler Kriminalität in verschiedensten Formen betroffen. Gleichzeitig wird deutlich, dass Cyber-Sicherheit nicht nur ein technisches, sondern auch ein geopolitisches Thema ist.“ Die Frage sei daher nicht, ob Unternehmen eine solche Lösung benötigten, sondern welche.
„In Zeiten politischer Unsicherheiten darf es keine Zweifel an der Verlässlichkeit von IT-Sicherheitslösungen geben“, unterstreicht Thorsten Urbanski, Leiter der TeleTrust Initiative „IT Security made in EU“ und „Director of Marketing DACH“ bei ESET. Er führt erläuternd aus: „Nur wer auf europäische Anbieter setzt, kann sichergehen, dass Cyber-Sicherheit nicht von geopolitischen Spannungen oder externen Interessen beeinflusst wird. Denn: Im Vergleich zu anderen Bereichen ist Europa im Bereich Cyber-Abwehr und IT-Sicherheit technologisch gut aufgestellt. Bisher mangelte es aber nicht selten am Bewusstsein auf Seiten der Einkäufer.“
Ein Umdenken auf Unternehmensseite hat indes nach Einschätzung von ESET bereits begonnen: „Ganze 44 Prozent der deutschen Unternehmen setzen demnach auf IT-Sicherheitslösungen aus der EU. Zu diesem Ergebnis kommt eine von ESET durch Yougov durchgeführte repräsentative Umfrage. Die gesamten Ergebnisse werden in Kürze veröffentlicht.“
Zeichen stehen auf Wechsel: In Zukunft werden Unternehmen vermehrt IT-Sicherheitslösungen aus Europa beziehen
Die EU habe erkannt, dass Sicherheit nicht nur auf dem physischen, sondern zukünftig auch auf dem „digitalen Schlachtfeld“ gewährleistet werden müsse. Die EU investiere bis zu 800 Milliarden Euro in die Verteidigung – einschließlich der Cyber-Sicherheitsinfrastruktur. Denn Hacker-Angriffe auf Kritische Infrastrukturen (KRITIS) könnten verheerende Auswirkungen haben und die Nationale Sicherheit ebenso bedrohen wie konventionelle Angriffe, beispielsweise weitläufige Blackouts.
Europäische Hersteller wie z.B. ESET spielten hierbei eine Schlüsselrolle: „IT-Sicherheitslösungen ‚Made in EU‘ stehen für Datenschutz, Transparenz, Rechtsstaatlichkeit“, betont Urbanski. Ihre Kunden könnten sich darauf verlassen, dass es in ihren Lösungen keine „versteckten Hintertüren“ oder sogar „Kill-Switches“ für staatliche Akteure gebe.
„Alle Zeichen stehen auf Wechsel: In Zukunft werden europäische und deutsche Unternehmen vermehrt auf IT-Sicherheitslösungen aus Europa setzen. Sie entsprechen damit nicht nur der hiesigen strengen Gesetzeslage, sondern stärken mit ihren Entscheidungen den Standort Europa.“ Für Distributoren, Systemhäuser und Reseller bedeutet dies laut ESET: Der Markt wird sich hin zu mehr europäischen Produkten und Dienstleistungen entwickeln – der Bedarf nach starken Sicherheitslösungen ist da und das nicht erst seit den aktuellen Ereignissen.
IT-Reseller sollten ihr Portfolio mit starken Anbietern aus der EU ergänzen
Die IT-Sicherheit sei ein Wachstumsmarkt – insbesondere in global herausfordernden Zeiten. IT-Reseller sollten daher ihr Portfolio mit starken Anbietern aus der EU ergänzen. Die jüngsten Entwicklungen hätten nämlich gezeigt, dass IT-Sicherheitslösungen nicht nur ein technisches, sondern auch ein strategisches Thema seien. „Die aktuelle Lage sollte ein Weckruf für alle Unternehmen sein, sich unabhängiger aufzustellen!“
Mit einer europäischen IT-Sicherheitslösung setzten Unternehmen auf starken Schutz und umgingen gleichzeitig viele Gefahren. „Versteckte Hintertüren“, „Kill Switches“ und bewusst offengelassene Sicherheitslücken stellten eine große Gefahr für die Integrität von Netzwerken dar.
Urbanskis Fazit: „Es gibt keinen Grund mehr, auf außereuropäische IT-Sicherheitslösungen zu setzen: Europäische Unternehmen müssen ihre Digitale Souveränität stärken und sich für eine sichere, unabhängige Zukunft entscheiden!“
Weitere Informationen zum Thema:
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