Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Donnerstag, Juni 28, 2012 13:38 - noch keine Kommentare
Digitale Informationen verursachen laut Symantec-Report jährlich bei Unternehmen Kosten von insgesamt 877 Milliarden Euro weltweit
Rascher Anstieg des Informationsvolumens als größte Herausforderung für Organisationen
[datensicherheit.de, 28.06.2012] Auf 877 Milliarden Euro belaufe sich der Preis, den Unternehmen weltweit jährlich gemeinsam für ihre digitalen Informationen zu erbringen hätten, so ein Ergebnis der aktuellen „State of Information“-Umfrage von Symantec.
Unternehmen häuften demnach einen enormen 2,2 Zettabyte großen Datenberg an, der sich aus vertraulichen Kundeninformationen, geistigem Eigentum bis hin zu Einzelheiten über finanzielle Transaktionen zusammensetzt. Nicht nur diese Masse an Informationen ist beachtlich, sondern ebenso ihre wirtschaftliche Bedeutung. So zeigt die Studie, dass digitale Informationen in Deutschland zu 40 Prozent den Wert eines Unternehmens ausmachten, weltweit seien es sogar 49 Prozent.
Ein durchdachtes Informationsmanagement ist heute wichtiger denn je, aber für Unternehmen eben auch mit Kosten verbunden. So zeigt die Studie, dass die Umfrageteilnehmer dafür durchschnittlich 30 Millionen Euro jährlich investierten, während kleine und mittelständische Unternehmen (KMU) mit rund 262.000 Euro rechneten. Allerdings seien die durchschnittlichen Kosten für einen KMU-Angestellten mit 2.900 Euro höher als bei Großunternehmen mit rund 2.600 Euro.
In US-Dollar (USD) gerechnet summierten sich die Ausgaben auf 1,1 Billionen USD, aufgesplittet auf die unterschiedlichen Disziplinen ergebe sich folgendes Bild – um den Zugriff auf die Daten zu ermöglichen, würden 117 Milliarden USD ausgegeben, für Compliance 295 Milliarden, für die Speichersysteme 309 Milliarden und für die Sicherheit der Informationen 324 Milliarden USD pro Jahr.
Der Verlust von Informationen hat auf verschiedenen Ebenen oft schwerwiegende Konsequenzen. Eines der befragten Unternehmen gab sogar an, dass verlorene oder gestohlene Daten die wirtschaftliche Entwicklung der Firma um mehrere Jahre zurückwerfen würde. Besonders in Deutschland betonten die Teilnehmer, dass ein Datenverlust bereits schwere Folgen für sie gehabt hätte – 57 Prozent hätten dadurch Kunden verloren (gegenüber 49 Prozent der Befragten weltweit), 48 Prozent beklagten einen Imageverlust und die Schädigung ihres Markenwerts und auch der Umsatz habe sich in Deutschland bei fast der Hälfte der Befragten (47 Prozent) verringert. Ein Datenausfall sei dabei die deutschen Firmen am teuersten zu stehen gekommen – die Ausgaben erhöhten sich um 43 Prozent, im Vergleich zu 39 Prozent weltweit.
Der Wert von Informationen wird mehr und mehr erkannt – dennoch schützen viele Unternehmen ihr geistiges Gut immer noch unzureichend. Deutschland schneide dabei verglichen mit den Ergebnissen weltweit und im Raum Europa-Naher Osten-Afrika (EMEA) zwar deutlich besser ab, trotzdem gebe es noch reichlich Verbesserungspotenzial. Fast die Hälfte der befragten deutschen Unternehmen (48 Prozent) hätten 2011 Daten verloren – weltweit seien es sogar 69 Prozent gewesen. Die Gründe dafür seien vielfältig und reichten von menschlichem Versagen und Geräteausfall über Sicherheitslücken bis hin zu vergessenen oder gestohlenen Geräten. Zudem hätten in Deutschland 43 Prozent vertrauliche Daten auch außerhalb des Unternehmens gespeichert (weltweit sogar 69 Prozent). Bei insgesamt 18 Prozent der deutschen Umfrageteilnehmer hätten sich daraus auch Verstöße gegen Compliance-Richtlinien ergeben (weltweit bei 31 Prozent).
Redundante Daten stellten eine weitere, nicht zu unterschätzende Herausforderung für IT-Verantwortliche dar. Bei 41 Prozent der befragten Unternehmen in Deutschland seien identische Daten mehrfach von Mitarbeitern an verschiedenen Orten gespeichert. Diese Datenflut zeigt auch Auswirkungen auf die Speicherausnutzung. Nur 31 Prozent der Daten befänden sich in Deutschland sowie auch weltweit innerhalb der Firewall, 13 Prozent seien außerhalb zu finden (weltweit 18 Prozent).
Als Reaktion auf das Datenwachstum investierten Unternehmen viel Geld in die Speicherung und den Schutz von Informationen – mehr, als eigentlich nötig wäre, so Symantec. Weltweit seien sich 30 Prozent der befragten Firmen einig, dass der rasche Anstieg des Informationsvolumens die größte Herausforderung für Organisationen sei. Für einen Großteil dieser Daten gelte, dass es schwierig sei darauf zuzugreifen – sie existierten mehrfach im Unternehmen an verschiedenen Speicherorten und seien unzureichend verwaltet.
Weitere Informationen zum Thema:
Symantec, 28.06.2012
Symantec-Report: Digitale Informationen verursachen bei Unternehmen weltweit Kosten von insgesamt 877 Milliarden Euro jährlich
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