Aktuelles, Branche - geschrieben von dp am Montag, Februar 14, 2022 14:51 - noch keine Kommentare
Deutsche Ölverteilungsinfrastruktur im Visier: Angriffe auf Kritis dürfen nicht zur Gewohnheit werden
Kritis-Unternehmen sollten an allen digitalen Fronten für Sicherheit zu sorgen
[datensicherheit.de, 14.02.2022] Zum unlängst erfolgten Hacker-Angriff auf das weltweit größte unabhängige Tanklogistikunternehmen Oiltanking hat sich auch Julian Totzek-Hallhuber, Solutions Architect bei Veracode, Gedanken zum Thema Cyber-Sicherheit gemacht. Er geht in seiner aktuellen Stellungnahme darauf ein, wie wichtig es für Kritis-Unternehmen sein sollte, an allen digitalen Fronten für Sicherheit zu sorgen, und erklärt nach eigenen Angaben, warum die Zusammenarbeit mit Software-Entwicklern und Sicherheitsteams in dieser Hinsicht unerlässlich ist. Ende Januar 2022 hatten der Tanklogistiker Oiltanking sowie der Mineralölhändler Mabanaft, beide Tochterunternehmen des Hamburger Konzerns Marquard & Bahls, gemeldet, Opfer eines Cyber-Angriffs geworden zu sein – nach ersten Einschätzungen vermutlich eine Ransomware-Attacke. Dieser Angriff auf das weltweit größte unabhängige Tanklogistikunternehmen hatte demnach zur Folge, dass es seine Be- und Entladesysteme vollständig außer Betrieb nehmen musste. Unter den betroffenen Abnehmern, die keinen Kraftstoff mehr erhielten, sollen sich zahlreiche mittelständische Tankstellen, aber auch Großkonzerne wie Shell, befunden haben.

Foto: Veracode
Julian Totzek-Hallhuber: Im Einsatz befindliche Software sollte auf einem Security-by-Design-Ansatz aufbauen!
Nun auch Cybercrime-Kampagnen gegen Kritis in Deutschland
„Die Cyber-Attacke auf Oiltanking erinnert stark an jene auf das U.S. Pipelineunternehmen Colonial Pipeline im Mai letzten Jahres“, so Totzek-Hallhuber. Dabei sei es der ,DarkSide‘-Gruppe gelungen, ein altes Mitarbeiter-Account zu kapern und Ransomware in das IT-System zu schleusen. Colonial habe daraufhin den Pipeline-Betrieb eingestellt, was 45 Prozent der Kraftstoffversorgung an der US-Ostküste für mehrere Tage lahmgelegt habe.
Totzek-Hallhuber warnt: „Nun haben solche Cybercrime-Kampagnen auch Versorgungsunternehmen in Deutschland erreicht, doch im Gegensatz zu Colonial Pipeline kam es aus einem Grund nicht zu einem Totalausfall und Chaos unter Verbrauchern: Die Kraftstoffversorgung konnte über 26 unabhängige Tanklagerunternehmen mit mehr als 100 Standorten in Deutschland schlichtweg umverteilt werden. Dennoch sollten wir alles in unserer Macht Stehende tun, um zu verhindern, dass diese Angriffe zur Gewohnheit werden.“
Kritis-Schwachstellen schnell identifizieren und beheben, bevor Angreifer sie ausnutzen können!
So habe es zum Angriff kommen können: „Oiltanking betreibt und überwacht seine Tanklager digital und vollautomatisiert. Was einerseits ein Segen ist hinsichtlich effizienterer Prozesse, ist gleichzeitig ein Fluch. Sind diese Systeme nicht ausreichend geschützt, ist es für Cyber-Kriminelle ein leichtes Spiel, sich Zugang zu IT-Systemen zu verschaffen.“ Ziel von Kritis-Unternehmen sollte es sein, an allen digitalen Fronten für Sicherheit zu sorgen und sicherzustellen, dass die sich im Einsatz befindliche Software auf einem Security-by-Design-Ansatz aufbaut.
„Chief Information Officers“ müssten insbesondere der Anwendungssicherheit eine höhere Bedeutung zukommen lassen. Hierfür gelte es, eng mit Software-Entwicklern und Sicherheitsteams zusammenzuarbeiten und regelmäßige Scans von Codes und Anwendungen durchzuführen. Totzek-Hallhuber betont abschließend: „Dadurch lassen sich Schwachstellen schnell identifizieren und beheben, bevor Angreifer sie ausnutzen können. Schließlich etablieren wir in so vielen Bereichen hohe Sicherheitsstandards – warum dann nicht auch, wenn es um Cyber-Kriminalität geht?“
Weitere Informationen zum Thema:
datensicherheit.de, 02.02.2022
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