Branche – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Wed, 05 Aug 2026 11:49:01 +0000 de hourly 1 ElringKlinger modernisiert Identity- und Access-Management mit Omada Identity https://www.datensicherheit.de/identity-access-management-modernisierung https://www.datensicherheit.de/identity-access-management-modernisierung#respond Wed, 05 Aug 2026 11:49:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56088 ElringKlinger hat Omada Identity mit der Modernisierung seines unternehmensweiten Identity- und Access-Managements (IAM) beauftragt. Ziel ist der Aufbau einer skalierbaren Identity-Governance-Plattform, die globale Geschäftsprozesse unterstützt, Berechtigungen standardisiert und die Anforderungen an Compliance sowie eine zunehmend digitalisierte IT-Landschaft erfüllt.

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Zur Modernisierung des unternehmensweiten Identity- und Access-Managements (IAM) hat sich ElringKlinger für Omada Identity entschieden. Ziel ist der Aufbau einer zukunftsfähigen Identity-Governance-Plattform, die den steigenden Anforderungen einer globalen und zunehmend komplexen IT-Landschaft gerecht wird.

Als international tätiger Automobilzulieferer entwickelt und produziert ElringKlinger Lösungen für unterschiedliche Antriebstechnologien sowie Komponenten für die Elektromobilität. Die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur bildet dabei eine wesentliche Grundlage für standardisierte Geschäftsprozesse, Skalierbarkeit und Compliance.

IAM-Modernisierung im SAP-Umfeld

Im Rahmen der Evaluierung einer neuen IAM-Plattform standen insbesondere die Ablösung des bestehenden SAP Identity Managements, dessen Support Ende 2027 ausläuft, sowie die Modernisierung des Berechtigungsmanagements im SAP-S/4HANA-Umfeld im Fokus. Gesucht wurde eine Lösung, die eine standardisierte, skalierbare und automatisierte Steuerung von Identitäten und Berechtigungen ermöglicht und gleichzeitig die Anforderungen einer globalen Systemlandschaft unterstützt.

Zu den zentralen Anforderungen zählen der Aufbau eines systemübergreifenden Rollenmodells, die Vereinheitlichung von Berechtigungsstrukturen sowie die Einführung eines durchgängigen Self-Service für Zugriffsanträge. Darüber hinaus sollen sicherheitsrelevante Prozesse – insbesondere regelmäßige Rezertifizierungen von Berechtigungen nach dem Least-Privilege-Prinzip – stärker automatisiert werden, um den manuellen Aufwand zu reduzieren und Transparenz sowie Nachvollziehbarkeit zu erhöhen.

Standardisierung der IAM-Landschaft

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Standardisierung der bestehenden IAM-Landschaft. Individuelle Anpassungen sollen schrittweise durch standardisierte Prozesse und etablierte Best Practices ersetzt werden, um Wartbarkeit, Skalierbarkeit und langfristige Betriebsstabilität zu verbessern.

Die aktuelle IT-Landschaft mit SAP S/4HANA, verbleibenden SAP-ERP-Systemen sowie einer Vielzahl integrierter Geschäftsanwendungen stellt hohe Anforderungen an ein konsistentes und zentral gesteuertes Berechtigungsmanagement. Ziel ist es, Rollen und Berechtigungen systemübergreifend zu verwalten, Zugriffsrisiken transparenter zu machen und Genehmigungs- sowie Bereitstellungsprozesse weiter zu automatisieren.

Mit der Einführung der neuen Plattform will das Unternehmen die Grundlage für ein zukunftsfähiges Identity- und Access-Management sowie ein skalierbares SAP-Berechtigungsmodell schaffen, das die Anforderungen an Governance, Compliance und effiziente Betriebsprozesse langfristig unterstützt.

Jakob H. Kraglund, CEO, Omada

Jakob H. Kraglund, CEO, Omada, Bild: Omada

Jakob H. Kraglund, CEO, Omada, berichtet: „Von Anfang an hat der Kunde großes Vertrauen in unser Team gezeigt. Wir haben dieses Vertrauen gestärkt, indem wir im Evaluierungsprozess schneller als andere Anbieter agierten und schon früh greifbare Ergebnisse lieferten. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit mit dem ElringKlinger-Team weiter auszubauen.“

Praxis-Checkliste: Fünf Fragen zur IAM-Modernisierung

  • Strategie: Unterstützt die IAM-Plattform die langfristige Digitalisierungs- und Geschäftsstrategie des Unternehmens?
  • Standardisierung: Sind Rollen, Berechtigungen und Governance-Prozesse unternehmensweit einheitlich und standardisiert?
  • Automatisierung: Lassen sich Zugriffsanträge, Genehmigungen und Rezertifizierungen weitgehend automatisieren?
  • Compliance: Besteht jederzeit Transparenz über Berechtigungen, Zugriffsrisiken und Audit-Anforderungen?
  • Skalierbarkeit: Ist die IAM-Lösung zukunftsfähig und in der Lage, hybride IT-Landschaften sowie neue Anwendungen flexibel zu unterstützen?

Weitere Informationen zum Thema:

Omada
ElringKlinger entscheidet sich für Omada Identity zur Unterstützung einer zukunftsfähigen Strategie für Identitäts- und Zugriffsmanagement ausgewählt

datensicherheit.de, 02.06.2019
One Identity-Umfrage: IAM-Praktiken schwierig umzusetzen

 

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EU AI Act: Aktuelle KI-Vorfälle unterstreichen Notwendigkeit der Regeln https://www.datensicherheit.de/eu-ai-act-ki-vorfaelle-notwendigkeit-regeln Tue, 04 Aug 2026 22:45:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56025 Reglementierungen kommen wohl genau zur richtigen Zeit – wie die jüngsten Vorfälle um den KI-Chatbot „Claude“ und „Hugging Face“ zeigen

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Mark Molyneux, „Field CTO“ bei Commvault, hat den 2. August 2026 als Anlass für eine aktuelle Stellungnahme genommen, denn Teile der verbleibenden Elemente des „EU AI Act“ – der ersten KI-Regulierung der EU – sind anwendbar geworden und sollen fortan beim KI-Einsatz für „mehr Disziplin und Sicherheit“ sorgen. Diese Reglementierungen kommen demnach wohl zur richtigen Zeit, wie die jüngsten Vorfälle um den KI-Chatbot „Claude“ und „Hugging Face“ zeigen. KI reiße Sicherheitslücken und könne Daten kompromittieren. „Was bedeuten die neuen Regeln für Unternehmen, und wie können sie sich vorbereiten? Acht Jahre nach Einführung der DSGVO und angesichts neu hinzugekommener Regularien zur Cyberresilienz wie NIS-2 oder DORA stehen Datensicherung und damit Datenschutz erneut vor neuen Anforderungen.“ KI-Modelle wie Anthropics „Mythos“ werden laut Molyneux’ Warnung zu einem „drastischen Anstieg von Datenschutzvorfällen“ führen.

commvault-mark-molyneux

Foto: Commvault

Mark Molyneux: Vertrauen in KI darf niemals als selbstverständlich vorausgesetzt werden!

KI handelt nicht böswillig, sondern folgt „Reward Hacking“-Motivation

„Typische ,Kinderkrankheiten’ einer jungen Technologie oder grundlegende Sicherheitsrisiken, die auch künftig schwer einzudämmen bleiben?“ Die jüngsten Ereignisse sprechen laut Molyneux für Letzteres.

  • „Getestete KI-Systeme überraschten ihre Entwickler: OpenAI kompromittierte ,Hugging Face’ und mindestens vier weitere Dienste. Die KI handelte nicht böswillig, sondern verließ für ein ,Reward Hacking’ (Belohnungsmanipulation) seinen vorgesehenen Wirkungsbereich und konnte durch das Kompromittieren externer Systeme sein – durchgehend unverändertes – Ziel erreichen.“

Nun habe auch Anthropic zugeben, dass seine Künstliche Intelligenz (KI) in Testläufen ungeplant in Computersysteme von drei Unternehmen eingedrungen sei.

KI – neu, faszinierend und offensichtlich schwer beherrschbar

In einem anderen Vorfall hätten KI-Funktionen neue Wege gefunden oder mit etablierten externen Diensten interagiert, wie dem „Google“-Index im Fall des „Claude“-Chatbots. Nutzer hätten diese Chats zuvor zur Freigabe aktiviert. Dadurch seien ihre Prompts von Suchmaschinen wie „Google“ indexiert und damit öffentlich zugänglich geworden.

  • „Hunderte von Nutzern machten ihre Unterhaltungen mit einer Funktion des KI-Chatbots ,Claude’ im Internet öffentlich zugänglich, ohne dies zu wissen – ein Verstoß gegen den Datenschutz“, so Molyneux.

KI sei neu, faszinierend und offensichtlich schwer beherrschbar. Selbst in kontrollierten Testszenarien hätten die Modelle einen Weg aus der isolierten Umgebung gefunden. „Dabei handeln autonome KI-Systeme zielorientiert und tun dies häufig auf eine Weise, die von ihren Entwicklern weder bedacht noch beabsichtigt war.“

Notwendige KI-Regeln für mehr Disziplin und eine fundierte Risikoanalyse

„Es wirkt fast ironisch, dass im Juli so viele Vorfälle auftraten. Denn am zweiten August werden ein guter Teil der verbleibenden Elemente des EU AI Act durchsetzbar und vervollständigen den risikobasierten Regulierungsrahmen für KI-Systeme.“

  • Die Verordnung lege Regeln für Entwickler und Anwender von Hochrisiko-KI-Systemen fest. Sie umfasse unter anderem Risikomanagement, „Data Governance“, technische Dokumentation, Aufzeichnungspflichten, Transparenz, menschliche Aufsicht, Genauigkeit, Resilienz, Cybersicherheit und Meldepflichten schwerwiegender Vorfälle: „Für eine vertrauenswürdige, nutzerzentrierte KI in Europa, welche die Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte der EU-Bürger nicht gefährdet.“

Unternehmen mit eigenen KI-Projekten oder solche, die externe KI-Dienste nutzen, sollten spätestens jetzt prüfen, inwieweit KI-Regeln ihre IT-Governance-Sicht betreffen. Für IT-Entscheider und CISOs sei die Aufgabe klar: Sie müssten ihr Sicherheitsmodell mit demselben Tempo weiterentwickeln, welches den Einsatz der KI diktiert. Das neue Gesetz zeitige auch für solche Unternehmen Folgen, welche der „EU AI Act“ nur am Rande betreffe.

Mark Molyneux’ Empfehlungen zur Einhegung von KI-Risiken:

  • „Recovery“ für Daten und Infrastrukturen
    Wer sich auf KI-Governance vorbereitet, benötige vertrauenswürdige Daten und eine widerstandsfähige KI-Infrastruktur. Nur in einer wiederherstellbaren IT ließen sich Nachweise über Betriebsabläufe vorhalten und pflegen. Ebenso wichtig sei die Kompetenz, auf potenzielle Cybervorfälle – einschließlich KI-gestützter Angriffe – zu reagieren, welche auf KI-Systeme und deren Datenintegrität abzielen.
  • Identitätssicherheit
    Jeder KI-Agent sei wie eine „privilegierte digitale Identität“ zu behandeln. Die Resilienzbeauftragten sollten ihm nur die unbedingt erforderlichen Zugriffsrechte geben und ihn kontinuierlich auf ungewöhnliches Verhalten überwachen.
  • Ständige Checks
    Unternehmen sollten permanent die Zugriffsrechte eines KI-Agenten überprüfen, anstatt sich auf Annahmen zu verlassen. „Sicherheitsrisiken entstehen oft genau aus der Diskrepanz zwischen den absichtlich bewilligten und den tatsächlich vorhandenen Privilegien“, gibt Molyneux zu bedenken.
  • Eindämmung des unvermeidbaren Ernstfalls
    Prävention verhindere nicht den Sicherheitsvorfall: „Die Aufgabe ist das Eindämmen des Unvermeidbaren!“ Daran müssten sich alle beteiligen, denn KI verwische die Grenzen zwischen Sicherheit, Identitätsmanagement und Wiederherstellung. Dennoch behandelten viele Organisationen diese Bereiche weiterhin als Einzeldisziplinen. „Das ist kein tragfähiges Fundament mehr!“ Unternehmen benötigten ein Modell für operative Resilienz, welches die zuständigen Teams zusammenbringe, um Anomalien schnell zu erkennen, betroffene Systeme zu isolieren und saubere, vertrauenswürdige Daten wiederherzustellen – „bevor sich eine Störung weiter ausbreitet“.
  • Transparenz für den Nutzer
    Anwender müssten klar erkennen können, dass sie mit einem KI-Agenten oder Chatbot interagieren. „Ihnen muss ersichtlich sein, dass emotionale oder biometrische Analysen zum Einsatz kommen, sowie ob generierte Informationen künstlich erzeugt oder ein ,Fake’ sind – insbesondere bei der nachträglichen Manipulation von Bildern ohne das OK der betroffenen Personen.“

Molyneux’ Fazit: „Die aktuellen Vorfälle sollten Unternehmen nicht vom KI-Einsatz abhalten. Sie müssen jedoch die Annahme oder vielmehr den Wunsch und die Hoffnung aufgeben, dass autonome Systeme stets wie vorgesehen funktionieren. Vertrauen in KI darf niemals als selbstverständlich vorausgesetzt werden! Kontrolle und Resilienz durch eine gewährleistete ,Recovery‘ sind notwendig. Denn auch die besten Sicherheitsmaßnahmen werden Angreifer und die KI-Agenten der Gegenseite irgendwann umgehen.“

Weitere Informationen zum Thema:

Commvault
What Commvault Does for Our Customers / Commvault Cloud delivers unified resilience at enterprise scale — bringing together data security, identity resilience, and cyber recovery into one simple, powerful, cloud-native platform.

Linkedin
Mark Molyneux

zdfheute, 31.07.2026
KI-Hacker-Attacke:Nach OpenAI: Auch Anthropic griff echte Firmen an / Erst hackte ein KI-Modell von OpenAI fremde Computersysteme. Jetzt meldet auch Anthropic „unbefugten Zugriff“ auf Organisationssysteme.

datensicherheit.de, 03.08.2026
„Claude“-Ausbrüche mahnen: KI-Modelle durch „Zero Trust“ einhegen / Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie Menschen

datensicherheit.de, 21.07.2026
Cyberangriff auf Hugging Face: Experten ordnen die neue Dimension von KI-Angriffen ein / Ein aktueller Cyberangriff beherrscht aktuell die Schlagzeilen: Ein autonomer KI-Agent nutzte Schwachstellen in der Datenverarbeitungs-Pipeline von Hugging Face aus. Über manipulierte Datensätze wurde Schadcode eingeschleust, der es dem Agenten ermöglichte, auf Clusterebene zu gelangen und Cloud-Zugangsdaten zu stehlen.

datensicherheit.de, 23.04.2026
Claude Mythos: Anthropic könnte Büchse der Pandora geöffnet haben​ / Über einen Mangel an Publicity kann sich Anthropic-Chef Dario Amodei dieser Tage sicher nicht beschweren, kommentiert Jochen Koehler

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Kompromittierte Nutzerkonten – Deutschland weltweit auf Platz 10 https://www.datensicherheit.de/kompromittierung-nutzerkonten-deutschland-welt-platz-10 Tue, 04 Aug 2026 22:32:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56024 Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 hierzulande 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert und weltweit 313,4 Millionen

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Deutschland zählt im ersten Halbjahr 2026 zu den zehn Ländern mit den meisten Datenlecks weltweit.“ So die Erkenntnis aus einer aktuellen Analyse des Cybersecurity-Unternehmens Surfshark. Insgesamt wurden demnach hierzulande in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert – und weltweit 313,4 Millionen. Die USA führten das Ranking mit 90,8 Millionen kompromittierten Nutzerkonten an. Damit entfalle fast jedes dritte weltweit betroffene Konto (29%) auf die USA – es folgten Frankreich, Brasilien, Indien und Großbritannien.

Europa zunehmend im Fokus Cyberkrimineller

Die Analyse zeige außerdem eine bemerkenswerte Entwicklung: „Im zweiten Quartal 2026 hat Europa Nordamerika erstmals bei der Zahl kompromittierter Nutzerkonten überholt. Weltweit entfiel in diesem Zeitraum jedes dritte Datenleck auf Europa.“ Innerhalb der Region stammten 58 Prozent aller kompromittierten Konten allein aus Frankreich.

  • Auch beim sogenannten „Breach Density Score“ – der Zahl kompromittierter Konten pro 1.000 Einwohner – dominierten europäische Länder. Vier der fünf Spitzenplätze belegten Staaten aus Europa: Frankreich habe Rang 1, gefolgt von Polen, Portugal und Litauen. Lediglich die USA durchbrächen diese Reihe mit Platz 3.

„Auch wenn die Zahl der kompromittierten Konten zuletzt leicht zurückgegangen ist, liegt sie weiterhin deutlich über dem Niveau des vergangenen Jahres. Gleichzeitig beobachten wir, dass Angreifer ihren Fokus zunehmend auf leichter angreifbare Ziele verlagern – insbesondere auf Behörden und Einrichtungen des öffentlichen Sektors, deren Cybersicherheitsmaßnahmen häufig nicht ausreichend ausgebaut sind“, berichtet Tomas Stamulis, „Chief Security Officer“ bei Surfshark.

Rückgang der Fallzahlen sollte nicht als Entwarnung gewertet werden

Nach Einschätzung von Stamulis vermittelten sinkende Fallzahlen indes schnell ein trügerisches Gefühl von Sicherheit:

  • „Gestohlene Daten verlieren nicht einfach mit der Zeit an Wert. Informationen aus Datenlecks können noch Jahre später in neuen Betrugsmaschen auftauchen und für Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl oder finanziellen Betrug missbraucht werden.“

Dies gelte auch für heute gestohlene Daten: „Selbst wenn sie zunächst ungenutzt bleiben, können sie noch Jahre später wieder auftauchen.“

Jede E-Mail-Adresse in Deutschland im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen

Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004 seien in Deutschland 645,4 Millionen Nutzerkonten kompromittiert worden – der zweithöchste Wert in Westeuropa. Betroffen gewesen seien insgesamt 178 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen. Damit sei jede E-Mail-Adresse im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen gewesen.

  • Zusammen mit den Nutzerkonten seien außerdem 550,9 Millionen Passwörter offengelegt worden. Dadurch bestehe für rund 85 Prozent der Betroffenen das Risiko von Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl, Erpressung oder weiteren Formen von Cyberkriminalität.

Statistisch gesehen sei jede Person in Deutschland seit 2004 durchschnittlich achtmal von einem Datenleck betroffen gewesen – ebenfalls einer der höchsten Werte in Westeuropa.

Tipps zur Minderung des Risikos für Kompromittierung

Um die eigene Angriffsfläche zu reduzieren, empfiehlt Stamulis:

  • Persönliche Daten grundsätzlich sparsam weitergeben und sensible Informationen dann preisgeben, wenn sie wirklich erforderlich sind!
  • Echte personenbezogene Daten nur bei offiziellen oder gesetzlich notwendigen Vorgängen verwenden!
  • Für alltägliche Registrierungen auf Aliasnamen, separate E-Mail-Adressen oder E-Mail-Aliasse setzen!

„Auch sogenannte Dienste zum Verbergen der E-Mail-Adresse können dazu beitragen, die eigene Identität besser zu schützen“, so Stamulis.

Weitere Informationen zum Thema:

Surfshark
Wir entwickeln die populärsten Sicherheitsprodukte für Menschen in der ganzen Welt / Unser Ziel ist es, Menschen die volle Kontrolle über ihr digitales Leben zu ermöglichen, das Bewusstsein für die sich entwickelnden Online-Bedrohungen zu schärfen, Barrierefreiheit zu fördern und die Zukunft des Internets zu sichern. Wir arbeiten an einer Zukunft, in der das Internet eine offene, integrative und unschätzbare globale Ressource für alle bleibt.

Linkedin
Tomas Stamulis

Surfshark
Country profile Germany – Global rank by breached accounts: 5th

datensicherheit.de, 19.06.2026
Nutzerkonten gefährdet: 24 Milliarden Datensätze einschließlich Benutzernamen und Passwörtern im Internet / Am 12. Juni 2026 hat das Rechercheteam von „Cybernews“ ein Datenleck mit 24 Milliarden Datensätzen entdeckt

datensicherheit.de, 04.02.2026
Benutzerkonten: Pauschaler Passwortwechsel laut BSI keine zeitgemäße Schutzmaßnahme mehr / Wiederkehrende Änderungen des Passworts könnten dazu führen, dass Verbraucher eher vermehrt zu schwachen – etwa leicht vorhersehbaren – Passwörtern neigen

datensicherheit.de, 29.08.2017
Privilegierte Benutzerkonten ins Visier von Hackern / Mehrere Methoden, um an die Zugangsdaten zu gelangen

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Cyberrisiken schneller eindämmen: Qualys erkennt Schwachstellen in Minuten https://www.datensicherheit.de/cyberrisiken-eindaemmung-schwachstellen-2026 https://www.datensicherheit.de/cyberrisiken-eindaemmung-schwachstellen-2026#respond Tue, 04 Aug 2026 13:22:31 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56056 Qualys Enterprise TruRisk Management (ETM) ermöglicht mit einem agentenbasierten Ansatz eine kontinuierliche Bewertung von Cyberrisiken, ohne klassische Scanprozesse. Dabei werden aktuelle Sicherheitshinweise fortlaufend mit Asset-, Risiko- und Bedrohungsdaten aus Qualys- und Drittquellen abgeglichen. So lassen sich neue Schwachstellen schneller erkennen und priorisieren.

[datensicherheit.de, 04.08.2026] Qualys, Anbieter cloudbasierter IT-, Sicherheits- und Compliance-Lösungen, stellt InstaScan vor, eine auf Agent Insta basierende neue Funktion innerhalb von Qualys Enterprise TruRisk Management (ETM). Sie schließt nach eigenen Angaben die Lücke zwischen der Offenlegung und der Erkennung von Schwachstellen, indem sie die von Unternehmen bereits erfassten Asset-Telemetriedaten in kontinuierliche Transparenz über Sicherheitsrisiken umwandelt.

Angriffe in Stunden, Abwehr in Tagen: Die Zeit wird zum Risikofaktor

Die Erkennungsgeschwindigkeit der Branche ist seit 2025 ins Stocken geraten. In den ersten sieben Monaten des Jahres 2026 wurden 46.048 CVEs veröffentlicht – fast so viele wie im gesamten Jahr 2025. Zum ersten Mal nannte der DBIR 2026 von Verizon die Ausnutzung von Schwachstellen als den häufigsten Einstiegspunkt für Sicherheitsverletzungen, auf den 31 Prozent der Vorfälle entfielen, und stellte fest, dass KI die Zeitfenster der Angreifer von Monaten auf Stunden verkürzt. Untersuchungen von Qualys beleuchten die Perspektive der Verteidiger: Bei den KEV-bezogenen Schwachstelleninstanzen, die letztendlich behoben wurden, lag der Medianwert für die Zeit von der Erkennung bis zur Behebung bei neun Tagen, obwohl die KEV-bezogene Arbeitslast im Jahresvergleich um 78 Prozent zunahm. Die neun Tage der Verteidiger entsprechen nun den Stunden der Angreifer, während die Warteschlange schneller wächst, als herkömmliche, von Menschen gesteuerte Programme sie abarbeiten können. Das Warten auf das nächste Scan-Fenster ist keine Verzögerung mehr. Es ist verlorene Reaktionszeit.

„Qualys InstaScan verlagert den Fokus der Bedrohungsinformationen von der Nachbetrachtung bereits Geschehenem hin zur Erkennung von Sicherheitslücken in dem Moment, in dem sie entstehen; das ist echte proaktive Erkennung“, sagt Theresa Lanowitz, leitende Cybersicherheitsanalystin bei Omdia. „Da Bedrohungsinformationen zu einer zentralen Variable bei der Risikobewertung von Unternehmen werden, bietet InstaScan Qualys eine direkte Möglichkeit, diese Signale in die Plattform einzuspeisen.“

Cyberrisiken: Neue Schwachstellen automatisch erkennen und priorisieren

InstaScan führt das „scanless scanning“ ein, eine autonome Funktion zum Schwachstellenmanagement innerhalb von Qualys ETM. Basierend auf Agent Insta – einem Cyber-Risiko-Agenten, der mithilfe von KI kontinuierlich neu veröffentlichte Sicherheitshinweise von Anbietern sowie Bedrohungsinformationen von Qualys und vertrauenswürdigen Drittquellen überwacht – korreliert Agent Insta neu auftretende Schwachstellen mit dem aktuellen Bestandsverzeichnis, den Telemetriedaten und den Bedrohungsinformationen eines Unternehmens. Er identifiziert automatisch betroffene Assets und liefert innerhalb weniger Minuten zuverlässige Erkennungsergebnisse.

Über die anfänglich unterstützten Technologien hinweg deckt das Produkt 90 Prozent der Erkennungen innerhalb weniger Minuten ab. Es hilft nach Unternehmensangaben bei:

  • Erkennung in Echtzeit – Neue Schwachstellen werden innerhalb von Minuten nach Veröffentlichung der Sicherheitshinweise sichtbar, wodurch das Sicherheitslückenfenster geschlossen wird, bevor Angreifer sie ausnutzen können.
  • Der durch KI beschleunigten Bedrohungslandschaft einen Schritt voraus zu sein – Die Erkennung wird durch neue Sicherheitshinweise und Änderungen an Systemressourcen ausgelöst und nicht durch feste Scan-Zeitpläne. Dadurch bleiben die Daten zur Sicherheitslücke stets aktuell, und die Behebung kann bereits beginnen, während herkömmliche Scan-Fenster noch auf ihre Öffnung warten.
  • Leistungsstarker autonomer Verteidigung – KI-normalisierte Erkennungen mit Konfidenzbewertung liefern zuverlässige Signale, auf die nachgelagerte Workflows zur Priorisierung, Validierung und Behebung sofort reagieren können, wodurch der Weg von der Offenlegung einer Schwachstelle bis zur Risikominderung beschleunigt wird.
Sumedh Thakar, Präsident und CEO von Qualys

Sumedh Thakar, Präsident und CEO von Qualys, Bild: Qualys

„Die Geschwindigkeit, mit der Schwachstellen ausgenutzt werden, hat sich grundlegend verändert“, sagt Sumedh Thakar, Präsident und CEO von Qualys. „Ein langsames Schwachstellenmanagement-Programm ist heute die größte Schwachstelle eines Unternehmens. Wir treten in eine neue Ära der Schwachstellen ein, in der die Erkennung kontinuierlich erfolgt – angetrieben durch Live-Intelligence statt durch Scan-Zyklen. InstaScan basiert auf der Qualys-Plattform und hilft Unternehmen, Risiken zu identifizieren und zu reduzieren, sobald neue Schwachstellen bekannt werden.“

Weitere Informationen zum Thema:

Qualys
Say Hello to Agent Insta: Closing the Detection Gap in Exposure Management at Machine Speed

datensicherheit.de, 24.11.2025
Software-Schwachstellen als Achillesferse moderner technischer Systeme

datensicherheit.de, 23.10.2025
Wenn die Software-Lieferkette ins Visier gerät: Effektives Schwachstellen-Management vorhalten

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U.S. Quantum Push Raises the Stakes for Post-Quantum Security https://www.datensicherheit.de/post-quantum-security-urgent-action-needed https://www.datensicherheit.de/post-quantum-security-urgent-action-needed#respond Tue, 04 Aug 2026 12:00:12 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56049 The U.S. government’s current push in the field of quantum computing is increasing the pressure on companies worldwide to future-proof their IT security strategies. At the same time, international regulatory authorities are accelerating the adoption of post-quantum cryptography and setting specific timelines for migration. Companies should therefore take early action to protect their IT infrastructures against future quantum-based cyberattacks and to meet regulatory requirements in a timely manner.

[datensicherheit.de, 08/04/2026] The window of opportunity for digital security is closing as international governments and certification authorities push forward with the transition to post-quantum cryptography (PQC). Following the U.S. president’s recent initiative on quantum computing and post-quantum security, companies are increasingly faced with concrete timelines for securing their infrastructures against the threat of quantum-enabled cyberattacks. The migration to PQC for key exchange is expected by 2030, and the implementation of PQC for digital signatures and identity verification by 2031.

As quantum computing advances, organizations need a clear roadmap to protect their digital future

European authorities are also driving this development forward: The French cybersecurity agency ANSSI has announced that, starting in 2027, it will exclude products without PQC capabilities from certification. Against this backdrop, Nils Gerhardt, CTO at Utimaco, is calling on companies to act now: They should identify their most sensitive data, build crypto-agile infrastructures, adopt new PQC standards early on, and anchor digital sovereignty in trusted hardware security.

Bitkom Study 2026: Many Companies Underestimate the Need for Action

However, a recent Bitkom study Quantum Computing in the German Economy 2026 reveals a significant gap between optimism and preparedness: 67 percent of German companies with more than 100 employees view quantum computing as an opportunity for their own business, yet 34 percent have not yet taken any concrete preparatory measures. The study also shows that even among companies that are already engaged in quantum computing or plan to do so, 61 percent lack any internal expertise on the subject.

Quantum Resilience as the Foundation of Digital Sovereignty

At the same time, the debate over Europe’s digital sovereignty continues to gain momentum in light of geopolitical tensions and dependence on non-European cloud providers. The focus here is less on a complete disengagement from global technology platforms and more on a secure ecosystem in which European companies, public institutions, and operators of critical infrastructure retain control over sensitive data, cryptographic keys, and security decisions. For Europe, this sends a clear message: sovereignty in the quantum age depends not only on where data is stored, but also on whether it is protected at the cryptographic and hardware levels.

This makes robust, trustworthy hardware the foundation of any credible digital sovereignty strategy. It secures cryptographic keys, identities, and security-critical processes, thereby forming a central layer for PQC migration and long-term European resilience.

Quantum Readiness: From Theory to Deadline, While Companies Lag Behind in Preparations

For companies, the practical response begins with a clear assessment of where their most valuable and long-lasting data resides—particularly information that could be vulnerable to so-called “harvest now, decrypt later” attacks. Building on this, they should create crypto-agile infrastructures that support hybrid approaches combining classical and quantum-resistant algorithms, and modernize existing systems in line with new standards such as NIST’s ML-KEM and ML-DSA. It is equally important to secure the hardware root of trust by protecting cryptographic keys and sensitive security operations with trusted hardware such as HSMs, so that quantum readiness and digital sovereignty are embedded in the infrastructure from the outset.

Nils Gerhardt, CTO bei Utimaco

Nils Gerhardt, CTO at Utimaco, © Utimaco

“The era of waiting and seeing is finally over” says Nils Gerhardt, CTO at Utimaco. “With mandatory deadlines set by the U.S. government and European regulatory agencies such as ANSSI, which exclude products without PQC certification, the global IT security landscape has fundamentally changed. Companies can no longer treat quantum readiness as a theoretical project for the future; it is an urgent operational necessity. We are in a race against so-called ‘Q-Day’—the point at which quantum computers will be able to compromise today’s encryption systems. Companies that fail to adopt crypto-agile architectures today are jeopardizing their long-term data security and business continuity. As the industry prepares for the reality of quantum-based threats, Utimaco will continue to provide the technological foundation companies need to secure their data against the challenges of tomorrow.”

Further information on this topic:

datensicherheit.de, 26.07.2026
Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptographie: Trotz Planungsfortschritten stagniert die PQC-Umsetzung

datensicherheit.de, 04.09.2025
eperi-Warnung vor dem Post-Quantum-Datenschutz-GAU

datensicherheit.de, 16.07.2025
Fortschritte des Quantencomputings: Aktuelle Verschlüsselungsverfahren drohen obsolet zu werden / Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre wird vielfach der Eintritt des „Q-Day“ befürchtet – also der Zeitpunkt, an dem Quantencomputer leistungsfähig genug sind, heute gängige kryptographische Algorithmen zu brechen

datensicherheit.de, 16.05.2025
Quantencomputer werden die Welt verändern: Herausforderungen sowie Risiken kennen und Chancen nutzen / Rückblick auf das „FrühlingsForum 2025“ des VDI/VDE-AK Sicherheit und des ETV in Berlin mit Dr. Jan Goetz als Sprecher zum Thema „Quantencomputer – Was kommt nach KI? Wie Quantencomputer die Welt verändern können“

datensicherheit.de, 25.03.2025
Colt: Test zur quantengesicherten Verschlüsselung im optischen Netz abgeschlossen / Technologiepartner erforschen gemeinsam neue Möglichkeiten, um den von Quantencomputern ausgehenden Risiken für Verschlüsselung zu begegnen

 

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US-Vorstoß zu Quantencomputing verschärft Handlungsdruck bei Post-Quanten-Sicherheit https://www.datensicherheit.de/post-quanten-sicherheit-handlungsdruck https://www.datensicherheit.de/post-quanten-sicherheit-handlungsdruck#respond Tue, 04 Aug 2026 10:49:03 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56041 Der aktuelle Vorstoß der US-Regierung im Bereich Quantencomputing erhöht den Handlungsdruck auf Unternehmen weltweit ihre IT-Sicherheitsstrategien zukunftssicher auszurichten. Parallel beschleunigen internationale Regulierungsbehörden die Einführung von Post-Quanten-Kryptografie und geben konkrete Zeitpläne für die Migration vor. Unternehmen sollten daher frühzeitig Maßnahmen ergreifen, um ihre IT-Infrastrukturen gegen künftige quantengestützte Cyberangriffe zu schützen und regulatorische Anforderungen rechtzeitig zu erfüllen.

[datensicherheit.de, 04.08.2026] Das Zeitfenster für digitale Sicherheit schließt sich, da internationale Regierungen und Zertifizierungsstellen die Umstellung auf Post-Quanten-Kryptografie (PQC) vorantreiben. Nach dem jüngsten Vorstoß des US-Präsidenten zu Quantencomputing und Post-Quanten-Sicherheit stehen Unternehmen zunehmend vor konkreten Zeitplänen, ihre Infrastrukturen gegen die Bedrohung durch quantengestützte Cyberangriffe abzusichern. Die Migration zu PQC für den Schlüsselaustausch wird bis 2030 erwartet, die Implementierung von PQC für digitale Signaturen und Identitätsprüfung bis 2031.

Europa erhöht den Druck: Jetzt die Weichen für Post-Quanten-Sicherheit stellen

Auch europäische Behörden treiben diese Entwicklung voran: Die französische Cybersicherheitsbehörde ANSSI hat angekündigt, ab 2027 Produkte ohne PQC-Fähigkeiten von der Zertifizierung auszuschließen. Vor diesem Hintergrund ruft Nils Gerhardt, CTO bei Utimaco, Unternehmen dazu auf, jetzt zu handeln: Sie sollten ihre sensibelsten Daten identifizieren, kryptoagile Infrastrukturen aufbauen, neue PQC-Standards frühzeitig einführen und digitale Souveränität in vertrauenswürdiger Hardware-Sicherheit verankern.

Bitkom-Studie 2026: Viele Unternehmen unterschätzen den Handlungsbedarf

Eine aktuelle Bitkom-Studie Quantencomputing in der deutschen Wirtschaft 2026 zeigt jedoch eine deutliche Lücke zwischen Aufbruchsstimmung und Vorbereitung: 67 Prozent der deutschen Unternehmen mit mehr als 100 Beschäftigten sehen Quantencomputing als Chance für ihr eigenes Unternehmen, gleichzeitig haben 34 Prozent bislang noch keine konkreten Vorbereitungsmaßnahmen ergriffen. Die Studie zeigt außerdem, dass selbst unter den Unternehmen, die sich bereits mit Quantencomputing beschäftigen oder dies planen, 61 Prozent über keinerlei interne Kompetenzen zu diesem Thema verfügen.

Quantenresilienz als Basis digitaler Souveränität

Parallel dazu gewinnt die Debatte um Europas digitale Souveränität angesichts geopolitischer Spannungen und der Abhängigkeit von außereuropäischen Cloud-Anbietern weiter an Fahrt. Dabei geht es weniger um eine vollständige Loslösung von globalen Technologieplattformen als um ein sicheres Ökosystem, in dem europäische Unternehmen, öffentliche Institutionen und Betreiber kritischer Infrastrukturen die Kontrolle über sensible Daten, kryptografische Schlüssel und Sicherheitsentscheidungen behalten. Für Europa ergibt sich daraus eine klare Botschaft: Souveränität im Quantenzeitalter hängt nicht allein davon ab, wo Daten gespeichert werden, sondern ob sie auf kryptografischer und hardwarebasierter Ebene geschützt sind.

Damit wird robuste, vertrauenswürdige Hardware zur Grundlage jeder glaubwürdigen Strategie für digitale Souveränität. Sie sichert kryptografische Schlüssel, Identitäten und sicherheitskritische Prozesse und bildet damit eine zentrale Ebene für die PQC-Migration und langfristige europäische Resilienz.

Quantum Readiness: Von der Theorie zur Frist, während Unternehmen bei der Vorbereitung zurückliegen

Für Unternehmen beginnt die praktische Antwort mit einer klaren Bestandsaufnahme, wo ihre wertvollsten und langlebigsten Daten liegen, insbesondere Informationen, die sogenannten „Harvest now, decrypt later“-Angriffen ausgesetzt sein könnten. Darauf aufbauend sollten sie kryptoagile Infrastrukturen schaffen, die hybride Ansätze aus klassischen und quantenresistenten Algorithmen unterstützen, und bestehende Systeme im Einklang mit neuen Standards wie NISTs ML-KEM und ML-DSA modernisieren. Ebenso wichtig ist es, die Hardware Root of Trust abzusichern, indem kryptografische Schlüssel und sensible Sicherheitsoperationen durch vertrauenswürdige Hardware wie HSMs geschützt werden, damit Quantum Readiness und digitale Souveränität von Anfang an in der Infrastruktur verankert sind.

Nils Gerhardt, CTO bei Utimaco

Nils Gerhardt, CTO bei Utimaco, Bild: Utimaco

„Die Ära des Abwartens ist endgültig vorbei“, sagt Nils Gerhardt, CTO bei Utimaco. „Mit verbindlichen Fristen der US-Regierung und europäischen Regulierungsbehörden wie der ANSSI, die Produkte ohne PQC-Zertifizierung ausschließen, hat sich die globale IT-Sicherheitslandschaft grundlegend verändert. Unternehmen können Quantum Readiness nicht länger als theoretisches Zukunftsprojekt behandeln; sie ist eine dringende operative Notwendigkeit. Wir befinden uns in einem Wettlauf gegen den sogenannten Q-Day, also den Zeitpunkt, an dem Quantencomputer heutige Verschlüsselungssysteme kompromittieren können. Unternehmen, die heute keine kryptoagilen Architekturen einführen, gefährden ihre langfristige Datensicherheit und Geschäftskontinuität. Während sich die Branche auf die Realität quantengestützter Bedrohungen vorbereitet, wird Utimaco weiterhin die technologische Grundlage bereitstellen, die Unternehmen benötigen, um ihre Daten gegen die Herausforderungen von morgen abzusichern.“

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 26.07.2026
Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptographie: Trotz Planungsfortschritten stagniert die PQC-Umsetzung

datensicherheit.de, 04.09.2025
eperi-Warnung vor dem Post-Quantum-Datenschutz-GAU

datensicherheit.de, 16.07.2025
Fortschritte des Quantencomputings: Aktuelle Verschlüsselungsverfahren drohen obsolet zu werden / Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre wird vielfach der Eintritt des „Q-Day“ befürchtet – also der Zeitpunkt, an dem Quantencomputer leistungsfähig genug sind, heute gängige kryptographische Algorithmen zu brechen

datensicherheit.de, 16.05.2025
Quantencomputer werden die Welt verändern: Herausforderungen sowie Risiken kennen und Chancen nutzen / Rückblick auf das „FrühlingsForum 2025“ des VDI/VDE-AK Sicherheit und des ETV in Berlin mit Dr. Jan Goetz als Sprecher zum Thema „Quantencomputer – Was kommt nach KI? Wie Quantencomputer die Welt verändern können“

datensicherheit.de, 25.03.2025
Colt: Test zur quantengesicherten Verschlüsselung im optischen Netz abgeschlossen / Technologiepartner erforschen gemeinsam neue Möglichkeiten, um den von Quantencomputern ausgehenden Risiken für Verschlüsselung zu begegnen

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„Claude“-Ausbrüche mahnen: KI-Modelle durch „Zero Trust“ einhegen https://www.datensicherheit.de/claude-ausbrueche-mahnung-ki-modelle-zero-trust-einhegung Sun, 02 Aug 2026 22:02:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55990 Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie Menschen

[datensicherheit.de, 03.08.2026] Auch Trevor Dearing, „Director of Critical Infrastructure“ bei Illumio, geht in seiner Stellungnahme kritisch auf die jüngsten „Claude“-Eskapaden ein: „Es überrascht mich nicht, dass wir immer mehr dieser Vorfälle sehen. Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie wir Menschen.“ Er warnt, dass wir uns auf eine Welt zubewegen, in der Angriffe mit Maschinengeschwindigkeit ablaufen, so dass früher möglicherweise unentdeckte Schwachstellen künftig sehr viel schneller aufgefasst und eben durch Künstliche Intelligenz (KI) sogar missbraucht werden könnten. Er rät dringend zu „ Zero Trust“-Sicherheitsprinzipien.

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Foto: Illumio

Trevor Dearing unterstreicht, dass Unternehmen Lösungen benötigen, welche den Schaden eindämmen können, wenn etwas mit der KI schiefläuft

Zu simple Sicherheitsmaßnahmen für angeblich „kontrollierte“ KI-Umgebung

Erschreckender sei vielmehr, wie simpel die Sicherheitsmaßnahmen waren, welche diese „kontrollierte“ Umgebung schaffen sollten. „Wir bewegen uns auf eine Welt zu, in der Angriffe mit Maschinengeschwindigkeit ablaufen. Fehler, die früher möglicherweise unentdeckt geblieben wären, können dadurch künftig sehr viel schneller entdeckt und ausgenutzt werden“, gibt Dearing zu bedenken.

  • Man müsse KI-Agenten deshalb wesentlich wirksamer einhegen. „Prompts in natürlicher Sprache sind zu mehrdeutig, um als belastbare Sicherheitsgrenze zu dienen. Zudem ist es grundsätzlich der falsche Ansatz, einem Agenten lediglich vorzugeben, was er nicht tun darf.“

Ferner bleibe das „Block List“-Prinzip zwangsläufig unvollständig: Selbst wenn 10.000 Aktivitäten ausdrücklich verboten seien, genüge einem Agenten eine einzige nicht verbotene Aktivität, um die Begrenzung zu umgehen. Bei autonomen Systemen, welche Optionen in Maschinengeschwindigkeit prüften, könne genau diese Lücke zum Ausbruch aus der kontrollierten Umgebung führen.

Konsequenter Zero-Trust-Ansatz für KI-Systeme

Anthropic habe „Claude“ lediglich mitgeteilt, dass kein Internetzugang bestehe – dies sei jedoch keine echte Grenze. „Stattdessen brauchen wir einen konsequenten Zero-Trust-Ansatz: Wir sollten klar definieren, was ein Agent tun darf – also das ,Allow List’-Prinzip anwenden!“

  • Unternehmen könnten sich jetzt noch viel weniger als früher darauf verlassen, bekannte Angriffsmuster zu erkennen oder darauf zu warten, dass ein Warnsystem anschlägt.

Dearings Fazit: „Sie benötigen deutlich mehr Visibilität darüber, was ihre KI-Systeme tun und worauf sie zugreifen können. Und sie brauchen Lösungen, die den Schaden eindämmen können, wenn etwas schiefläuft!“

Weitere Informationen zum Thema:

illumio
Der Weltmarktführer in der Eindämmung von Sicherheitsverletzungen: Illumio ist die erste und einzige Plattform, die für die Eindämmung von Sicherheitsverletzungen entwickelt wurde. Basierend auf einem KI-Sicherheitsdiagramm. Ermöglicht Ihre Zero-Trust-Prozesse.

illumio
Trevor Dearing – Director of Critical Infrastructure Solutions / Zero Trust and network segmentation innovator

tagesschau, 31.07.2026
Vorfälle bei Testläufen Anthropic-KI greift eigenständig Unternehmen an

DIE ZEIT, 31.07.2026
Künstliche Intelligenz: Anthropic gesteht ebenfalls Hackerangriff von KI-Modell Claude / Ein weiterer KI-Agent ist bei Sicherheitstests entkommen und hat sich in drei Unternehmen gehackt. Das teilte US-Konzern Anthropic mit. Grund sei ein Programmierfehler.

datensicherheit.de, 03.08.2026
KI-Systeme: Wer testet, haftet für die Folgen / KI-Unternehmen müssen nun die richtigen Leitplanken installieren, damit ihre Produkte nicht zur Gefahr werden

datensicherheit.de, 17.06.2026
Embargo für Anthropic-KI-Modelle: eco moniert mögliche Folgen für Europas Cybersicherheit / Die US-Regierung hat direkte Exportkontrollen gegen KI-Software verhängt – hierunter fallen auch Anthropics Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“

datensicherheit.de, 23.04.2026
Claude Mythos: Anthropic könnte Büchse der Pandora geöffnet haben​ / Über einen Mangel an Publicity kann sich Anthropic-Chef Dario Amodei dieser Tage sicher nicht beschweren, kommentiert Jochen Koehler

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KI-Systeme: Wer testet, haftet für die Folgen https://www.datensicherheit.de/ki-systeme-test-haftung-folgen Sun, 02 Aug 2026 22:01:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55989 KI-Unternehmen müssen nun die richtigen „Leitplanken“ installieren, damit ihre Produkte nicht zur Gefahr werden

[datensicherheit.de, 03.08.2026] Juraj Jánošík, „Vice President of Artificial Intelligence“ bei ESET, ordnet in seiner Stellungnahme aktuelle Vorfälle mit Systemen Künstlicher Intelligenz (KI) ein – diese machten deutlich, „wie sehr die neue Technologie die IT-Sicherheit beeinflusst“. Er betont, dass KI-Unternehmen nun die richtigen „Leitplanken“ installieren müssten, „damit ihre Produkte nicht zur Gefahr werden“.

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Foto: ESET

Juraj Jánošík: Innovation entbindet KI-Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung!

„Claude“ hatte Schwachstellen in IT-Systemen von drei Organisationen ausgenutzt

Wie das KI-Unternehmen Anthropic berichtet hatte, war es demnach mehreren Versionen des eigenen Sprachmodells „Claude“ im Rahmen von Cybersicherheitstests gelungen, aufgrund eines Konfigurationsfehlers auf öffentliche Netzwerke zuzugreifen und dabei Schwachstellen in den IT-Systemen von drei Organisationen auszunutzen.

  • „Die jüngsten Vorfälle bei OpenAI und Anthropic sollten vor allem als Warnsignal für die IT-Sicherheit verstanden werden und nicht als Beleg dafür, wie leistungsfähig moderne KI bereits ist!“, gibt Jánošík zu bedenken.

Wenn ein klassischer Software- oder Sicherheitsanbieter ein System testen würde, das seine vorgesehenen Grenzen überschreitet und auf fremde IT-Infrastrukturen zugreift, wären kritische Nachfragen und eine umfassende Untersuchung selbstverständlich. „Für KI-Unternehmen sollten die gleichen Maßstäbe gelten!“, betont Jánošík.

KI-Aufstieg ähnelt prinzipiell früheren „Techtrends“

Dieses Muster sei in der Technologiebranche nicht neu. Auch beim Aufstieg des „Cloud Computing“ habe zunächst die schnelle Verbreitung der Technologie im Vordergrund gestanden, während Sicherheitskonzepte erst später nachgezogen worden seien.

  • „Ähnliches sehen wir heute bei Künstlicher Intelligenz: Die Entwicklung und Vermarktung neuer KI-Systeme schreitet rasant voran, während Sicherheitsfragen häufig erst im Nachhinein adressiert werden. Angesichts der wachsenden Fähigkeiten dieser Systeme ist das jedoch keine tragbare Strategie mehr!“

Der aktuelle Vorfall werde eher als ein Marketing-Gag denn als ein Problem behandelt: „Besonders problematisch ist, dass solche Vorfälle teilweise so kommuniziert werden, dass die technischen Fähigkeiten der KI im Mittelpunkt stehen. Dadurch entsteht der Eindruck, ein Sicherheitsproblem sei gleichzeitig eine Art Leistungsnachweis.“ Dies sei der falsche Fokus. Sicherheitsvorfälle sollten transparent aufgearbeitet werden und nicht als Marketinginstrument im Wettbewerb der KI-Anbieter dienen.

KI-Branche sollte bewährte Sicherheitsstandards konsequent anwenden

Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von KI-Agenten müssten auch die Sicherheitsanforderungen steigen. Dazu gehörten strikt abgeschottete Testumgebungen, wirksame Zugriffskontrollen, unabhängige Sicherheitsprüfungen sowie eine schnelle und transparente Information betroffener Organisationen.

  • „Die Branche sollte bewährte Sicherheitsstandards konsequent anwenden, bevor solche Systeme in großem Maßstab eingesetzt werden!“

Die wichtigste Erkenntnis lautet laut Jánošík: „Innovation entbindet KI-Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung! Für sie müssen dieselben hohen Sicherheitsstandards gelten wie für jeden anderen Technologieanbieter.“

Weitere Informationen zum Thema:

eseT
Wir sind ein weltweites Unternehmen für digitale Sicherheit und schützen Millionen von Kunden sowie Hunderttausende von Unternehmen rund um den Globus. / Technologie ermöglicht Fortschritt. ESET macht ihn sicher.

welivesecurity by eseT
Juraj Jánošík – ESET Vice President of Artificial Intelligence

tagesschau, 31.07.2026
Vorfälle bei Testläufen Anthropic-KI greift eigenständig Unternehmen an

DIE ZEIT, 31.07.2026
Künstliche Intelligenz: Anthropic gesteht ebenfalls Hackerangriff von KI-Modell Claude / Ein weiterer KI-Agent ist bei Sicherheitstests entkommen und hat sich in drei Unternehmen gehackt. Das teilte US-Konzern Anthropic mit. Grund sei ein Programmierfehler.

datensicherheit.de, 03.08.2026
„Claude“-Ausbrüche mahnen: KI-Modelle durch „Zero Trust“ einhegen
Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie Menschen

datensicherheit.de, 17.06.2026
Embargo für Anthropic-KI-Modelle: eco moniert mögliche Folgen für Europas Cybersicherheit / Die US-Regierung hat direkte Exportkontrollen gegen KI-Software verhängt – hierunter fallen auch Anthropics Modelle „Fable 5“ und „Mythos 5“

datensicherheit.de, 23.04.2026
Claude Mythos: Anthropic könnte Büchse der Pandora geöffnet haben​ / Über einen Mangel an Publicity kann sich Anthropic-Chef Dario Amodei dieser Tage sicher nicht beschweren, kommentiert Jochen Koehler

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KI-Sicherheit: Testumgebungen verdienen dieselbe Aufmerksamkeit wie Produktivsysteme https://www.datensicherheit.de/ki-sicherheit-testumgebungen-produktivsysteme https://www.datensicherheit.de/ki-sicherheit-testumgebungen-produktivsysteme#respond Fri, 31 Jul 2026 09:53:36 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55963 Sicherheit von KI-Systemen wird häufig vor allem im produktiven Einsatz diskutiert. Ein aktueller Blogbeitrag von Anthropic macht jedoch deutlich, dass auch Entwicklungs- und Testumgebungen erhebliche Risiken bergen können.

[datensicherheit.de, 31.07.2026] Anthropic hat drei Sicherheitsvorfälle aus den eigenen Cybersecurity-Evaluierungen offengelegt. Hintergrund war, dass für interne Sicherheitstests Schutzmechanismen teilweise bewusst gelockert wurden, um das Verhalten der Modelle unter realistischen Bedingungen zu untersuchen. Genau diese Lockerungen führten jedoch dazu, dass Risiken entstanden und Sicherheitsvorfälle auftraten.

Tom Kellermann, VP AI Security & Threat Research bei TrendAI

Tom Kellermann, VP AI Security & Threat Research bei TrendAI, Bild: TrendAI

Die Erkenntnis daraus: Wer Schutzmaßnahmen für Testzwecke reduziert, schafft nicht automatisch eine sichere Experimentierumgebung. Vielmehr können dadurch neue Angriffsflächen entstehen, wenn Evaluierungsumgebungen nicht konsequent isoliert und überwacht werden.

KI-Sicherheit: Entwicklung und Tests brauchen dieselben Sicherheitsstandards

Für Unternehmen bedeutet das, dass. Sicherheitskonzepte sich nicht ausschließlich auf produktive KI-Anwendungen konzentrieren dürfen. Gerade Entwicklungs-, Evaluierungs- und Testumgebungen benötigen dieselben Grundprinzipien der Sicherheit wie produktive Systeme:

  • Strikte Isolation (Containment) von Testumgebungen
  • Kontinuierliches Monitoring aller Aktivitäten
  • Klare Zugriffskontrollen und Berechtigungen
  • Nachvollziehbare Protokollierung aller Tests und Änderungen

Denn dort, wo Schutzmechanismen bewusst verändert oder deaktiviert werden, steigt das Risiko unbeabsichtigter Sicherheitslücken.

Ein Warnsignal für agentische KI

Tom Kellermann, VP AI Security & Threat Research bei TrendAI, ordnet die Vorfälle entsprechend ein:

„Das ist kein Ausrutscher, das ist ein Muster. Anthropic und OpenAI haben gerade bewiesen: Wer für Tests die Guardrails entfernt, schafft keine Sandbox, sondern ein systemisches Risiko. Jede Organisation, die agentische KI einsetzt, muss sich fragen, ob ihre Evaluierungsumgebung tatsächlich abgeschottet ist. Containment und Monitoring sind keine Kür mehr, sondern Pflicht.“

Seine Einschätzung unterstreicht eine Entwicklung, die mit zunehmender Verbreitung agentischer KI immer relevanter wird. Systeme, die eigenständig Aktionen ausführen oder Entscheidungen treffen, benötigen nicht nur im Produktivbetrieb robuste Sicherheitsmechanismen. Schon bereits während Entwicklung und Evaluierung müssen Unternehmen sicherstellen, dass Testumgebungen weder auf produktive Ressourcen zugreifen noch unbeabsichtigte Auswirkungen entfalten können.

Fazit

Die von Anthropic veröffentlichten Vorfälle sind weniger ein Einzelfall als vielmehr ein Hinweis auf eine grundsätzliche Herausforderung im Umgang mit modernen KI-Systemen. Wer Schutzmechanismen für realistische Tests lockert, muss gleichzeitig dafür sorgen, dass diese Tests in einer konsequent abgesicherten Umgebung stattfinden.

KI-Governance muss Entwicklungs-, Test- und Evaluierungsumgebungen ausdrücklich einschließen. Containment, Monitoring und klare Sicherheitsrichtlinien sind keine optionalen Maßnahmen mehr, sondern wesentliche Bestandteile eines verantwortungsvollen Einsatzes von KI.

Weitere Informationen zum Thema:

Anthropic
Investigating three real-world incidents in our cybersecurity evaluations

TrendAI
Ein Blick hinter die Kulissen: OpenAI-Agent greift Hugging Face an

datensicherheit.de, 21.07.2026
Cyberangriff auf Hugging Face: Experten ordnen die neue Dimension von KI-Angriffen ein

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https://www.datensicherheit.de/ki-sicherheit-testumgebungen-produktivsysteme/feed 0
NIS-2-Registrierungslücke als Symptom für ein größeres Problem https://www.datensicherheit.de/nis-2-registrierungslucke-symptom-gross-problem Thu, 30 Jul 2026 22:26:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55939 Die vielen noch ausstehenden NIS-2-Registrierungen sind laut ein Symptom für ein tieferliegendes Problem: „Cybersicherheit wird vielerorts noch immer nicht genug Priorität eingeräumt!“

[datensicherheit.de, 31.07.2026] Alexander Goller, „Principal Solutions Architect“ bei Illumio, geht in seiner aktuellen Stellungnahme auf die noch ausstehenden NIS-2-Registrierungen und die Erwartung des BSI ein, dass betroffene Organisationen ihre Registrierung bis zum 31. Juli 2026 abschließen würden. Die vielen noch ausstehenden NIS-2-Registrierungen seien indes ein Symptom, welche auf ein tieferliegendes Problem hinweise: „Cybersicherheit wird vielerorts noch immer nicht genug Priorität eingeräumt!“ Er warnt, dass das Unterlassen der Registrierung mit Bußgeld bewehrt sei – ferner drohten Organisationen der KRITIS, welche Eindringlinge nicht zügig stoppen könnten katastrophale Schäden.

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Foto: Illumio

Alexander Goller moniert den Stellenwert der Cybersicherheit in vielen deutschen Vorstandsetagen – nicht als strategisches Risiko, sondern lediglich als administratives Ärgernis

Vorbereitung und Registrierung nur erste kleine Schritte im wesentlich größeren NIS-2-Projekt

„Jede Organisation, die NIS-2 ernst nimmt, setzt die Anforderungen in Form eines Projekts um. Vorbereitung und Registrierung sind zeitaufwändig, aber nur die ersten kleinen Schritte in dem wesentlich größeren NIS-2-Projekt.“

  • Man müsse es so offen sagen: Dass Tausende Organisationen bereits hier ins Stocken gerieten, mache deutlich, „welchen Stellenwert Cybersicherheit in vielen deutschen Vorstandsetagen weiterhin einnimmt – nicht den eines strategischen Risikos, sondern den eines administrativen Ärgernisses“.

Die vielen noch ausstehenden NIS-2-Registrierungen seien eben nur die „Spitze des Eisbergs“. Organisationen, die Schwierigkeiten mit der Registrierung hätten, dürften bei der operativen Umsetzung von NIS-2 ebenfalls an ihre Grenzen stoßen. „Das ist besonders besorgniserregend: Die Registrierungslücke lässt die Resilienzlücke erahnen!“

NIS-2-Registrierungspflicht betrifft Organisationen, deren Cyberresilienz für unser aller Leben bedeutend ist

Mit NIS-2 möchte der Gesetzgeber erreichen, „dass Organisationen, die für unser aller Leben bedeutend sind, ihre Cyberresilienz steigern“. Es gehe also darum, „ob eine Organisation verhindern kann, dass aus einem Cybervorfall eine Geschäftskrise wird“.

  • Goller führt als Beispiel aus: „Angenommen, ein Laptop wird kompromittiert oder Zugangsdaten werden durch Phishing gestohlen: Wie viele kritische Systeme kann ein Cyberangreifer von diesem ersten Ausgangspunkt aus erreichen? In vielen Organisationen lautet die Antwort noch immer: zu viele.“

Organisationen müssten der Wahrheit ins Auge blicken: Sie könnten nicht alle Angriffe abwehren. Es sei nur eine Frage der Zeit, „bis ein Angreifer die Abwehrmaßnahmen überwindet, eindringt, sich in der IT-Umgebung bewegt, Daten stiehlt und Schaden anrichtet“. Organisationen müssten daher proaktiv Maßnahmen ergreifen, um Eindringlinge zu stoppen. Gollers Fazit: „Genau das meint NIS-2, wenn es Geschäftskontinuität verlangt. Organisationen, die sich nicht registrieren, riskierten ein Bußgeld. Organisationen, die Eindringlinge nicht zügig stoppen, riskieren katastrophale Schäden.“

Weitere Informationen zum Thema:

illumio
Der Weltmarktführer in der Eindämmung von Sicherheitsverletzungen / Illumio ist die erste und einzige Plattform, die für die Eindämmung von Sicherheitsverletzungen entwickelt wurde. Basierend auf einem KI-Sicherheitsdiagramm. Ermöglicht Ihre Zero-Trust-Prozesse.

illumio
Alex Goller – Leitender Vertriebsingenieur

datensicherheit.de, 02.07.2026
Die eigentliche Herausforderung beginnt erst jetzt: NIS-2-Registrierung genügt nicht / Nach Beobachtung von Axians sind viele Unternehmen trotz Registrierung nicht in der Lage, die regulatorischen Anforderungen im Ernstfall zu erfüllen

datensicherheit.de, 07.01.2026
BSI-Portal ab sofort für zweiten Schritt zur NIS-2-Registrierung freigeschaltet / Vom Inkrafttreten des NIS-2-Umsetzungsgesetzes betroffene Betriebe müssen sich als „NIS-2-Einrichtung“ registrieren lassen und dem BSI stets „erhebliche Sicherheitsvorfälle“ zwingend melden

datensicherheit.de, 10.12.2025
NIS-2: Vielen Unternehmen fehlt es an Kapazitäten zur Umsetzung und zum Nachweis / Greg Hansbuer rät im Kontext der NIS-2-Umsetzung zur Nutzung von „Remote Managed Services“ zur professionellen Bereitstellung der Technologie und Verantwortungsübernahme für definierte Betriebsprozesse

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