Branche – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Mon, 27 Jul 2026 12:08:30 +0000 de hourly 1 IT-Probleme im Einzelhandel: Omnissa benennt Software als Blinden Fleck https://www.datensicherheit.de/it-probleme-einzelhandel-omnissa-studie-software-blinder-fleck Mon, 27 Jul 2026 22:55:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55857 Der Einzelhandel behandelt langsame Geräte, veraltete Software und „Schatten-KI“ weiterhin als drei separate Probleme – indes handelt es sich um denselben Blinden Fleck

[datensicherheit.de, 28.07.2026] Kunden eines Einzelhandelsgeschäfts werden im Regelfall die dort eingesetzte Technologie gar nicht bewusst wahrnehmen, welche den Geschäftsbetrieb überhaupt am Laufen hält: Etwa Handscanner, Zahlungsterminals, Kiosksysteme oder mobile Geräte hinter der Kasse. Wenn eines davon mal langsamer wird oder gar ausfällt, wird kaum jemand dies als ein strategisches Problem ansehen – sondern eher einfach nur als einen weiteren Auftrag für die IT-Abteilung. Jeder Vorfall mag für sich allein betrachtet routinemäßig wirken, in der Summe ergibt sich laut einer aktuellen Stellungnahme von Omnissa jedoch ein ganz anderes Bild. Der Einzelhandel behandelt demnach langsame Geräte, veraltete Software und „Schatten-KI“ weiterhin als drei separate Probleme. „Das sind sie jedoch nicht. Es handelt sich um denselben Blinden Fleck, der auf demselben Bildschirm auftaucht!“ So komme es leicht dazu, dass Einzelhändler verschiedene „Tools“ anschafften, um etwas zu beheben, was in Wirklichkeit ein und dasselbe Problem sei. Omnissa als Anbieter digitaler Arbeitsplattformen unterstreicht die Bedeutung eine einheitlichen und ständigen Transparenz der eingesetzten Hard- und Software.

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Abbildung: Omnissa

Omnissa-Studie „State of Digital Workspace 2026“: Betriebssysteme im Einzelhandel hinken zuweilen um vier bis fünf Generationen hinterher

Komplexe moderne Technologieinfrastruktur im Einzelhandel

Die aktuelle Studie „State of Digital Workspace 2026“ zeige eine große Lücke auf: Der Einzelhandel habe mittlerweile den mit Abstand größten Anteil an „Android“-Geräten in Unternehmen. Er zähle zudem zu jenen Branchen, welche am ehesten Betriebssysteme einsetzten, die vier oder fünf Generationen hinterherhinkten.

  • Dies betreffe fast ein Drittel der Geräte in dieser Kategorie. „iOS“-Geräte erhielten Patches etwa achtmal schneller als „Android“-Geräte, so dass eine so stark auf „Android“ ausgerichtete Branche bereits einen langsameren Patch-Zyklus in Kauf nehmen müsse – „noch bevor die IT-Abteilung überhaupt ein Ticket eröffnet“.

Zusammengenommen zeigten diese Ergebnisse, wie komplex die moderne Technologieinfrastruktur im Einzelhandel geworden sei.

Für Einzelhandel erfolgsentscheidend, wie schnell Verkaufspersonal Kunden bedienen kann

Handheld-Geräte z.B. von Zebra verdeutlichten dies: Der Datensatz von Omnissa zeige, dass fast sechs von zehn Zebra-Geräten im Einzelhandel im Einsatz seien – eine stärkere Konzentration auf einen Sektor als bei jeder anderen erfassten Gerätemarke. Die „iPad“-Flotte im Einzelhandel spiegele eine andere Seite derselben betrieblichen Realität wider. Das Standard-Basismodell mache 81 Prozent davon aus, da es eine Anwendung zuverlässig und kostengünstig in großem Maßstab über Hunderte von Filialen hinweg ausführen müsse.

  • „Hier fallen auch Kosten an, die über die Sicherheit hinausgehen.“ An anderer Stelle im selben Bericht zitiert Omnissa eine bekannte wissenschaftliche Studie, welche die durchschnittlichen Kosten einer einzelnen Unterbrechung auf etwa 24 Minuten verlorene Konzentration beziffere.

Bezogen auf einen Verkaufsraum mit veralteten Handhelds im Einsatz sei ein langsamer Scanner nicht mehr nur ein IT-Problem – er werde zu einem Hemmnis für das, was im Einzelhandel zähle, nämlich wie schnell das Verkaufspersonal einen Kunden bedient.

Vorfälle im britischen Einzelhandel als Mahnung bzw. Motivation

Ein Vorfall, den Ermittler später als eine einzige, zusammenhängende Kampagne eingestuft hätten, habe im vergangenen Frühjahr innerhalb weniger Tage nacheinander zwei der größten britischen Einzelhändler betroffen. Einem Einzelhändler seien die funktionierenden Systeme ausgegangen, so dass er mitten im Geschäftsbetrieb den Lagerbestand von Hand – mit Stift und Papier – habe erfassen müssen.

  • „Der andere erkannte den Angriff innerhalb weniger Minuten, isolierte den betroffenen Teil seines Netzwerks und setzte den Geschäftsbetrieb fast wie gewohnt fort.“ Der o.g. habe in der Folge einen Gewinnverlust von 300 Millionen Britischen Pfund hinnehmen und sechs Wochen lang Online-Bestellungen aussetzen müssen – der andere sei auf der kundenorientierten Seite weitgehend unbeschadet davon gekommen.

„Der Unterschied lag nicht darin, wer in die neueste Technologie investiert hatte. Es ging darum, wer schnell genug erkannte, was in seiner Umgebung vor sich ging, um darauf reagieren zu können.“ Ein britischer Parlamentsausschuss habe später erfahren, dass der weitgehend unbeschadet davongekommene Einzelhändler vorab seine Infrastruktur so gut habe segmentieren können, dass der Angriff auf einen Teil des Netzwerks begrenzt worden sei. Die Systeme des anderen hingegen seien so stark miteinander verflochten gewesen, dass die Abwehr des Angriffs bedeutet habe, große Teile des Geschäfts, einschließlich der Kassen, wieder auf manuellen Betrieb umzustellen.

Einzelhandel muss sich Problem der „Schatten-KI“ im Verkaufsraum stellen

Eine weniger beachtete Erkenntnis verdiene mehr Aufmerksamkeit, denn die aktuelle Welle von Warnungen anderer Anbieter zum Thema „Schatten-KI“ gehe daran völlig vorbei: „Die nicht genehmigte Nutzung von KI auf Arbeitsgeräten ist im Vergleich zum Vorjahr um fast 1.000 Prozent gestiegen – ein Trend, der derzeit in allen Branchen zu beobachten ist.“

  • Der jüngste Sicherheitsbericht von Verizon habe ergeben, dass sich die Nutzung von „Schatten-KI“ innerhalb eines Jahres vervierfacht habe. Eine andere, Anfang dieses Jahres veröffentlichte Studie habe gezeigt, dass zwei Drittel der Büroangestellten ein KI-Tool genutzt hätten, „von dem sie glaubten, dass es gegen die Richtlinien verstößt“.

Die meisten Berichte über „Schatten-KI“ vermittelten derzeit den Eindruck von einem einzelnen Mitarbeiter an einem Firmenlaptop. Im Einzelhandel sehe das Problem jedoch oft anders aus: „Ein Handheld-Gerät, das jeder, der gerade im Dienst ist, in die Hand nimmt und auf dem bereits eine Zahlungs- und eine Bestandsanwendung laufen, wobei niemand so recht weiß, welcher Kollege was wann geöffnet hat.“ Diese Ausprägung des Problems falle schwerer auf als jene Variante, welche die Branche meist beschreibe – „und der Einzelhandel hat sich damit noch nicht auseinandergesetzt“.

„Best Practice“ der erfolgreichen, resilienten Einzelhändler

Einzelhändler, die hierbei einen Schritt voraus sind, haben laut Omnissa in der Regel eines gemeinsam: „Sie betrachten den Gerätebestand als etwas, das die IT kontinuierlich überwacht, und nicht als etwas, das jemand nach dem Zufallsprinzip in einen Kalender einträgt, in der Hoffnung, dass es funktioniert.“ Anstatt auf einzelne Probleme zu reagieren, sobald sie auftreten, verschafften sie sich einen umfassenden Überblick über die Vorgänge in ihrer gesamten Technologieumgebung. „So erkennen sie aufkommende Probleme in Bezug auf Benutzererfahrung, Sicherheit und Betrieb, bevor diese den Geschäftsbetrieb stören.“

  • Omnissa gibt Beispiele: „Ein schwacher Akku fällt auf, bevor er dazu führt, dass ein Scanner im Verkaufsraum ausfällt. Ein Update erreicht Tausende von Geräten innerhalb von Stunden statt Tagen, weil jemand erkennen kann, welche Geräte dieses benötigen.“ Ein Angreifer könne dann zwar immer noch quasi an die Tür klopfen. „Der Unterschied besteht aber darin, ob jemand zusieht, wenn er dies tut. Das kommt dem, was die zuvor genannten Einzelhändler voneinander unterschied, viel näher als alles, was mit dem Alter der Hardware zu tun hat.“

Die Technologie sei weniger wichtig als die Denkweise. Einzelhändler hätten jahrelang Endgeräte als Inventar verwaltet, doch sie müssten sie nun immer mehr als aktive Betriebssysteme behandeln. Diese lieferten kontinuierliche Einblicke in den Zustand der Filialen und der Geräte selbst, welche jede Transaktion unterstützten und das gesamte Kundenerlebnis ermöglichten.

Herausforderung für den Einzelhandel: Problembetrachtung von der Metaebene

„Hier treffen das alte und das neue Problem auf ein und demselben Bildschirm aufeinander. Der Einzelhandel muss nun robuste Handhelds, gemeinsam genutzte Mobilgeräte und Kiosksysteme verwalten, auf denen mitunter Consumer-KI läuft, die niemand genehmigt hat.“

  • Das Aneinanderreihen eines Patch-Tools an ein Identitätsmanagement-Tool und an ein Überwachungs-Tool werde die Lücken nicht schließen. Es bedürfe eines einzigen Systems, „das Gerät, Zugriff und Kundenerlebnis als Ganzes erfasst, denn ein Blinder Fleck in einem dieser Bereiche ist ein Blinder Fleck in allen dreien“.

Die Herausforderung für den Einzelhandel bestehe somit nicht darin, dass es drei verschiedene Probleme gebe – sie bestehe darin, dass die Branche immer noch nicht erkenne, dass diese alle miteinander verbunden seien.

Weitere Informationen zum Thema:

omnissa
About Omnissa: We make digital work, work – for businesses and their people

omnissa, 2026
Omnissa State of Digital Workspace / Introducing the inaugural report, which reveals how observability is emerging as a critical component for managing risk, experience, and security in AI‑driven environments

verizon business, 2026
Data Breach Investigations Report 2026 – Kurzfassung

WIKIPEDIA
Kiosksystem

datensicherheit.de, 29.06.2026
Schatten-KI: Das Problem an der Wurzel packen / Im Gespräch mit Sven Kniest von Okta geht es um die wohl wichtigsten Herausforderungen im IAM (Identity und Access-Management)-Bereich: Schatten-KI und AI Identity Governance.

datensicherheit.de, 29.08.2025
Sophos: Ransomware setzt Einzelhandel massiv unter Druck – IT-Teams gelangen ans Limit / Anteil der Einzelhandelsunternehmen, welche zur Datenwiederherstellung nach einem Ransomware-Angriff Lösegeld zahlen, im Vergleich zu Vorjahren stark angestiegen

datensicherheit.de, 11.06.2025
Cyberangriffswelle auf den Einzelhandel sowohl in Nordamerika als auch in Europa / Was diese Entwicklung laut Adam Marrè besonders alarmierend macht, ist ihr Ausmaß und die offenbar koordinierte Vorgehensweise

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GenAI: Der Effizienzhebel für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie https://www.datensicherheit.de/genai-effizienz-lebensmittel-getraenke-industrie https://www.datensicherheit.de/genai-effizienz-lebensmittel-getraenke-industrie#respond Mon, 27 Jul 2026 11:47:09 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55878 Bisher gingen Experten davon aus, dass generative KI (GenAI) jede Facette der Arbeitsabläufe von Verbrauchern und Unternehmen berührt. Jetzt ist klar: Es gibt einige definierte, wertvolle Anwendungsfälle in der Wirtschaft und insbesondere in der Fertigung, in denen GenAI als wichtiges Produktivitätswerkzeug angesehen werden kann. Und das gilt auch für die deutsche Lebensmittel- und Getränkeproduktion. Die neue, GenAI-vernetzte Arbeitswelt überwindet die Probleme des Fachkräftemangels und macht „BlueCollar“-Arbeit für die Generation Z attraktiv.

Ein Beitrag von unserem Gastautor Yannick Haeck, Chief Product Officer bei Poka

[datensicherheit.de, 27.07.2026] Mit rund 6.150 Unternehmen und einem Jahresumsatz von über 186 Milliarden Euro ist die deutsche Lebensmittel- und Getränkeindustrie die größte in Europa. Doch trotz vorsichtiger und teilweise restriktiver Personalplanung finden die Hersteller immer noch nicht genügend Fachkräfte. Besonders angespannt ist die Situation laut den jüngsten Zahlen des ifo-Instituts in der Lebensmittelindustrie (27 %).

Yannick Haeck, Chief Product Officer bei Poka

Yannick Haeck, Chief Product Officer bei Poka, Bild: Poka.io

Generation Z gewinnen, Kompetenzen stärken, Sicherheit neu denken

Es ist eine ständige Herausforderung, die Generation Z für die Produktion zu gewinnen, die traditionell als langweilig, schmutzig oder gefährlich gilt. Die Schulung und Umschulung von Fabrikarbeitern mit unterschiedlichem Wissensstand, verschiedenen Kompetenzen und Sprachproblemen ist dafür von entscheidender Bedeutung. Gleichzeitig müssen die Gesundheits- und Sicherheitsverfahren an das neue technologiegestützte Zeitalter angepasst werden.

Hier kommen GenAI und eine neue Generation von Plattformen für vernetzte Mitarbeiter ins Spiel. Bei diesen Systemen ist die Erstellung und Bereitstellung von Inhalten Teil ihrer DNA. So verwandeln sie die traditionelle Fabrikhalle in einen produktiveren, coolen Arbeitsplatz.

GenAI treibt Produktivität und Innovation in der Industrie voran

GenAI ist nicht nur für die Arbeiter in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie von Vorteil, sondern auch für die weltweite Konsumgüterindustrie, in der Deutschland eine führende Rolle spielt. GenAI-Anwendungsfälle könnten die globalen wirtschaftlichen Auswirkungen der KI um 15 bis 40 Prozent steigern. Laut McKinsey wären dadurch zusätzliche Gewinne in Höhe von 160 bis 270 Milliarden US-Dollar jährlich zu erzielen – ein Teil davon durch optimierte Arbeitsabläufe mit zunehmend vernetzten Arbeitern.

Lebensmittel- und Getränkehersteller sind mit Schulungsinhalten schnell überfordert

Lebensmittel- und Getränkehersteller, die über wenig KI-Erfahrung verfügen, können mit einem einfachen Test zur Erkennung von Anomalien einer Produktlinie anfangen. Sie können sogar Programme unterstützen, die über solche Anlagentests hinausgehen und bis zur Schulung und Personalentwicklung reichen.

Von Checklisten und Skill-Übersichten bis hin zu Verfahrensanleitungen und Wissenstransfer: Die Erstellung von Inhalten ist stets mit Aufwand verbunden. Angesichts steigender Kosten, Inflation und geopolitischer Ungewissheit ist es für das Management meistens keine Option, Mitarbeiter von ihren Aufgaben in der Produktion abzuziehen, damit sie Inhalte erstellen.

Dabei ist die Erstellung von Inhalten nicht die einzige Hürde. Noch schwieriger ist es, den Abruf von Inhalten in der Fabrikhalle zu erleichtern.

Vom Endgerät zur Produktionshalle – der Beitrag der KI zur Bindung einer engagierten Belegschaft

Die Einführung neuer Technologien, zum Beispiel von vernetzten Mitarbeiterplattformen und GenAI, verwandelt die dunklen, schmutzigen Werkshallen in einen ansprechenden Arbeitsplatz – und revolutioniert damit die Branche. Lebensmittel- und Getränkehersteller bemühen sich, jüngere Arbeitskräfte zu gewinnen, und bei dieser Personalbeschaffung kann sich GenAI als ausgesprochen nützlich erweisen. Um erfolgreich Mitarbeiter der GenZ anzuwerben, ist es von entscheidender Bedeutung, alle Arbeitsanweisungen auf digitalen Plattformen bereitzustellen.

Arbeitskräfte der Generation Z sind mit dem Einsatz von KI vertraut, beispielsweise durch Tools, die sie im Rahmen ihrer Ausbildung genutzt haben. Das macht sie empfänglicher für die Arbeit mit KI-Unterstützungssystemen. Generell sind es jüngere Menschen gewohnt, digital nach Antworten und Anweisungen zu suchen. Die digitale Bereitstellung von Inhalten ist also entscheidend, um sie in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zu halten und sie dazu zu befähigen, eigenverantwortlich zu handeln.

KI ermöglicht es Arbeitern, intelligenter statt härter zu arbeiten – entscheidend ist die Akzeptanz

Für die Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist es eine der größten Heraus­forderungen, qualifizierte Mitarbeiter nicht nur zu rekrutieren, sondern sie auch zu halten. Technologie hilft ihnen dabei.

Gerade in Zeiten des Fachkräftemangels ist es für Hersteller wichtig, ihren Mitarbeitern den Wert von KI-Tools zu vermitteln und deren Nutzung zu erklären.

Die folgenden Beispiele zeigen, wie KI-Tools die Belegschaft unterstützen und motivieren können.

  1. KI unterstützt Arbeitsabläufe durch intelligente Content-Umwandlung
    Fabrikarbeiter benötigen leicht verständliche und schnell zu erfassende Inhalte. Diese müssen in verschiedenen Formaten vorliegen, beispielsweise als textbasierte Anleitungen. Doch die Erstellung all dieser Inhalte ist zeit- und kapitalintensiv. Und es geht auch nicht nur um neue Inhalte. Fabriken der Konsumgüterindustrie verfügen bereits über Tausende von Dateien, zum Beispiel zu Standardverfahren und Arbeitsanleitungen. Deren Konvertierung in ein digitales Format ist ebenfalls kostspielig und zeitaufwendig.
    In einer weltweiten Lenovo-Umfrage äußerten 79 % der 600 befragten IT-Führungskräfte die Meinung, dass KI den Mitarbeitern die Möglichkeit gibt, sich auf sinnvollere Aufgaben zu konzentrieren. Das ist besonders in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie wichtig, in der die Fristen eng und die Produkte nur begrenzt haltbar sind. Allerdings dauert es in der Regel eine gewisse Zeit, bis der volle Mehrwert von Lösungen für vernetzte Mitarbeiter zum Tragen kommt. Denn es ist sehr zeit- und arbeitsintensiv, die erforderlichen digitalen Arbeitsanweisungen zu erstellen und sie in die Plattform zu importieren. Hier kommt die KI ins Spiel!
  2. Bereitstellung multimedialer Arbeitsanweisungen
    Die Rationalisierung der Erstellung oder Konvertierung von Inhalten aller Art mithilfe KI-gestützter Content-Transformation reduziert den Zeitaufwand für die Bereitstellung digitaler oder schriftlicher Anweisungen an einem sicheren Ort ganz erheblich. Die Fähigkeit, umfangreiche schriftliche Standardanweisungen innerhalb weniger Minuten in leicht verständliche digitale Arbeitsanweisungen umzuwandeln, verkürzt die Bereitstellungszeiten und sorgt so für eine schnellere Wertschöpfung.Videos entwickeln sich schnell zu einer der meistkonsumierten Content-Formen – insbesondere für die GenZ. Tatsächlich bekunden 65 % der 16- bis 34-jährigen Mediennutzer Interesse an interaktiven Medieninhalten. Unternehmen sollten deshalb das Potenzial von Videos zur Verbesserung der Nutzerbindung nicht außer Acht lassen. Die Erstellung videobasierter Anleitungen für Fabrikarbeiter ist jedoch eine Herausforderung – insbesondere für Betriebe, die nicht über ausreichende finanzielle und personelle Ressourcen verfügen.Mit der KI-gestützten Erstellung von Videoanleitungen ändert sich das jedoch. Die KI kann relevante Informationen extrahieren und sie in eine strukturierte Abfolge schriftlicher Schritte ordnen. Bilder können dabei helfen, bei jedem Schritt einen visuellen Kontext mitzuliefern. Insgesamt bereichert die KI digitale Arbeitsanweisungen um verschiedene benutzerfreundliche Elemente.

    So können Fabrikarbeiter auf eine visuelle Schritt-für-Schritt-Anleitung zugreifen, die ihnen genau zeigt, wie eine Aufgabe auszuführen ist. Die KI trägt auch zur Verbesserung der Fehlerbehebung bei, da die Bediener auf eine umfangreiche Bibliothek von Inhalten zugreifen können. Jüngere Mitarbeiter profitieren von den Kenntnissen erfahrener Kollegen – auf eine Art und Weise, die ihren Erwartungen an den Arbeitsplatz entspricht.

  3. Sprachbarrieren überwinden – mit mehrsprachiger Transkription
    54 % der Arbeiter in der deutschen Lebensmittelherstellung haben einen Migrationshintergrund. Viele von ihnen sprechen Deutsch nicht als Muttersprache. Deshalb haben die meisten Lebensmittel- und Getränkeunternehmen Schwierigkeiten, wichtige betriebliche Inhalte in allen Sprachen ihrer vielsprachigen Belegschaft zur Verfügung zu stellen. Doch damit ist jetzt Schluss! Die KI-gestützte Transkription kann Sprachbarrieren abbauen und die Integration der Mitarbeiter fördern, indem sie alle Arten von Inhalten in die gewünschte Sprache übersetzt.Was die KI-gesteuerte Transkription gegenüber menschlichen Übersetzern so nützlich macht, ist ihre Geschwindigkeit. GenAI-Tools brauchen für die Übersetzung von Videoaufnahmen nur wenige Minuten, keine Stunden. Die KI übersetzt den Ton automatisch in Untertitel in der Zielsprache. Das reduziert nicht nur den Aufwand für die Erstellung und Pflege von Inhalten. Es verbessert auch das Verständnis und das Behalten von Informationen und führt so zu mehr Sicherheit, Qualität und Produktivität in den Betrieben.
  4. Absichtsgesteuerte Suche zur Erfüllung der Benutzeranforderungen
    Präzise Kommunikation und Verständlichkeit sind der Schlüssel, um die Produktivität von Mitarbeitern und Teams zu verbessern. In einer schnelllebigen und lauten Produktionsumgebung sind Fehler unvermeidbar. Da wäre es sehr hilfreich, ein Tool zu haben, das die Eingaben des Benutzers intelligent interpretiert und durch automatische Verbesserung von Grammatik, Wortschatz und Zeichensetzung für optimale Lesbarkeit sorgt.KI kann es den Mitarbeitern ermöglichen, intelligenter statt härter zu arbeiten. Sie stellt ihnen intelligente Suchfunktionen zur Verfügung, die nicht nur die Absicht ihrer Anfrage erfassen, sondern sich auch an Tippfehler oder vage Begriffe anpassen. So erhalten die Nutzer schnelle und präzise Antworten auf ihre Anfragen, beispielsweise zu der Frage, wie der blockierte Mechanismus einer Mischmaschine zu beheben ist. KI stellt sicher, dass Mitarbeiter die richtigen Informationen zur richtigen Zeit erhalten.Als eine der ersten Maßnahmen in diesem Jahr hat Poka semantische KI-Funktionen hinzugefügt, um die interne Suchmaschine der Poka-App zu verbessern. Dadurch wird es den Nutzern erleichtert, die benötigten Inhalte zu finden, ohne dass sie durch eine ganze Inhaltsbibliothek scrollen müssen, wodurch wertvolle Arbeitszeit vergeudet würde.

Die neue Funktion „Eine Frage stellen“, die auf GenAI basiert, geht noch einen Schritt weiter, um die Mitarbeiter in der Werkshalle zu unterstützen. Sie können sich das zeitraubende Durchsuchen seitenlanger Informationen sparen und stattdessen Poka verwenden, um spezifische Antworten schneller und intuitiver zu finden. Diese Informationen befinden sich Wissensartikeln, die vom Kunden erstellt wurden. Bei der Suche nach Antworten wird auf diese Artikel zugegriffen, um Fehlinterpretationen durch die KI zu vermeiden.

Die transformative Kraft der Unternehmen

Die Zukunft der deutschen Lebensmittel- und Getränkeindustrie ist eng mit der langfristigen Integration von KI verknüpft – und GenAI spielt dabei eine wichtige Rolle. Während die Technologien sich weiterentwickeln, steigt die Zahl der Produktions­unternehmen, die KI bereits in ihre Prozesse einbinden oder diesen Schritt planen.

Der vernetzte Arbeiter ist der Beweis dafür, dass GenAI in der Lage ist, berufliche Skills zu erweitern sowie Schulungen und Personalentwicklungen in der Lebensmittel- und Getränkeindustrie zu unterstützen.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 25.06.2025
Einführung von GenAI: Mangelnde Abstimmung im C-Level als Erfolgshemmnis

datensicherheit.de, 23.05.2025
Sicherer GenAI-Einsatz: Delinea gibt Unternehmen 3 zentrale Tipps / Mittels GenAI erhalten Unternehmen immense Möglichkeit – doch neben Effizienzgewinnen birgt deren kontinuierliche und rasante Weiterentwicklung auch Sicherheitsrisiken

datensicherheit.de, 29.01.2025
GenAI und Menschlicher Faktor wichtigste Datenschutzaspekte / Ein Prozent der Benutzer für 88 Prozent der Datenverlustwarnungen verantwortlich

datensicherheit.de
, 13.06.2025
Generative KI boomt – zunehmende Sicherheitsrisiken als Kehrseite der Medaille / Zwar ermöglicht Generative KI beispiellose Produktivitätssteigerungen, gleichzeitig führt sie jedoch auch zu neuen, komplexen Risiken

 

 

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https://www.datensicherheit.de/genai-effizienz-lebensmittel-getraenke-industrie/feed 0
Agentic AI erfindet die CEO-Rolle neu https://www.datensicherheit.de/ceo-rolle-agentic-ai-kompetenz https://www.datensicherheit.de/ceo-rolle-agentic-ai-kompetenz#respond Mon, 27 Jul 2026 10:17:26 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55853 Die Rolle des CEO wird sich bis 2031 grundlegend verändern. Und zwar in einem Ausmaß, das sich viele Führungskräfte heute noch gar nicht ausmalen können. Den entscheidenden Impuls dafür gibt – wie könnte es anders sein – Künstliche Intelligenz. Oder besser gesagt: Agentic AI.

Von Statement unserem Gastautor Steven Elsham, Chief Executive Officer bei Ultimo

[datensicherheit.de, 27.07.2026] Der Rolle des CEO im Unternehmen steht eine elementare Revolution bevor. Die hängt zwar mit KI zusammen, es geht allerdings nicht darum, dass Künstliche Intelligenz die Arbeitsweise von Führungskräften verändert. Vielmehr wird sich das Spektrum ihrer Verantwortlichkeit verändern. Ein CEO der Zukunft wird nicht länger ausschließlich Menschen führen, sondern die Verantwortung für eine hybride Belegschaft tragen, in der menschliche Mitarbeiter und autonome KI-Agenten Seite an Seite mit klar definierten Rollen, eigenen Verantwortlichkeiten und Leistungszielen arbeiten. CEOs avancieren also zum „Head of Hybrid Workforce“.

Steven Elsham, Chief Executive Officer bei Ultimo

Steven Elsham, Chief Executive Officer bei Ultimo, Bild: Ultimo

Die wichtigste CEO-Kompetenz der Zukunft

Für manche mag das wie absolute Zukunftsmusik klingen. Tatsache ist, dass diese Entwicklung in vielen Unternehmen bereits heute mehr und mehr zur Realität wird. Die entscheidende Kompetenz eines CEOs wird deshalb künftig nicht mehr sein, technisches Detailwissen über Künstliche Intelligenz zu besitzen, sondern die Fähigkeit zur Orchestrierung: zu verstehen, welche Aufgaben digitale Mitarbeiter schneller, präziser und skalierbarer erledigen und in welchen Bereichen menschliches Urteilsvermögen, Erfahrung und Empathie unersetzlich bleiben. Führung bedeutet dann nicht mehr, jede Entscheidung selbst zu treffen, sondern für die KI den richtigen Rahmen zu schaffen, innerhalb dessen sie Entscheidungen vorbereitet und Optionen sichtbar macht – und vielleicht auch autonom agieren darf.

KI beschleunigt – der CEO entscheidet

Das verändert auch die Dynamik im Top-Management. Entscheidungen, für die heute zahlreiche Meetings und Abstimmungsschleifen notwendig sind, werden künftig in Echtzeit durch spezialisierte KI-Agenten vorbereitet. Die Aufgabe von CEOs verschiebt sich, sodass sie sich von Informationssammlern zu Urteilsgebern entwickeln. Höchste Geschwindigkeit ist in diesem Szenario der Standard, während Urteilskraft zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil wird. Doch nur weil etwas schnell ist, bedeutet es nicht, dass es auch gut ist. Davor sollten Unternehmen sich in Acht nehmen, denn nicht jede Entscheidung sollte beschleunigt werden. Das Alleinstellungsmerkmal guter CEOs wird zukünftig darin bestehen, zu erkennen, wann Tempo von Vorteil ist und wann bewusstes Innehalten die bessere Führungsstrategie ist.

Führung muss sich neu definieren

Natürlich könnte man nun fragen, ob KI auch langfristig CEOs ersetzen wird. Das ist ebenso unwahrscheinlich, wie die Idee, dass die Technologie Mitarbeiter komplett ersetzt. Aber das immer größere operative Gewicht von Künstlicher Intelligenz entlarvt jedoch CEOs, die ihre Führungsrolle nicht neu definieren. Und das wird möglicherweise für den einen oder anderen Wechsel an der Unternehmensspitze sorgen.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 28.01.2026
KI-Agenten und IT-Sicherheit: Zwei Seiten einer Medaille

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Vorbereitung auf Post-Quanten-Kryptographie: Trotz Planungsfortschritten stagniert die PQC-Umsetzung https://www.datensicherheit.de/vorbereitung-post-quanten-kryptografie-stagnation-pqc-umsetzung Sat, 25 Jul 2026 22:09:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55820 Zwar planen, testen bzw. implementieren 87 Prozent der von DigiCert befragten Unternehmen bereits PQC-Initiativen, doch die tatsächliche Umsetzung hat im vergangenen Jahr nur um zwei Prozentpunkte zugenommen

[datensicherheit.de, 26.07.2026] Eine aktuelle DigiCertStudie zeigt demnach, dass Unternehmen bei der Vorbereitung auf die Post-Quanten-Kryptographie (PQC) weiterhin schneller sind als bei der tatsächlichen Umsetzung – zwar planten, testeten oder implementierten 87 Prozent der befragten Unternehmen bereits PQC-Initiativen, doch die tatsächliche Umsetzung habe im vergangenen Jahr nur um zwei Prozentpunkte zugenommen. Kevin Hilscher, „Senior Director of Product Management“ bei DigiCert, geht in seiner Stellungnahme auf die am 24. Juli 2026 veröffentlichte Studie ein und kommentiert die zentralen Erkenntnisse. Er betont dabei, dass der Übergang zur PQC als Teil eines umfassenderen Modernisierungsprozesses – und eben nicht nur als ein technisches Upgrade – verstanden werden sollte.

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Foto: DigiCert

Laut Kevin Hilscher zeigt die DigiCert-Studie, wo Unternehmen aktuell an ihre Grenzen stoßen – nämlich bei der Übersetzung der Strategie in die unternehmensweite Umsetzung

Tatsächliche PQC-Implementierung bleibt große Herausforderung

Die Ergebnisse der nun vorliegenden DigiCert-Studie zeigten, dass Unternehmen sich zwar auf das Quantenzeitalter vorbereiteten, dabei jedoch kaum messbare Fortschritte bei der tatsächlichen Umsetzung erzielten.

  • Zwar gäben 87 Prozent der Unternehmen an, PQC-Initiativen zu planen, zu testen oder umzusetzen, doch die tatsächliche Implementierung habe seit der letzten Umfrage nur um zwei Prozentpunkte zugenommen.

Infolgedessen hätten bisher lediglich sieben Prozent der Unternehmen quantensichere oder hybride Kryptographie für den Großteil ihrer digitalen Zertifikate implementiert – für Hilscher ein deutliches Zeichen dafür, wie viel Arbeit noch nötig ist, um von der Planung zur tatsächlichen Umsetzung zu gelangen.

Übergang zur PQC mehr als ein bloßes technisches Upgrade

Die Ergebnisse – veröffentlicht im „DigiCert Quantum Readiness Outlook“ – deuteten darauf hin, dass Unternehmen die Phase des reinen Bewusstseins bereits hinter sich gelassen hätten, nun jedoch mit einer Umsetzungslücke konfrontiert seien.

  • Mehr als die Hälfte der Unternehmen erwarte, dass die heutigen Verschlüsselungsstandards innerhalb der nächsten fünf Jahre gebrochen würden – während der Fortschritt der Unternehmen auf dem Weg zur Quantensicherheit im vergangenen Jahr nur um zwei Prozent zugenommen habe.

„Der Übergang zur Post-Quanten-Kryptographie ist Teil einer umfassenderen Modernisierungsreise und nicht nur ein technisches Upgrade!“, untersteicht Hilscher.

Drohende „Harvest Now, Decrypt Later“-Angriffe unterstreichen Dringlichkeit der PQC-Einführung

Hilscher führt aus: „Unternehmen, die heute in Krypto-Agilität investieren, schaffen sich die Flexibilität, sich mit sich wandelnden Standards, neuen Technologien und zukünftigen Geschäftsanforderungen weiterzuentwickeln. Genau das schafft langfristige Resilienz. Doch genau hier zeigt die Studie, wo Unternehmen aktuell an ihre Grenzen stoßen – bei der Übersetzung von Strategie in unternehmensweite Umsetzung.“

  • Die Dringlichkeit nehme weiter zu. 84 Prozent der Unternehmen gingen davon aus, dass zumindest ein Teil ihrer verschlüsselten Daten bereits jetzt anfällig für Angriffe des Stils „Harvest Now, Decrypt Later“ (HNDL) sei, während der größte Anteil der Befragten (39%) erwarte, dass der Übergang zu quantensicherer Kryptographie drei bis fünf Jahre dauern werde.

Dies unterstreiche das Bewusstsein, dass Quantencomputing nicht mehr als zukünftige technologische Herausforderung, sondern als aktuelles Geschäftsrisiko wahrgenommen werde.

Weitere Erkenntnisse aus der aktuellen DigiCert-Studie zur PQC-Einführung:

  • Finanztransaktionsdaten und Bankdaten seien als jene Daten identifiziert worden, welche am wahrscheinlichsten zuerst angegriffen würden, sobald sie entschlüsselbar sind – gefolgt von privaten Schlüsseln und „Wallets“ für „Krypto-Währungen“.
  • 50 Prozent hätten bereits Quantenrisikobewertungen durchgeführt, während 44 Prozent Übergangspläne entwickelt und kryptographische Inventare erstellt hätten.
  • 25,6 Prozent würden die Komplexität von Altsystemen (Legacy-Systemen) als größtes Hindernis für die Implementierung nennen – womit dieser Faktor die Unsicherheit bezüglich Standards oder mangelnde Unterstützung durch die Geschäftsführung als größtes Hindernis abgelöst habe.
  • Der Einzelhandel habe den niedrigsten Vorbereitungsgrad verzeichnet, während die Fertigungsindustrie die am stärksten gespaltene Branche gewesen sei. „MedTech“ sowie Telekommunikation und Medien hätten das höchste Vertrauen in ihre eigene Vorbereitung gezeigt.
  • Das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland habe den höchsten Anteil an Unternehmen verzeichnet, welche sich selbst als führend in Sachen Quantenbereitschaft einschätzten (18%), gefolgt von den USA (17%) und Australien (10%).

Weitere Informationen zum Thema:

digicert
About DigiCert: Trust built for the AI age / Securing people, data, devices, and agents in a quantum world

digicert. Research Report 2026
The Quantum Execution Gap / Key findings from DigiCert’s Quantum Readiness Outlook

digicert
Kevin Hilscher: Product Leader, DigiCert Device Trust Portfolio | DigiCert / Working at the intersection of the Internet of Things (IoT) and cybersecurity, Kevin Hilscher is the product leader for the DigiCert Device Trust portfolio of products, focused on securing the IoT

digicert
World Quantum Readiness Day 2026: The quantum shift is coming. Are you ready? / September 17, 2026 • Virtual • Free • Live Q&A

digicert
Quantum Central: Quantum readiness made practical / Discover cryptographic assets, prioritize migration, manage remediation, and prove quantum readiness

digicert
DigiCert Custom Edition 2026: Post-Quantum Cryptography for dummies / Quantum computing is advancing by leaps and bounds. But how is quantum different from classical computing, and how will it affect you and your security? Here are your answers.

datensicherheit.de, 03.04.2026
Quantencomputing: Hohe Erwartungen bei deutschen Unternehmen – mit bisher wenig Einsatz / Quantencomputing hat das Potenzial, ganze Branchen zu verändern – von der Materialforschung und der Gesundheitsversorgung über die Logistik bis hin zum Einzelhandel

datensicherheit.de, 01.11.2025
Bedrohung der Datensicherheit durch Fortschritte bei Quantencomputern / Unternehmen stehen weitreichende Veränderungen hinsichtlich des Schutzes sensibler Informationen und Daten bevor – Quantencomputer rechnen immer schneller und bedrohen Public-Key-Verschlüsselungen

datensicherheit.de, 16.09.2025
Daten als Beute auf Vorrat: Cyberkriminelle setzen auf Fortentwicklung der Quantencomputer / US-Behörde NIST empfiehlt neue Kryptographie-Standards: Quantencomputer werden bald heute noch als sicher geltende Verschlüsselungen in Sekunden knacken können

datensicherheit.de, 16.07.2025
Fortschritte des Quantencomputings: Aktuelle Verschlüsselungsverfahren drohen obsolet zu werden / Innerhalb der nächsten fünf bis zehn Jahre wird vielfach der Eintritt des „Q-Day“ befürchtet – also der Zeitpunkt, an dem Quantencomputer leistungsfähig genug sind, heute gängige kryptographische Algorithmen zu brechen

datensicherheit.de, 16.05.2025
Quantencomputer werden die Welt verändern: Herausforderungen sowie Risiken kennen und Chancen nutzen / Rückblick auf das „FrühlingsForum 2025“ des VDI/VDE-AK Sicherheit und des ETV in Berlin mit Dr. Jan Goetz als Sprecher zum Thema „Quantencomputer – Was kommt nach KI? Wie Quantencomputer die Welt verändern können“

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Tour de France 2026: Gefälschte Webshops ködern Radsportfans https://www.datensicherheit.de/tour-de-france-2026-faelschung-webshops-koeder-radsportfans Thu, 23 Jul 2026 22:42:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55786 Die „Tour de France“ zieht aktuell wieder viele Radsportfans in ihren Bann und die Rivalität an der Spitze des Pelotons veranlasst die Fans dazu, sich neue Trikots, Helme und Trinkflaschen zulegen zu wollen

[datensicherheit.de, 24.07.2026] Die diesjährige „Tour de France“ hat offensichtlich Cyberkriminelle dazu veranlasst, auch dieses Sportereignis als Köder zu missbrauchen und hierzu gefälschte Webshops zum vermeintlichen Kauf von Trikots und Fanartikeln einzurichten – über diese versuchen sie laut einer aktuellen Stellungnahme von „Check Point Research“ (CPR), persönliche sowie Anmeldedaten und Zahlungsinformationen ihrer Opfer abzugreifen. CPR hat jedenfalls nach eigenen Angaben im letzten halben Jahr 63 neu registrierte, bösartige Domains im Zusammenhang mit der „Tour de France“ identifiziert.

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Abbildung: Check Point Research 2026

„tourdefranceevent[.]shop“ – ein Beispiel für eine gefälschte Webshop-Seite

Große Sportveranstaltungen – wie gegenwärtig noch die „Tour de France 2026“ – gehen regelmäßig mit einer Welle von Betrugsfällen einher

Die „Tour de France“ ziehe aktuell viele Radsportfans in ihren Bann und die Rivalität an der Spitze des Pelotons veranlasse die Fans dazu, sich neue Trikots, Helme und Trinkflaschen zuzulegen. Cyberkriminelle verfolgten dasselbe Rennen – aber eben aus niederträchtigen Gründen:

  • „Sie richten gefälschte Online-Shops ein, um diese Begeisterung in gestohlene Zahlungsdaten und persönliche Informationen umzuwandeln. Große Sportveranstaltungen ziehen regelmäßig eine Welle von Betrugsfällen nach sich.“

CPR hat demnach zwischen Januar und Juni 2026 insgesamt 63 neu registrierte Domains identifiziert, welche Begriffe im Zusammenhang mit der „Tour de France“ enthalten, darunter Verweise auf das Rennen selbst, Radsportmarken, Namen von Fahrern und veranstaltungsspezifische Begriffe. Repräsentative Beispiele seien „tourdefrancelife[.]com“ (Februar 2026), „tourdefrance[.]pro“ (Februar 2026) und „tourettedefrance[.]com“ (März 2026).

Interesse an Radsportausrüstung, Tickets, Fanartikeln etc. genau während der aktuellen „Tour de France“ auf dem Höhepunkt

Das Interesse an Radsportausrüstung, Tickets, Fanartikeln, Wettplattformen und Veranstaltungsinformationen erreiche genau dann während des Rennens seinen Höhepunkt. Fans suchten gleichzeitig nach Teamtrikots, Produkten rund um die Fahrer, reduzierter Ausrüstung und Angeboten unter dem Tour-Markennamen. Cyberkriminelle wüssten dies und reagierten auf die Nachfrage mit überzeugenden Fälschungen, welche in Suchergebnissen, „Social Media“-Beiträgen oder wie gesponserte Werbung aussehenden Anzeigen auftauchen könnten.

  • Die Daten zeigten auf, wie Angriffe der öffentlichen Aufmerksamkeit folgten. In Frankreich seien Organisationen im Juni 2026 durchschnittlich 1.333 Cyberangriffen pro Woche ausgesetzt gewesen – ein Anstieg um 21 Prozent im Vergleich zum Mai und um 14 Prozent im Vergleich zum Juni 2025.

Der Trend sei besonders deutlich in verbraucherorientierten Branchen zu beobachten gewesen, welche mit ereignisgebundenen Käufen in Verbindung stünden, wobei Betrüger Nachfragespitzen bei Fanartikeln, Tickets und damit verbundenen Dienstleistungen ausnutzen könnten. Zum Vergleich: In Deutschland seien die Cyberangriffe um 35 Prozent auf 1.659 pro Woche angestiegen. Österreich habe mit 2.243 Angriffen ein Plus von 37 Prozent verzeichnet und die Schweiz sei mit einem Anstieg von 44 Prozent auf 1.504 sogar das Land mit dem stärksten Zuwachs in der sogenannten DACH-Region.

Fan-Nachfrage zur „Tour de France“ als Cyberrisiko: Sektor „Konsumgüter und Dienstleistungen“ am stärksten beeinflusst

Der Sektor „Konsumgüter und Dienstleistungen“ werde am unmittelbarsten von der „Tour“ beeinflusst: Fanartikel, Mannschaftstrikots und der E-Commerce von Sponsoren sorgten während der Rennwochen für ein hohes Transaktionsvolumen, was den Sektor zu einem Hauptziel für gefälschte Webshops und das Sammeln von Zugangsdaten mache.

  • „Der Anstieg an Cyberangriffen, die Anzahl der neu registrierten ,Tour de France’-Domains und die bereits online auftauchenden gefälschten Online-Shops ergeben ein klares Bild: Kriminelle nutzen das Interesse der Fans am Rennen schamlos aus und verdienen kräftig damit“, kommentiert Torsten Koch, „Senior Director Enterprise Sales“ bei Check Point Software. Er führt weiter aus: „Diese Websites können auf den ersten Blick seriös wirken – mit hohen Rabatten, gefälschten Vertrauenssiegeln und dem bekannten Markenemblem. Wachsamkeit ist deshalb auch beim größten Fan gefragt, denn es gilt noch immer: Wenn ein Angebot zu gut erscheint, um wahr zu sein, ist es das wahrscheinlich auch!“

Die meisten der neu registrierten Domains seien noch nicht klassifiziert, was sie für sich genommen jedoch nicht sicherer mache. Einige tauchten in koordinierten Gruppen auf, was darauf hindeute, dass Betrüger möglicherweise im Voraus gefälschte Websites und Shops für den Diebstahl von Zugangsdaten vorbereiteten.

Fake-Websites verleiten Fans zu nichtoffiziellen „Tour de France“-Konten

Ein aktuelles Beispiel veranschauliche die Vorgehensweise: Unter den untersuchten Domains habe CPR die Domain „tourdefranceevent[.]shop“ identifiziert, welche im Juni 2026 registriert und von mehreren Threat-Intelligence-Systemen als „bösartig“ eingestuft worden sei. Diese Website habe eben keinerlei Verbindung zum offiziellen „Tour de France“-Shop und setze auf ungewöhnlich niedrige Preise, gefälschte Vertrauenssiegel, Pop-up-Meldungen, um ein Gefühl der Dringlichkeit zu erzeugen, sowie „Social Media“-Symbole, welche dann nicht zu offiziellen „Tour de France“-Konten führten.

  • Diese Taktiken zielten darauf ab, den Fan in falscher Sicherheit zu wiegen. Ein Käufer sehe einen bekannten Rennnamen, ein professionell gestaltetes Layout, vielleicht sogar einen attraktiven Rabatt. Dahinter stecke jedoch der perfide Versuch, Zahlungsdaten, persönliche Informationen oder Zugangsdaten zu sammeln – „bevor die Website verschwindet oder die Nutzer auf eine andere Seite weiterleitet“.

Dieses Risiko beschränke sich nicht auf ein Land oder eine bestimmte Fangemeinde. Jeder Fan mit einem starken Interesse an dem Rennen könne zum Ziel werden, insbesondere wenn Nutzer nach Last-Minute-Angeboten, limitierten Fanartikeln, Wettangeboten oder Reiseleistungen suchten.

5 CPR-Tipps zum sicheren Einkauf von Radsportausrüstung – nicht nur aus Anlass der „Tour de France“

  • Die URL überprüfen!
    Gefälschte Websites verwendeten oft eine leicht abgeänderte Adresse oder eine ungewöhnliche Domain-Endung. Fans sollten diese sorgfältig durchlesen, bevor sie ihre Daten preisgeben.
  • Auf echte Kontaktdaten achten!
    Ein seriöser Webshop gebe einen Firmennamen, eine Anschrift, eine E-Mail-Adresse und eine Telefonnummer an. Fehlende Angaben seien somit ein Warnzeichen.
  • Bewertungen über den Shop im Netz suchen und lesen!
    Fans sollten nach unabhängigen Bewertungen suchen. Eine Mischung aus guten und schlechten Bewertungen sei in der Regel vertrauenswürdiger als eine Flut von Fünf-Sterne-Bewertungen.
  • Misstrauisch gegenüber niedrigen Preisen bleiben!
    Hohe Rabatte auf begehrte Artikel seien ein gängiger Köder. Wenn der Preis unrealistisch erscheint, sollten Fans ihn auch als solchen betrachten.
  • Eine Sicherheitslösung zum Schutz einsetzen!
    Antiviren-Software und eine Browser-Erweiterung mit URL-Schutz könnten Webseiten beim Aufrufen scannen und davor warnen, bevor Zahlungsdaten übermittelt werden.

Fans, welche sich vor dem Kauf noch einen Moment Zeit nehmen, die URL und den Namen der Website zu überprüfen und sich zu vergewissern, dass es sich um den richtigen Verkäufer handelt, könnten so sicherstellen, „dass sie nicht die Leidtragenden ihrer eigenen Begeisterung sind“.

Weitere Informationen zum Thema:

cp<r> BY CHECK POINT
CHECK POINT RESEARCH

WIKIPEDIA
Tour de France

Tour de France
04/07 > 26/07/2026

datensicherheit.de, 05.07.2025
112. Tour de France: Was Echtzeitdaten im Hintergrund leisten / Moderne Daten-Streaming-Technologien sorgen dafür, dass Veranstalter, Sicherheitsdienste und Teams jederzeit den Überblick behalten können

datensicherheit.de, 28.06.2024
Betrugs-Hochsaison während der Sommerferien: KnowBe4 warnt und gibt Sicherheitstipps / Cyber-Kriminelle sind unerbittlich und missbrauchen oft entspannte Ferienstimmung

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Zu Hackern in Menschengestalt gesellt sich KI – Unternehmen müssen Cyberabwehr neu denken https://www.datensicherheit.de/hacker-menschen-ki-unternehmen-cyberabwehr-erneuerung Thu, 23 Jul 2026 22:23:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55785 Zum ersten Mal ist ein selbstständiger Hacker-Angriff durch eine Künstliche Intelligenz erfolgt, doch egal, ob Mensch oder KI: Ungepatchte Sicherheitslücken, unzureichend geschützte Kommunikationskanäle, übermäßige Berechtigungen und grundlegende Mängel bei der Cyberhygiene eröffnen immer wieder Angriffsmöglichkeiten

[datensicherheit.de, 24.07.2026] Aktuelle Medienberichte sind geeignet, erschreckende Zukunftsszenarien aufzuzeigen: Zum ersten Mal soll demnach ein selbstständiger Hacker-Angriff durch eine Künstliche Intelligenz (KI) erfolgt sein. Der KI-Anbieter OpenAI jedenfalls hat einen neuartigen Sicherheitsvorfall, hervorgerufen von einer unternehmenseigenen KI-Technologie – gemeldet. Dan Schiappa, „President Technology and Services“ bei Arctic Wolf, führt in seiner Stellungnahme aus, was diese Evolution eigenständig angreifender KI für die Cyberbedrohungslandschaft bedeutet.

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Foto: Arctic Wolf

Dan Schiappa: Vorgehensweise der KI erinnert an jene erfahrener menschlicher Angreifer

Hochentwickelte KI kann erfolgreich sein, weil sie bekannte Schwachstellen ausnutzt

„KI ist zunehmend in der Lage, komplexe Cyberangriffe mit nur minimaler menschlicher Beteiligung durchzuführen“, so Schiappa. Der Vorfall bei OpenAI verdeutliche, dass fortschrittliche Modelle Schwachstellen eigenständig identifizierten, mehrstufige Angriffspfade entwickelten, auf Sicherheitsmaßnahmen reagierten und Ziele verfolgen könnten. „Und das auf eine Weise, die an das Vorgehen erfahrener menschlicher Angreifer erinnert.“

  • Ebenso wichtig sei jedoch eine weitere Erkenntnis aus dem aktuellen Vorfall: Selbst hochentwickelte KI sei häufig erfolgreich, weil sie bekannte Schwachstellen ausnutzen könne.

Ungepatchte Sicherheitslücken, unzureichend geschützte Kommunikationskanäle, übermäßige Berechtigungen und grundlegende Mängel bei der Cyberhygiene eröffneten eben nach wie vor Angriffsmöglichkeiten. Neu sei die Technologie – „nicht nicht jedoch die Sicherheitslücken, die sie ausnutzt“.

KI kann Schwachstellen in Maschinengeschwindigkeit erkennen und ausnutzen

Er warnt: „Unternehmen, die ihre IT-Assets nicht vollständig im Blick haben, Schwachstellen nicht konsequent beheben, Identitäten unzureichend absichern oder ihre Angriffsfläche nicht wirksam reduzieren, bieten KI-gestützten Angreifern dieselben Möglichkeiten, die menschliche Angreifer bereits seit Jahren ausnutzen!“ Der Unterschied: KI könne diese in Maschinengeschwindigkeit erkennen und ausnutzen.

  • Sicherheitsteams sollten diesen Vorfall als Ausblick auf die künftige Bedrohungslage verstehen. „Je stärker KI die Hürden für komplexe Cyberangriffe senkt, desto wichtiger werden eine umfassende Transparenz über die gesamte IT-Umgebung sowie die Fähigkeit, Sicherheitsvorfälle in erhöhter Geschwindigkeit zu untersuchen und darauf zu reagieren.“

Der wirksamste Schutz vor zunehmend autonom agierenden Bedrohungen seien resiliente „Security Operations“, um Schwachstellen schnell erkennen, Angriffe frühzeitig identifizieren und Gegenmaßnahmen einleiten zu können – „bevor Angreifer – ob menschlich oder KI-gestützt – ihre Ziele erreichen können“.

Weitere Informationen zum Thema:

ARCTIC WOLF, Laura Grace Ellis, 22.07.2026
What the OpenAI–Hugging Face Incident Really Tells Us / The OpenAI-Hugging Face incident shows AI exploiting conventional security gaps at machine speed. Here’s how to strengthen your defense without reinventing it.

ARCTIC WOLF
Dan Schiappa: Dan Schiappa is Arctic Wolf’s President, Technology and Services. In this role, Dan is responsible for driving innovation across product, engineering, security services, alliances, and business development teams to help meet demand for security operations through Arctic Wolf’s growing customer base…

tagesschau, 22.07.2026
Ausbruch aus Testumgebung KI von OpenAI steuert eigenständig Hackerangriff

OpenAI, 21.07.2026
OpenAI und Hugging Face reagieren gemeinsam auf Sicherheitsvorfall bei Modellevaluation

datensicherheit.de, 21.07.2026
Cyberangriff auf Hugging Face: Experten ordnen die neue Dimension von KI-Angriffen ein / Ein aktueller Cyberangriff beherrscht aktuell die Schlagzeilen: Ein autonomer KI-Agent nutzte Schwachstellen in der Datenverarbeitungs-Pipeline von Hugging Face aus. Über manipulierte Datensätze wurde Schadcode eingeschleust, der es dem Agenten ermöglichte, auf Clusterebene zu gelangen und Cloud-Zugangsdaten zu stehlen.

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Cyber Resilience Act macht Cybersicherheit für vernetzte Produkte zur Pflicht https://www.datensicherheit.de/cyber-resilience-act-cybersicherheit-produkte https://www.datensicherheit.de/cyber-resilience-act-cybersicherheit-produkte#respond Thu, 23 Jul 2026 13:25:59 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55774 Ab 2027 gelten in der EU verbindliche Anforderungen an die Cybersicherheit vernetzter Produkte. Der Cyber Resilience Act zwingt Hersteller zu neuen Prozessen. Zentrales Instrument ist dafür auch der digitale Produktpass.

Von unserem Gastautor Dr. Carsten Stöcker, Geschäftsführer von Spherity GmbH

[datensicherheit.de, 23.07.2026] Sicherheit von Anfang an, das gilt ab Ende 2027 für alle vernetzten Hard- und Softwareprodukte. Diese Anforderung folgt aus dem Cyber Resilience Act (CRA), der das Sicherheitsniveau von Produkten und die Verlässlichkeit im Betrieb regelt. Seine Kernaussage: Produkte müssen so entwickelt werden, dass sie ein Mindestmaß an Cybersicherheit erfüllen. Das betrifft zum Beispiel sichere Voreinstellungen und verkleinerte Angriffsflächen. Für Nutzer ist somit weniger eigene Absicherung nötig.

Dr. Carsten Stöcker, Geschäftsführer von Spherity GmbH

Dr. Carsten Stöcker, Geschäftsführer von Spherity GmbH, Bild: Spherity GmbH

Anforderungen durch den Cyber Resilience Act

Die EU-Verordnung reguliert in erster Linie Produkte mit digitalen Elementen. Das sind beispielsweise IoT-Geräte wie Industriesteuerungen, vernetzte Maschinen, Sensoren oder Komponenten aus der Industrieautomation. Auch klassische IT-Lösungen wie Betriebssysteme oder Business-Software fallen darunter. Stark betroffen ist der Bereich Consumer Electronics, etwa Smart-TVs oder vernetzte Haushaltsgeräte. Weitere vom CRA abgedeckte Marktsegmente sind Medizintechnik, Automotive oder Energieversorgung.

Zunächst gilt es zu klären, was der Cyber Resilience Act von Herstellern erwartet. Im Kern fordert er „Security by Design” und „Security by Default”: Produkte müssen so entwickelt werden, dass sie ein angemessenes Niveau an Cybersicherheit erreichen. Dazu gehört, Risiken frühzeitig zu bewerten und Schwachstellen während des Supportzeitraums rasch zu beheben. Hinzu kommen eine korrekte technische Dokumentation sowie Nutzerinformationen und ein Meldeprozess für Vorfälle.

Der digitale Produktpass als Grundlage

Für Unternehmen ist das keine klassische Compliance-Aufgabe, shttps://www.ipk.fraunhofer.de/de/kompetenzen-und-loesungen/industrietrends/kreislaufwirtschaft/digitaler-produktpass-dpp.htmlondern setzt eine Anpassung der operativen Steuerung voraus. Sie müssen wissen, welche Softwarekomponenten es im Produkt gibt, welche Zulieferer beteiligt sind, wie lange es Sicherheitsupdates gibt, wie genau die Vernetzung funktioniert, welche Protokolle eingesetzt werden und vieles mehr. Die Anforderungen sind hoch, der gesamte Produktlebenszyklus muss auf Cybersecurity ausgerichtet werden. Das betrifft die Fertigung ebenso wie das weitere Produktleben. Hier schließt sich eine zweite Frage an: Wie lassen sich diese Daten sammeln und für den gesamten Lebenszyklus leicht verfügbar speichern?

Das beste Werkzeug für diesen Zweck ist ebenfalls ein Element der EU-Regulierung: der digitale Produktpass (DPP), der ab 2027 laut Ökodesign-Verordnung ESPR (Ecodesign for Sustainable Products Regulation) Pflicht für alle Elektronikprodukte ist. Die EU-Verordnung sieht vor, dass jeder Akteur innerhalb einer Wertschöpfungskette seine eigenen Produktdaten bereitstellt. Deshalb müssen alle elektronischen Geräte einen Produktpass besitzen, auch Komponenten oder Baugruppen wie Netzteile oder Steuerungssysteme.

Nachhaltigkeit und Cybersecurity verknüpfen

Ein Produktpass ist ein maschinenlesbarer Datensatz, der mit Software gespeichert und ausgelesen wird. Jedes einzelne Produkt erhält eine eindeutige Kennzeichnung, die gut sichtbar und leicht erkennbar am Gehäuse oder dem Produkt selbst angebracht werden muss. Die einfachste Möglichkeit ist ein Aufkleber mit einem QR-Code. Er führt nach dem Scannen auf eine Cloud-Anwendung wie die von Spherity, die alle gewünschten Daten anzeigt. Auf diese Weise begleitet der Produktpass jedes Gerät über seinen gesamten Lebensweg und liefert Reparaturbetrieben, Verwertern und Weiterverarbeitern sämtliche notwendigen Informationen.

Der Nachhaltigkeitsaspekt steht in der öffentlichen Diskussion meist im Vordergrund. Doch für vernetzte Elektronikprodukte lässt er sich direkt mit Cybersecurity-Anforderungen verknüpfen. Der Pass ist dann ein Datenspeicher für alle Informationen rund um Sicherheit. Die CRA-Verordnung verlangt nämlich eine belastbare technische Dokumentation. Dazu gehört eine lange Liste an unterschiedlichen Informationen: Risikobewertungen, Architekturinformationen, Nachweise zu umgesetzten Schutzmaßnahmen, Testverfahren, Supportprozesse und Unterlagen für die Konformitätsbewertung wie beispielsweise Angaben zu den Security-Maßnahmen oder Update-Historien.

Ein ähnlicher Trend zeigt sich in der Energiewirtschaft: Auch dort werden für immer mehr Netzkomponenten und Assets digitale Zwillinge und DPP-artige Datenmodelle aufgebaut, damit transparent wird, was im Stromnetz verbaut ist, woher kritische Komponenten stammen und wie sich Abhängigkeiten sowie Cyberrisiken besser bewerten lassen. Das ist besonders bei Komponenten aus Drittstaaten relevant. Für industrielle Großbatterien ist ein digitaler Batteriepass ab dem 18. Februar 2027 ohnehin verbindlich, für immer mehr Netzkomponenten und Assets wird der DPP schrittweise folgen.

Datenbasis für Audits und Betriebssicherheit

Solche für die Produktsicherheit notwendigen Informationen sind in vielen Unternehmen auf unterschiedliche IT-Systeme verteilt. Der Produktpass bündelt diese Daten und macht sie dauerhaft verfügbar. Das hilft bei Audits durch Behörden und schafft eine hohe Lieferkettentransparenz. Denn sobald Drittsoftware oder externe Dienste Teil eines Produkts sind, müssen deren Risiken in die Gesamtbewertung einfließen. Ein Produktpass kann diese Zusammenhänge sichtbar machen.

Auch in der Betriebsphase bietet der Produktpass klare Vorteile, denn der Cyber Resilience Act endet nicht mit dem Verkauf. Hersteller müssen Schwachstellen über den gesamten Supportzeitraum behandeln und bei Sicherheitsvorfällen schnell reagieren. Am Ende des Produktlebens rücken dann Recycling-Aspekte in den Fokus. Das betrifft die Hersteller, aber auch den Handel. Er ist verpflichtet, nicht mehr benutzte oder reparierbare Geräte zurückzunehmen. Hier steigt die Effizienz, wenn alle Informationen an einem zentralen Ort gespeichert sind.

Steuerungsinstrument für CRA-Compliance

So zeigt sich, dass es sich beim CRA nicht um ein isoliertes Regulierungsthema handelt. Die Verordnung greift tief in Produktstrategie, Entwicklungsprozesse, Einkauf und After-Sales-Strukturen ein. Mit dem digitalen Produktpass können Unternehmen diese Transformation steuern und beschleunigen. Er macht Sicherheitsprozesse sichtbar und für Behörden überprüfbar. Unternehmen können damit eine frühzeitige CRA-Compliance schaffen und vereinfachen den Marktzugang. Der digitale Produktpass wird damit zu einem operativen Steuerungswerkzeug für sichere und marktfähige digitale Produkte.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 12.07.2026
Cyber Resilience Act (CRA): Bringschuld der Unternehmen per September 2026

datensicherheit.de, 30.04.2026
FTAPI gibt CRA-Tipps für KMU: Cyber Resilience Act oft ein Buch mit 7 Siegeln

datensicherheit.de, 18.10.2024
Cyber Resilience Act der EU (CRA): Verabschiedung und Konsequenzen für Unternehmen

 

 

 

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https://www.datensicherheit.de/cyber-resilience-act-cybersicherheit-produkte/feed 0
Electronic Travel Authorisation for UK: ETA als Köder für dubiose Drittanbieter und Cyberkriminelle https://www.datensicherheit.de/electronic-travel-authorisation-uk-eta-drittanbieter-cyberkriminelle Wed, 22 Jul 2026 22:47:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55757 Zwei bis drei Millionen Deutsche reisen jedes Jahr nach Großbritannien – und seit dem 2. April 2025 benötigt jeder von ihnen nun eine offizielle elektronische Reisegenehmigung (ETA)

[datensicherheit.de, 23.07.2026] ESET warnt in einer aktuellen Stellungnahme, dass nach Eingabe von Suchbegriffen wie etwa „ETA für England“ oder „ETA beantragen“ in Suchmaschinen, Antragsteller in den Top-Suchergebnissen häufig nicht bei der offiziellen Website der britischen Regierung, sondern bei dubiosen Drittanbietern landen könnten. Solche professionell wirkenden, SEO-optimierte Webseiten gehen demnach einher mit gezielt geschalteten Werbeanzeigen, um eben genau dort zu erscheinen, wo Reisende zuerst suchen. Zwei bis drei Millionen Deutsche reisten jedes Jahr nach Großbritannien – und seit 2. April 2025 benötigt jeder von ihnen nun eine offizielle elektronische Reisegenehmigung (Electronic Travel Authorisation / ETA). Statt der offiziellen 20 britischen Pfund landeten am Ende oft rund 200 Euro auf der Rechnung. Manche Anbieter fragten nicht einmal die für die ETA nötigen Daten ab, etwa den NFC-Scan des Passes. Die drohende Folge: Reisende könnten ohne gültige Einreisegenehmigung dastehen – teils mitten im Urlaub. Hinzu komme ein handfestes Datenschutzrisiko, falls sensible Ausweisdaten bei unseriösen Drittanbietern landen.

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Abbildung: Screenshot der Website „https://www.gov.uk/eta“

Offizielle ETA-Webseite der britischen Regierung

Dubiose Anbieter vermeintlicher ETA-Assistenz erstellen professionell wirkende suchmaschinenoptimierte Webseiten

Jeder Deutsche, der das Vereinigte Königreich von Großbritannien und Nordirland besuchen möchte, benötigt eine elektronische Reisegenehmigung (ETA). Cyberbetrüger haben offensichtlich diese Bescheinigung als Köder für sich entdeckt. Mit angeblichen Ausfüllhilfen und aggressiver Werbung versuchen sie laut ESET, unwissende Reisende in die Falle zu locken. Ihre Angebote landeten bei entsprechenden Suchanfragen in den Top-Suchmaschinenergebnissen.

  • „Die Kosten für eine ETA liegen bei genau 20 Pfund Sterling, also ungefähr 23 Euro, so ESET-IT-Sicherheitsexperte Thorsten Urbanski. „Dubiose Anbieter versprechen ihren Kunden Hilfestellung beim Ausfüllen, einen ,24/7‘-Service und weitere Dienste, die Reisende in den meisten Fällen gar nicht brauchen. Am Ende stehen 200 Euro auf der Rechnung – neunmal mehr als es eigentlich gekostet hätte.“

Die Anbieter solcher vermeintlichen ETA-Seiten gingen immer gleich vor: Sie erstellten eine professionell wirkende, suchmaschinenoptimierte Webseite. Diese lande bei Suchanfragen wie „ETA für England“ oder „ETA beantragen“ weit oben in den Ergebnissen. Auch Werbeanzeigen auf „Social Media“ und in Suchmaschinen kämen häufig zum Einsatz. Auf ihnen können Nutzer Visa und ETAs für verschiedene Länder beantragen, beispielsweise für die USA, Großbritannien und Thailand.

Angeblicher „Express-Service“ lockt schnellerer ETA-Bereitstellung

Ziel der dubiosen Anbieter sei es, ihre Kunden möglichst schnell zur Antragsstellung und Bezahlung zu bringen. Dabei lobten die Werbeseiten die Vorzüge der jeweiligen Services. Eine manuelle Prüfung aller eingereichten Dokumente bis hin zu einem rund um die Uhr erreichbaren Kundendienst:

  • Für einen Aufpreis erhielten Reisende scheinbar ein „Rundum sorglos“-Paket, welches wenig Mehrwert biete. Ein angeblicher „Express-Service“ locke mit einer schnelleren ETA-Bereitstellung. Allerdings warteten Nutzer dann genauso lange auf ihre Einreisegenehmigung wie bei der offiziellen Seite.

Viele Anbieter nähmen darüber hinaus nicht jene Daten auf, welche für die ETA erforderlich seien – etwa biometrische Bilder oder einen NFC-Scan des Reisepasses. Reisende, die auf diese Dienste zurückgreifen, verlören im schlimmsten Fall Geld und stünden vor ihrer Reise ohne Einreisegenehmigung da.

Gefahr für Datenmissbrauch bei ETA-Anträgen via Drittanbietern

Ein weiterer Haken: Selbst bei Dienstleistern, die alle benötigten Informationen abfragen, liefen Reisende Gefahr, dass der Anbieter ihre Daten zu spät übermittele und sie am Ende ohne Einreisegenehmigung dastünden. Zudem vertraue man sensible Informationen, inklusive Bilder von Personalausweisen, einer Privatfirma an. Damit einher gehe das Risiko für Datenlecks.

  • Damit könnten Cyberkriminelle im Ernstfall mit Hilfe der entwendeten Daten Identitäten kopieren und Straftaten begehen, indem sie sich als ihre Opfer ausgäben. Reisende müssten sich in dem Fall neue Reisedokumente ausstellen lassen, was mehrere Wochen in Anspruch nehmen und damit den gesamten Urlaub gefährden könne.

Hinter solchen Online-Angeboten steckten oftmals Unternehmen und Reiseagenturen, welche mit der Unwissenheit einiger Reisender Profit machen wollten. Ein paar Anbieter gäben zumindest im Kleingedruckten an, dass der reguläre Weg über die offizielle ETA-Regierungswebsite kostengünstiger sei – gleichzeitig betonten sie aber die Vorzüge ihrer Dienste.

Cyberkriminelle haben die ETA als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt

Auch Online-Kriminelle hätten die ETA als neues Geschäftsfeld für sich entdeckt und erstellen Fake-Websites, damit Nutzer darüber Geld für scheinbar legitime Einreisegenehmigungen ausgeben. Erst bei der Reise selbst falle dann auf, dass die ETA ungültig sei – und die Einreise werde verweigert.

ESET rät daher allen Großbritannien-Reisenden zu folgenden Vorsichtsmaßnahmen:

  • Nur die offizielle Website nutzen!
    Die ETA lasse sich ausschließlich über die offizielle Website der britischen Regierung oder die offizielle „UK ETA“-App beantragen. Der Preis liege dort aktuell garantiert bei 20 Pfund Sterling. Alle Angebote mit höheren Preisen seien ein Warnsignal. Google z.B. markiere Nicht-Regierungs-Websites in Suchergebnissen mit einer Warnung.
  • Adressleiste prüfen!
    Vor der Eingabe persönlicher Daten sollten Nutzer die URL genau kontrollieren. Offizielle Regierungsseiten enden nämlich auf „gov.uk“ – Nachahmerseiten nutzten häufig ähnlich klingende Domainnamen, um Verwechslungen zu provozieren.
  • Werbeanzeigen kritisch hinterfragen!
    Auch wenn eine Anzeige bei Google oder in Sozialen Netzwerken seriös wirke, garantiere dies nicht die Echtheit des Angebots. Im Zweifel lohne sich die direkte Eingabe der offiziellen Adresse statt eines Klicks auf einen Werbelink.
  • Kleingedrucktes lesen!
    Wer dennoch einen Drittanbieter nutzen möchte, sollte vorab genau prüfen, welche Zusatzleistungen im Preis enthalten sind und ob diese tatsächlich benötigt werden.
  • Kreditkarte statt Vorkasse per Überweisung!
    Zahlungen per Kreditkarte böten im Betrugsfall oft bessere Rückbuchungsmöglichkeiten als Überweisungen.
  • Sicherheitssoftware nutzen!
    Eine aktuelle Sicherheitslösung mit Anti-Phishing-Funktion warne bereits beim Aufruf betrügerischer Webseiten und verhindere so den Kontakt mit der Falle von vornherein.

„Wer sich vorab informiert und ausschließlich die offizielle Regierungsseite nutzt, spart nicht nur Geld, sondern schützt auch seine persönlichen Daten vor Missbrauch“, kommentiert Urbanski abschließend.

Weitere Informationen zum Thema:

eseT
Wir sind ein weltweites Unternehmen für digitale Sicherheit und schützen Millionen von Kunden sowie Hunderttausende von Unternehmen rund um den Globus. / Technologie ermöglicht Fortschritt. ESET macht ihn sicher.

welivesecurity by eseT
Thorsten Urbanski – Sicherheitsexperte

GOV UK
Get an electronic travel authorisation (ETA) to visit the UK

LANDESKRIMINALAMT NIEDERSACHSEN, 19.06.2025
Betrügerische oder überteuerte Webseite zur Einreise (ETA) nach Großbritannien

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KI-Dilemma: EU AI Act – Bremsklotz oder Erfolgsbooster https://www.datensicherheit.de/eu-ai-act-regulierung-innovation https://www.datensicherheit.de/eu-ai-act-regulierung-innovation#respond Wed, 22 Jul 2026 16:33:44 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55748 Sicherheit oder unternehmerische Freiheit – der EU AI Act stellt die Entscheiderebene vor eine strategische Entscheidung. Regulierung schafft Orientierung, Vertrauen und Planungssicherheit. Gleichzeitig kann sie Innovation verlangsamen und neue KI-Anwendungen mit zusätzlichem Aufwand belasten. Entscheidend ist daher nicht das Ob, sondern das Wie: Unternehmen, denen die Balance zwischen Compliance und Innovationskraft gelingt, sichern sich nachhaltige Wettbewerbsvorteile.

Von unserem Gastautor Dr. Horst-Florian Jaeck, Partner und Managing Director bei valantic

[datensicherheit.de, 22.07.2026] Sicherheit oder unternehmerische Freiheit – Regulierungen sind in der Regel ein zweischneidiges Schwert: Den Befürwortern geben sie die dringend benötigte (Planungs-)Sicherheit, den Gegnern engen sie die Innovationskraft von Unternehmen zu sehr ein, indem neue Technologien wie Künstliche Intelligenz mit zeit- und kostenintensiven Auflagen belegt werden. In diesem Spannungsfeld stellt such die Frage, wie man die richtige Balance findet.

Dr. Horst-Florian Jaeck, Partner und Managing Director bei valantic

Dr. Horst-Florian Jaeck, Partner und Managing Director bei valantic, Bild: valantic

Den EU AI Act sehen die 1000 von valantic und dem Handelsblatt Research Institute (HRI) in einer aktuellen Studie befragten Business-Entscheider mit einem lachenden und einem weinenden Auge. Ein Studienteilnehmer äußerte, dass eine gut ausgestaltete Regulierung als Katalysator für Innovation und deren Verbreitung wirken könne. Zudem führte er aus, Regulierung schaffe Vertrauen und trage dazu bei, Innovationen breiter zu etablieren. Gleichzeitig wies er darauf hin, dass der AI Act der EU trotz seiner positiven Zielsetzung mit einem erheblichen bürokratischen Aufwand verbunden sei, was sich nachteilig auf die Wettbewerbsfähigkeit auswirken könne.

Der EU AI Act klassifiziert KI-Anwendungen nach ihrem Risikopotenzial

Der EU AI Act teilt AI-Applikationen in verschiedene Risikoklassen. Für Modelle mit hohem systemischem Risiko gelten zusätzliche Prüf- und Überwachungsanforderungen im engen Austausch mit der EU. Es ist vorgesehen, dass 2026 der Großteil der Anforderungen gelten, 2027 dann der Rest.

Unternehmen stehen also definitiv unter Handlungsdruck, wenngleich sich das Regelwerk noch in Bewegung befindet: Im Rahmen der EU-Vereinfachungsagenda haben sich Rat und EU-Parlament Anfang Mai vorläufig auf das sogenannte Omnibus VII-Gesetzgebungspaket geeinigt – ein erstes Änderungspaket, das u. a. eine Fristverlängerung beinhaltet. Die formelle Verabschiedung steht hierfür noch aus, aber die politische Richtung gilt als gesetzt.

Pro und Contra EU AI Act

So bewerten die Teilnehmer der Studie von valantic und HRI die Regulatorik im Detail: 70 Prozent der Befragten (vgl. Studie AI at scale) sehen die Vorgaben eher als Hemmschuh und kritisieren, dass die aktuelle Ausgestaltung des EU AI Act die Wettbewerbssituation europäischer Unternehmen deutlich verschlechtern wird. Denn die obligatorischen Vorgaben ziehen hohe Zeit- und Kostenaufwände nach sich, wodurch europäische Unternehmen gegenüber der internationalen Konkurrenz aus den USA und aus China ins Hintertreffen geraten. Der für die vorgeschriebene Maßnahmen zu betreibende Aufwand sei einfach zu hoch.

Viele Umfrageteilnehmer sehen es zugleich aber auch differenzierter und glauben, dass Unternehmen mit ethischer, transparenter und gut gesteuerter KI bis 2030 erfolgreicher sein werden als Unternehmen, die nur auf Tempo, Automatisierung, Zeit- und Kostengewinne setzen. Für 82 Prozent zählt die Einrichtung von Governance-Strukturen für KI und Daten zu den Top-Erfolgsfaktoren beim Einsatz von KI. Genau diese Unternehmen werden mittel- bis langfristig erfolgreicher sein und mit KI höhere Mehrwerte produzieren als jene, die nur auf Geschwindigkeit und Automatisierung setzen.

Obligatorische Trainings und Wissensaufbau werden befürwortet

Ein anderer Studienteilnehmer erklärte, dass er den EU AI Act aus der Perspektive eines Unternehmens, das KI-Anwendungen einsetzt, grundsätzlich positiv bewerte. Die Regulierung sensibilisiere für potenzielle Risiken und trage dazu bei, dass nicht beliebige Tools ohne Weiteres eingesetzt würden. Darüberhinaus hob er die verpflichtenden Schulungen und den damit verbundene Wissensaufbau als positive Aspekte hervor.

Die Entscheidung für oder gegen eine Regulierung der KI spielt sich derweil nicht nur in Brüssel ab, sondern hat ganz praktische Auswirkungen. Ein konkretes Beispiel: Der US-Anbieter Anthropic hielt Mitte April sein neues KI-Modell Claude Mythos wegen Sicherheitsbedenken zurück und verzichtete auf eine sonst übliche Markteinführung mit lautem Trara. Konkret geht es um die Sorge, dass Hacker Claude Mythos nutzen könnten, um ohne großen Aufwand unzählige bisher unbekannte Sicherheitslücken in IT-Systemen aufzuspüren und dann für ihre Zwecke auszunutzen.

Sicherheitsexperten sprechen von sogenannten „Zero Day“-Schwachstellen. Diese Leaks sind dem Anbieter der entsprechenden Softwarelösung unbekannt, weshalb er seine Nutzer nicht vor ihnen schützen kann. Unter anderem, so Anthropic, habe Mythos eine 27 Jahre alte Schwachstelle im Betriebssystem OpenBSD gefunden. Mehrere Jahrzehnte haben weder IT-Sicherheitsfachleute noch Hacker besagte Lücke aufgespürt, bevor Claude Mythos dann erfolgreich war.

EU AI Act – kurzfristig ein Nachteil, aber langfristig ein Vorteil

Zwar sieht der Großteil der Befragten die aktuelle Ausgestaltung der Regulierung kritisch für die Wettbewerbssituation von europäischen Unternehmen, die KI nutzen. Beispielsweise weisen einige der Umfrage-Teilnehmenden in den Interviews darauf hin, dass der EU AI Act definitiv mit großen bürokratischen Anforderungen und damit einem großen Aufwand einhergeht.

Allerdings lehnen die von valantic und dem HRI befragten Unternehmensentscheider eine Regulierung im KI-Bereich nicht grundsätzlich ab. Ist sie passend aufgesetzt, verbessert sie unter Umständen sogar die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen. Sie kann Vertrauen schaffen. Partner und Kunden, die mit derartig regulierten Unternehmen im Bereich KI zusammenarbeiten, können etwaige Risiken besser einschätzen. Hinzu kommt ein oft übersehener interner Effekt: Für Unternehmen, in denen interne Kritiker oder Zögerer KI-Initiativen bislang gebremst haben, liefert der EU AI Act ein verbindliches Rahmenwerk und damit die nötige Handlungssicherheit, um in die Umsetzung zu starten.

Die Frage nach einer Regulierung der KI lässt sich demnach nicht mit einem kategorischen Ja oder einem kategorischen Nein beantworten. Der EU AI Act ist beides zugleich – potenzieller Wettbewerbsvorteil und -nachteil. Wie er wirkt, hängt stark von Branche, Unternehmensgröße und Geschäftsmodell ab. Die Devise sollte deshalb vielmehr lauten: Ja, regulieren und Missbrauch verhindern, aber bitte mit Augenmaß und so, dass der bürokratische Aufwand für die betroffenen Unternehmen in engen vertretbaren Grenzen bleibt.

Das bedeutet der EU AI Act konkret für europäische und deutsche Unternehmen: Der EU AI Act ist kurzfristig wegen zusätzlicher Kosten und Komplexität ein Wettbewerbsnachteil, kann aber mittelfristig zum klaren Wettbewerbsvorteil werden – vor allem für europäische Unternehmen, die „Trustworthy AI“ und AI Governance professionell aufsetzen und als Qualitätsmerkmal vermarkten. Um KI-Governance effektiv in Organisationen zu integrieren, ist ein strukturierter Ansatz unerlässlich.

Weitere Informationen zum Thema:

datensicherheit.de, 12.06.2026
AI Act der EU: Deutsche Umsetzung soll Unternehmen nun Rechtssicherheit bieten

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„Cruciferra“: Vertrieb eines neuen Crypter-Verschleierungsdienstes an Cyberkriminelle https://www.datensicherheit.de/cruciferra-vertrieb-crypter-verschleierungsdienst-cyberkriminelle Tue, 21 Jul 2026 22:38:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=55726 Sogenannte Crypter wie „Cruciferra“ sind Werkzeuge, um Schadsoftware zu verschleiern, damit dann Sicherheitslösungen zu umgehen und die Erfolgsquote bei der Infektion mit Malware zu erhöhen

[datensicherheit.de, 22.07.2026] Proofpoint-Sicherheitsforscher haben am 20. Juli 2026 Erkenntnisse zu einem neuen Verschleierungsdienst veröffentlicht. Sie haben demnach einen hochentwickelten „Crypter“-Service identifiziert und „Cruciferra“ benannt. Dieser Service werde aktuell von mehreren Cyberkriminellen-Gruppen genutzt. Sogenannte Crypter wie „Cruciferra“ sind Werkzeuge, um Schadsoftware zu verschleiern, damit dann Sicherheitslösungen zu umgehen und die Erfolgsquote bei der Infektion mit Malware zu erhöhen. „Cruciferra“ werde nicht von einem einzigen Akteur eingesetzt, sondern habe sich als eigenständiger Dienst im cyberkriminellen Untergrund etabliert, welcher an verschiedene Cyberkriminelle verkauft werde.

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Abbildung: Proofpoint

Verteilung der „Cruciferra“-Angriffe auf verschiedene Branchen

Der neue „Crypter“ weist außergewöhnlich hohen technischen Reifegrad aus

„Cruciferra“ zeichne sich durch einen außergewöhnlich hohen technischen Reifegrad aus. Dieser „Crypter“ sei in „Mono“ geschrieben und verfüge über eine breite Palette an Techniken zur Umgehung von Erkennung und forensischer Analyse.

  • Dazu gehörten indirekte Systemaufrufe, das sogenannte API- und IAT-Unhooking, der Missbrauch verwundbarer Treiber zur Aushebelung von Endpoint-Schutzlösungen sowie eine angepasste Umsetzung der „Process-Ghosting“-Technik, welche es ermögliche, Schadcode auszuführen, ohne verräterische Spuren auf dem System zu hinterlassen.

Besonders bemerkenswert sei der Umfang der eingesetzten Verschlüsselungsmethoden: „Cruciferra“ verfüge über mehr als 90 unterschiedliche kryptographische Routinen, welche offenbar dynamisch aus Bausteinen etablierter Verschlüsselungsalgorithmen zusammengesetzt würden. Dadurch entstehe eine enorme Variation zwischen einzelnen Malware-Samples, was die Erkennung anhand klassischer Signaturen erheblich erschwere.

Erste „Crypter“-Angebote im Herbst 2025 auf einschlägigen Untergrundforen

Erste Angebote für „Cruciferra“ seien im Herbst 2025 auf einschlägigen Untergrundforen wie „exploit[.]in“ aufgetaucht, wo der Dienst selbstbewusst als „the underground’s most lethal crypter“ beworben werde. Proofpoint konnte im Rahmen der Analyse nach eigenen Angaben sowohl produktiv eingesetzte als auch offensichtliche Testversionen der Malware identifizieren, welche Debugging-Funktionen und experimentelle Features enthielten. Dies sei ein Hinweis darauf, dass der Dienst aktuell aktiv weiterentwickelt werde.

  • In der Praxis sei „Cruciferra“ bereits in Dutzenden von E-Mail-Kampagnen beobachtet worden, bei denen verschiedenste Schadprogramme zum Einsatz gekommen seien – darunter die Remote-Access-Trojaner „AsyncRAT“, „XWorm“ und „Remcos“ sowie die sogenannten Infostealer „AgentTesla“, „XLoader“, „Phantom Stealer“, „Formbook“ und „zgRAT“.

Die Angriffe seien weitgehend opportunistisch erfolgt und hätten sich nicht gegen spezifische Einzelziele gerichtet, wobei Unternehmen aus den Bereichen Finanzdienstleistungen, Gesundheitswesen und dem öffentlichen Sektor überdurchschnittlich häufig betroffen gewesen seien. Die Kampagnen variierten stark in ihrem Umfang und reichten von einigen hundert bis zu mehreren tausend versendeten Nachrichten.

Weitere Informationen zum Thema:

proofpoint
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proofpoint, Blog, Chris Wakelin & Georgi Mladenov & Kyle Cucci & Proofpoint Threat Research Team, 20.07.2026
Unpacking “Cruciferra”: An Analysis of a Sophisticated Crypter Service

datensicherheit.de, 02.08.2024
Verschleierungstechnik für Spionage: Ransomware mit cyber-kriminellem Mehrfachnutzen / Ransomware-Bedrohungsakteure könnten von „ChamelGang“-Aktivitäten Kenntnis nehmen und ein weiteres Geschäftsmodell entwickeln

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