Branche – datensicherheit.de Informationen zu Datensicherheit und Datenschutz https://www.datensicherheit.de Datensicherheit und Datenschutz im Überblick Sat, 08 Aug 2026 07:52:26 +0000 de hourly 1 Offene Türen für KI-Agenten schließen – das SANS Institute gibt IT-Sicherheitsteams Empfehlungen https://www.datensicherheit.de/ki-agenten-sans-institute-it-sicherheitsteams-empfehlungen Sat, 08 Aug 2026 22:58:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56159 Inzwischen häufen sich die Berichte von KI-Anbietern, deren -Agenten aus den Testumgebungen ausbrechen und andere Software-Anbieter hacken

[datensicherheit.de, 09.08.2026] Andy Smith, „Certified Instructor“ beim SANS Institute, kommentiert in seiner aktuellen Stellungnahme Vorfälle mit KI-Agenten: „Diese Woche nun also auch Meta. Inzwischen häufen sich die Berichte von KI-Anbietern, deren KI-Agenten aus den Testumgebungen ausbrechen und andere Software-Anbieter hacken.“ Um dies zu verhindern, gilt es laut Smith für alle Unternehmen die Grundlagen der Absicherung vor Angriffen zu verinnerlichen. Diese und andere bekannt gewordene Vorfälle bereiteten IT-Sicherheitsteams rund um den Globus Sorgenfalten. Denn jene mit solchen Vorfällen aufgedeckten Lücken hätten nichts mit „Awareness“ zu tun. Smith betont: „Die Fachleute wissen bereits, dass KI-gesteuerte Angriffe stattfinden. Sie haben die Schlagzeilen gelesen.“ Die Lücke bestehe darin, dass die meisten Teams ihre eigenen Umgebungen noch nie im Hinblick auf das tatsächliche Verhalten dieser Angriffe überprüft hätten – und dieses Verhalten widerlege viele der Annahmen, auf denen Detection-Programme basieren.

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Foto: SANS Institute

Andy Smith beschreibt KI-Agenten für Angreifer als enormen „Performance-Multiplikator“

Grobe Nachlässigkeit: Test-Durchführung mit KI-Agenten ohne robuste Kontrollmechanismen

Smith führt weiter aus: „Beide Sichtweisen haben ihre Berechtigung. Wir beobachten zweifellos Fortschritte bei der Fähigkeit der KI, Sicherheitslücken zu finden und auszunutzen. Außerdem sehen wir die Möglichkeit, eine große Anzahl von Agenten für eine offensive Operation einzusetzen. Das ist für Angreifer ein enormer Performance-Multiplikator.“

  • Letztendlich müsse eine Künstliche Intelligenz (KI) jedoch immer noch dieselben Schritte durchlaufen, welche auch ein Mensch ausführen würde. „Wir wissen seit Jahren, dass es oft die vergessenen oder falsch konfigurierten Ressourcen sind, die Angreifern einen ersten Einstieg in ein Unternehmen ermöglichen, und das gilt auch im Zeitalter der KI.“

Zudem hätten aktuelle Berichte gezeigt, dass dasselbe auch für KI-Agenten gelte, welche aus vermeintlich isolierten „Sandbox“-Umgebungen entkommen. Es zeuge von großer Nachlässigkeit, „dass Unternehmen, die solche Tests durchführen, keine ausreichend robusten Kontrollmechanismen implementieren, was zu Angriffen auf andere Parteien geführt hat“.

Bekanntgewordene Fälle ausbrechender KI-Agenten werfen Fragen auf

Ein Blick auf einige der bekanntgewordenen Fälle, in denen KI-Agenten aus Testumgebungen ausbrechen und über das Internet andere IT-Umgebungen kompromittieren konnten, werfe eine Reihe von Fragen auf, welche sich IT-Sicherheitsteams stellen sollten.

  • Regeln zur Schweregrad-Bewertung von Warnmeldungen gingen von einem aktiven Angreifer oder einem kritischen Ereignis aus. Ein autonomer KI-Agent liefere aber möglicherweise weder das eine noch das andere.

Sich auf solche Vorfälle vorzubereiten, bedeutet laut Smith, über eine sogenannte Schweregrad-Logik zu verfügen, welche darauf ausgelegt sei, langsame Aktivitäten über mehrere Pfade hinweg zu erkennen, bei denen kein einzelnes Ereignis kritisch erscheine, und dennoch sicherzustellen, dass die diensthabende Person auch außerhalb regulärer Arbeitszeiten benachrichtigt wird.

Täuschung der KI-Agenten

Automatisierung diene als Tarnung: „Wenn Sicherheitsteams keine Vorstellung davon haben, wie sich ihre legitime Automatisierung normalerweise verhält, kann sich feindliche Automatisierung nahtlos einfügen“, warnt Smith. Wenn aber das Verhalten der eigenen Systeme so gut verstanden wird, dass das Verhalten eines Fremden sofort auffällt, sei viel gewonnen.

  • Täuschung funktioniere bei KI-Agenten besser als bei Menschen. Ein vorsichtiger menschlicher Angreifer könnte an einem „Canary-Token“ vorbeigehen. „Ein Agent, der Tausende von Befehlen ausgibt, könnte bereits innerhalb der ersten Stunde einen auslösen.“

Ein betroffenes Sicherheitsteam habe offen zugegeben, dass es Täuschungsmaßnahmen hätte einsetzen sollen. In den meisten Umgebungen fehlten diese noch immer. Bei der Absicherung gegen automatisierte Angreifer bedeute dies, auf eine der kostengünstigsten Erkennungsmethoden mit dem höchsten Signal-Rausch-Verhältnis zu verzichten.

KI-Agenten sind gekommen und werden bleiben – Notfallpläne sind entsprechend auszurichten

Es gebe noch eine vierte Frage bei der Bereitschaftsprüfung, welche bisher fast niemand stelle: „Wenn ein selbst gehostetes ,Open-Weight’-Modell Teil des Notfallplans für die ,Incident-Response’ ist, haben Sicherheitsteams es bereits auf verstecktes Verhalten überprüft?“

  • Dieses Modell sei nun Teil der Sicherheitsinfrastruktur und verdiene dieselbe genaue Prüfung wie alles andere, worauf sie sich während eines Sicherheitsvorfalls verlassen müssen.

Smiths Fazit: „Diese Übung dient der Diagnose. Wenn die Antworten so ausfallen, wie es bei den meisten Teams der Fall sein wird, verfügen Sicherheitsteams nun über eine konkrete, nach Prioritäten geordnete Liste von Verbesserungsmaßnahmen, die auf einem realen Vorfall und nicht mehr nur auf einem hypothetischen Szenario basiert.“

Die DS-Redaktion zu Erkenntnissen und Ableitungen aus dieser Stellungnahme vom SANS Institute:

  • KI-Agenten können als sinnvolles Werkzeug oder eben als gefährliche Waffe eingesetzt werden – da diese gekommen sind, um zu bleiben, sollten sich alle IT-Sicherheitsverantwortlichen dieser Ambivalenz bewusst sein und daraus zielführende Handlungen ableiten.

  • KI-Agenten zu testen, ohne sie gesichert einhegen und kontrollieren zu können, ist unverantwortlich.

  • Die grundsätzlichen Probleme der IT bzw. Informatik sind keineswegs neu – aber KI-Agenten bringen Schwachstellen schneller und konsequenter ans Tageslicht als Menschen es könnten.

  • Der Handlungsdruck auf Unternehmen und Institutionen steigt – von der einen Seite fokussieren Regelwerke zunehmend auf die Entscheider-Verantwortung, von der anderen her erzwingen möglicherweise irrlichternde KI-Agenten ganzheitliche IT-Sicherheitsansätze.

  • Im Zuge der Digitalen Transformation, also der umfangreichen Digitalisierung und Vernetzung fast aller Lebensbereiche, verschwimmt zunehmend die Systemgrenze zwischen virtueller und materieller Welt: Politik und Gesellschaft sowie Unternehmen und Organisationen müssen sich der Herausforderung stellen, dass etwa KI-Agenten aus dem Cyberspace heraus direkten oder indirekten schädlichen Einfluss auf physische Objekte nehmen können.

Weitere Informationen zum Thema:

SANS
About SANS Institute: Launched in 1989 as a cooperative for information security thought leadership, SANS (SysAdmin, Audit, Network, Security) Institute is the largest and most trusted provider of cybersecurity training, certifications, programs, and resources in the world. Our ongoing mission is to empower current and future cybersecurity practitioners with practical skills and knowledge that make the digital world safer, and to support the global cybersecurity community at every stage of their journey.

SANS
Andy Smith – Certified InstructorHead of Security Architecture at Sage

SANS
AI Security Portfolio | Part of the SANS Secure AI Blueprint / Is Your Team Ready to Handle an AI-Run Attack?

zdfheute, 06.08.2026
Ähnliche Fälle bei OpenAI und Anthropic:Auch KI von Meta hackte sich in fremde Firma / Mit Meta muss ein weiterer Tech-Gigant einräumen, dass seine KI-Software unbeabsichtigt Cyberangriffe auf eine andere Firma durchgeführt hat. Es gab mehrere vergleichbare Vorfälle.

tagesschau, 06.08.2026
Nach Anthropic und OpenAI Auch KI von Meta dringt in fremdes System ein

DER SPIEGEL, 06.08.2026
Autonomer Angriff Auch KI von Meta hackte sich in eine andere Firma / Immer häufiger steckt KI hinter Cyberattacken. Nun ist auch ein Programm des Facebook-Konzerns Meta damit aufgefallen. Der Fehler soll auf einen Testpartner zurückgehen.

datensicherheit.de, 07.08.2026
Claude-Phishing-Vorfall durch Versagen grundlegender KI-Sicherheitsarchitektur ermöglicht / Laut Medienberichten hatte die KI „Claude“ bei einem Sicherheitstest unerwarteten Zugang zum öffentlichen Internet erlangt

datensicherheit.de, 03.08.2026
„Claude“-Ausbrüche mahnen: KI-Modelle durch „Zero Trust“ einhegen / Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie Menschen

datensicherheit.de, 03.08.2026
KI-Systeme: Wer testet, haftet für die Folgen / KI-Unternehmen müssen nun die richtigen „Leitplanken“ installieren, damit ihre Produkte nicht zur Gefahr werden

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6 Ratschläge zur Sicherung der Resilienz auch in Zeiten erhöhter urlaubsbedingter Abwesenheit https://www.datensicherheit.de/6-ratschlaege-sicherung-resilienz-urlaub-abwesenheit Sat, 08 Aug 2026 22:37:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56141 Wenn IT-Abteilungen und Verantwortliche für Cyberresilienz in den Urlaub gehen, sind die Prozesse zu deren Sicherung im Ernstfall möglicherweise spürbar beeinträchtigt – das nutzen Cyberkriminelle gerne aus

[datensicherheit.de, 09.08.2026] Viele IT-Verantwortliche befinden sich derzeit in der „Sommerfrische“ – Hacker hingegen scheinen wohl keine Ferien zu machen. Eher muss davon ausgegangen werden, dass diese aktuell sehr aktiv sind, denn wenn IT-Abteilungen und Verantwortliche für Cyberresilienz in den Urlaub gehen, sind die Prozesse zur Sicherung der Cyberesilienz im Ernstfall möglicherweise spürbar beeinträchtigt. Das Problem liegt offenbar nicht nur in mangelnden Vor-Ort-Personalressourcen, sondern auch in einer fehlerhaften Organisation der „Recovery“-Prozesse. Wenn etwa ein IT-Administrator keinen Stellvertreter bestimmt hat oder das Vier-Augen-Prinzip bei Abwesenheit der Beteiligten nicht berücksichtigt wird, droht eine Verzögerung der Wiederherstellung von Anfang an. Unter dem Motto „Urlaubszeit – Sommerzeit – Vorfallzeit“ gibt Mark Molyneux, „Field CTO“ bei Commvault, in seiner aktuellen Stellungnahme sechs Ratschläge für Zeiten mit geringer Personalstärke.

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Foto: Commvault

Mark Molyneux appelliert, die Sommerurlaubszeit eben nicht zum „Krisensommer“ werden zu lassen, sondern zu einer Phase, in der Teammitglieder ihre Stärke voll ausspielen

Urlaubs- und Ferienzeit als Hochsaison für Tourismusbranche und Cyberkriminalität

Ferienzeit gilt als eine Phase eines „besonderen Betriebsmodus mit erhöhten Kontrollanforderungen“ – in bürokratischer Sprache, unter Technikern als „erhöhte Aufmerksamkeit“ bekannt. „Diesen Sommer sollten IT-Teams ihre Aufmerksamkeit stärker auf Schwachstellen, vorgezogene Patch-Zyklen und das ,Incident Management’ richten, denn ,Mythos’ und andere ,Frontier-KI’-Modelle haben die Risikobewertung verändert“, legt Molyneux nahe.

  • Es werden offensichtlich mehr Schwachstellen veröffentlicht, welche die Resilienz einer Organisation bedrohen könnten. Es gelte, den Fokus neu auszurichten, bevor die neuen KI-Gefahren im operativen Betrieb ankommen.

CheckPoint hatte in einer Analyse von 2025 auf folgenden Zusammenhang hingewiesen: „Wir sind mitten in der Urlaubs- und Ferienzeit angekommen. Doch für zwei Branchen ist nun die Hochsaison angebrochen: die Tourismusbranche und die Cyberkriminalität.“ Laut dem „The State of Cyber Security 2025“-Report, hat die Zahl an Cyberangriffen auf Reiseveranstalter und Reisebüro deutlich zugenommen. Diese Unternehmen gerieten offenbar in diesen Monaten verstärkt in den Fokus der Cyberkriminellen, da sie in ihrer Hauptumsatz-Saison stark von funktionierenden IT-Systemen abhängig und daher leichter durch Ransomware zu erpressen seien.

Die Sommerurlaubsphase gilt es gut vorzubereiten, sicher zu flankieren und gezielt auszuwerten

Eine weitere Gefahr für die Tourismusbranche seien etwa Angriffe zur Datenspionage. Statistiken der Europäischen Agentur für Cybersicherheit (ENISA) und vom „Computer Emergency Response Team“ (CERT-EU) belegten das generelle Risiko, dass die Gesamtzahl der Angriffe auf alle Branchen kontinuierlich von Jahr zu Jahr steige.

  • Checkpoint hatte für das Sommerquartal 2025 anhand der Auswertung von Data-Leakage-Seiten eine im Jahresvergleich steigende Aktivität der Hacker belegt“, berichtet Molyneux.

Um diese wichtige, aber risikobehaftete Urlaubszeit gut zu überstehen, empfehlen ENISA und andere Organisationen oder auch IT-Berater deshalb eine klare Strategie: „Vorbereitung vor der Sommerperiode, strengere Kontrollen während dieser Monate sowie die Analyse der nach dem Sommer gewonnenen Erkenntnisse, um Maßnahmen für die Urlaubssaison im Winter anzupassen!“

6 Commvault-Empfehlungen zur Stärkung der Sicherheit und Resilienz der Betriebe

Cyberresilienz-Experten von Commvault geben daher sechs praktische Ratschläge, wie sich IT-Verantwortliche angemessen auf die Urlaubsperioden vorbereiten können:

  1. Den Sommer-Betriebsmodus offiziell erklären!
    Sicherheitsexperten forderten klare Rollen, Verantwortlichkeiten und die Verfügbarkeit von Sicherheitsfunktionen. Auch das BSI warne, dass Personalabwesenheiten und Wissensmonopole Geschäftsprozesse gefährden könnten. Die Verantwortlichen für die Sicherheit, Sicherung und Verfügbarkeit der IT und der Daten sollten daher für die Monate Juli und August einen „Reduced Staff Operating Mode“ erklären und definieren.
    Dieser regele den Vorrang kritischer Services und berücksichtige die Minimalvorgaben an eine notwendige Betriebsfähigkeit. Er benenne auch die Verantwortlichen, Stellvertretungen, Bereitschaftsdienste, hinterlege die einschlägigen Kontakte in der „Supply Chain“ und definiere Eskalationszeiten.
  2. Stellvertreter einsetzen und Vier-Augen-Prinzip durchsetzen!
    Kein kritischer Prozess sollte von einer einzelnen Person abhängen: Administratoren, „Security Operation Center“ (SOC) sowie die Verantwortlichen der Bereiche „Netzwerk“, „Identity Access Management“ (IAM), „Backup“, „Cloud“, „Service Desk“, „Einkauf/Finanzen“ und „Kommunikationsfreigaben“ benötigten benannte Vertreter. Ebenso wichtig seien Inventarlisten privilegierter Konten sowie deren regelmäßige Validationen.
  3. Patch- und Schwachstellenüberwachung aktiv halten!
    Die Zahl der durch KI-Modelle wie „Mythos“ offengelegten Schwachstellen werde steigen. Das so beschleunigte und häufigere Aufkommen von Angriffen oder Angriffsversuchen erfordere möglicherweise zusätzliche Aufmerksamkeit. Kritische Schwachstellen dürften nicht bis nach den Ferien warten:
    Die IT-Sicherheitsverantwortlichen müssten sicherstellen, dass tägliche bzw. regelmäßige Checks von CERT/CSIRT-, Anbieter- und Threat-Feeds erfolgen und Risiken priorisiert werden. Kompensierende Maßnahmen seien im Vorfeld zu testen, zu implementieren und zu dokumentieren. Die allgemeine Empfehlung laute, relevante Schwachstellenkanäle zu überwachen, Scans durchzuführen und kritische Verwundbarkeiten schnell zu behandeln.
  4. Nicht-kritische Änderungen einfrieren – kritische und Notfalländerungen definieren!
    Für die Urlaubszeit gelte: Notfall-Prozesse für kritische Patches und Vorfälle seien aufrechtzuerhalten, Nicht-Kritisches sei zu verschieben.
    Ein in der Branche akzeptiertes Notfallmanagement verlange, Patches und Änderungen geplant, genehmigt, dokumentiert, getestet und durch eine „Recovery“-Lösung abzusichern. Ebenso wichtig seien Änderungsverfahren mit verbundener Risikoanalyse, Tests, Rollback und Dokumentation.
  5. „Backup & Recovery“ tatsächlich überprüfen!
    Gerade vor dem Sommerbetriebsmodus sei es wichtig, die Funktionsfähigkeit von Backups zu überprüfen. Verantwortliche sollten sich nicht nur vergewissern, ob Backups laufen, sondern, ob sie damit kritische Dienste tatsächlich wiederherstellen können:
    Zum Testkatalog gehörten „Restore“-Tests sowie das Überprüfen der Integrität der Daten, „Offsite-/Offline-/Immutable“-Kopien, getrennte Administratorrechte und der Zugang auf eine dokumentierte „Recovery“ auch dann, wenn das Unternehmensnetzwerk nicht verfügbar ist. Auch die Commvault-Experten raten nachdrücklich zu Backup-Plänen, zu einer sicheren getrennter Speicherung, Integritätsprüfungen und regelmäßigen Wiederherstellungstests.
  6. „Incident-Response-Runbooks“ durchspielen!
    Gerade vor der Sommerferienzeit empfehle sich ein „Tabletop-Test“ für mindestens drei Ausfallszenarien: „Phishing/Account-Takeover“, „Ransomware/Backup-Manipulation“ und „Kritischer SaaS-/Cloud-Ausfall“.
    Die ENISA empfehle getestete „Incident-Response“-Verfahren, „Playbooks/Runbooks“ und jährliche Tests mit „Lessons Learned“.

Cyberresilienz im Sommer erfordere also eine starke Koordination menschlicher und technischer Fähigkeiten, insbesondere angesichts der Zunahme der Nutzung Künstlicher Intelligenz (KI). Molyneux rät abschließend: „Sie erfordert außerdem Rückhalt und Unterstützung aus den Geschäftsbereichen, damit nichtkritische geschäftliche Änderungen reduziert und der Druck auf Teams verringert wird. Diese bekommen so mehr Zeit, ihre Prozesse anzupassen. Der Sommer sollte nicht zum Krisensommer werden – er sollte vielmehr der Moment sein, in dem die Teammitglieder ihre Stärke zu entwickeln!“

Die DS-Redaktion zu Erkenntnissen und Ableitungen aus dieser Commvault-Stellungnahme:

  • Gerade der Sommerurlaub gilt – wie andere Phasen kollektiver Ablenkung – als cyberkriminelle Hochsaison und muss entsprechend vor- sowie nachbereitet werden, um die Angriffsfläche kontinuierlich und konsequent zu minimieren.

  • Sicherheit und Resilienz als ein notwendiges Kriterium sind „Chefsache“ – generell sollte eine Sicherheitskultur verankert und vorgelebt werden, welche Verantwortung und Mitdenken fördert.

  • Wenn gerade die Sommerurlaubsphase als eine Zeit des „besonderen Betriebsmodus mit erhöhten Kontrollanforderungen“ gilt, sollte die gesamte Sicherheitskonzeption für das Unternehmen dies ins Kalkül ziehen – denn sie ist gewissermaßen das dann das „schwächste Glied“ in der IT-Sicherheitskette.

  • Bei allen noch so ausgeklügelten Sicherheitsmaßnahmen sollte dennoch immer von schädlichen Vorfällen, also der Verletzung der Cyber- bzw. IT-Sicherheit und des Datenschutzes ausgegangen, werden – somit muss die erprobte Notfall- und Wiederanlaufplanung sich gerade in einer solchen Phase bewähren können.

  • Molyneux hat zum Abschluss ausgeführt, dass trotz der Sommerurlaubszeit Sicherheit und Resilienz grundsätzlich betriebliche Querschnittsaufgaben sind.

Weitere Informationen zum Thema:

Commvault
What Commvault Does for Our Customers / Commvault Cloud delivers unified resilience at enterprise scale — bringing together data security, identity resilience, and cyber recovery into one simple, powerful, cloud-native platform.

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Mark Molyneux

SECURITY INSIDER, 23.06.2025
The State of Cyber Security 2025 Check Point zeigt Risiken für Tourismusbranche auf

HOGAPAGE, Sarah Kleinen, 30.07.2026
Datenklau / Cyberangriff auf Hotel-Softwaredienstleister: Das sollten Betriebe jetzt tun / Nach einem Cyberangriff auf einen bundesweit agierenden Hotel-Softwaredienstleister sind personenbezogene Gästedaten abgeflossen. Was betroffene Hotels und Gäste jetzt beachten sollten.

enisa EUROPEAN UNION AGENCY FOR CYBERSECURITY, 01.10.2025
ENISA Threat Landscape 2025

CERT-EU, 08.04.2026
Threat Landscape Report 2025: A Year in Review

Netzpalaver, 17.11.2025
Über 500 neue Opfer von Ransomware pro Monat

michael wessel THINK DIGITAL, Juni 2025
Sommerzeit = Risikozeit: Warum Cyberangriffe in der Urlaubszeit zunehmen

datensicherheit.de, 27.07.2026
Wenn die Erwartungshaltung mit auf Reisen geht: Zwei Drittel der Berufstätigen auch im Urlaub erreichbar / Repräsentative Bitkom-Umfrage offenbart abermals Kehrseite der ständigen Verfügbarkeit bzw. Erreichbarkeit auch im Urlaub

datensicherheit.de, 05.08.2025
Ferienzeit als Hochsaison für Angreifer – DNS kann bei pre-emptive Security und Zero Trust für Entlastung sorgen / Da nahezu die gesamte Kommunikation über das „Domain Name System“ (DNS) läuft, ist es der ideale Ansatzpunkt für eine Sicherheitslösung

datensicherheit.de, 02.07.2024
Urlaub kommt so unerwartet wie Weihnachten: Aufmerksamkeitsdefizite bei der Cyber-Sicherheit drohen / Sophos gibt Tipps, um insbesondere die Ferienzeit ohne „Cyber-Frust“ genießen zu können

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Existenzielle IT-Sicherheit treibt Deutschlands Krankenhäuser zur digitalen Aufrüstung https://www.datensicherheit.de/it-sicherheit-deutschland-krankenhaeuser-digital-aufruestung Fri, 07 Aug 2026 22:54:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56125 Laut aktueller ESET-Studie treiben Kliniken die Modernisierung ihrer IT-Sicherheit voran – und die große Mehrheit plant noch zusätzliche Schutzmaßnahmen

[datensicherheit.de, 08.08.2026] Laut einer aktuellen ESET-Meldung geht trotz zunehmender Cyberbedrohungen das deutsche Gesundheitswesen die Digitale Transformation „mit wachsendem Sicherheitsbewusstsein“ an. Krankenhäuser und andere Gesundheitseinrichtungen investierten zunehmend in moderne Schutztechnologien, etablierten Notfallpläne und bauten ihre Cyberresilienz aus. ESET beruft sich auf Erkenntnisse aus eine eigenen Studie in Kooperation mit dem Marktforschungsinstitut Techconsult, basierend auf eine Befragung unter 165 Gesundheitseinrichtungen in Deutschland. Besonders bemerkenswert sei dabei, dass die große Mehrheit der befragten Einrichtungen sich heute bereits „gut“ auf IT-Sicherheitsvorfälle vorbereitet sehe. Rund vier von fünf Krankenhäusern verfügten über einen Notfallplan für schwere Cyberangriffe wie Ransomware-Attacken. Viele Organisationen testeten diese Prozesse regelmäßig und schafften damit wichtige Voraussetzungen, um auch in Krisensituationen handlungsfähig zu bleiben.

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Abbildung: ESET

IT-Sicherheitsmaßnahmen deutscher Krankenhäuser lt. ESET-Studie

Moderne IT-Sicherheit wesentlicher Bestandteil zuverlässiger Patientenversorgung

„Die Ergebnisse zeigen, dass Cybersecurity im Gesundheitswesen längst auf der strategischen Agenda angekommen ist. Viele Einrichtungen investieren gezielt in ihre Widerstandsfähigkeit und erkennen, dass moderne IT-Sicherheit ein wesentlicher Bestandteil einer zuverlässigen Patientenversorgung ist“, kommentiert Christian Lueg, IT-Sicherheitsexperte bei ESET.

  • Besonders deutlich werde der Wandel bei den geplanten Investitionen: Mehr als 85 Prozent der befragten Krankenhäuser wollten in den kommenden zwölf Monaten moderne Lösungen zur Angriffserkennung und -abwehr einführen oder ausbauen. Dazu zählten insbesondere „Managed Detection and Response“ (MDR) sowie „Endpoint Detection and Response“ (EDR), um Sicherheitsvorfälle frühzeitig erkennen und Gegenmaßnahmen einleiten zu können.

Die Ergebnisse zeigen laut ESET: Krankenhäuser begnügten sich nicht mehr mit klassischen Schutzmaßnahmen. Stattdessen wachse das Interesse an Technologien, welche Bedrohungen aktiv erkennen und die Reaktionsfähigkeit verbessern. Ein weiteres klares Signal der Studie sei, dass die Gesundheitsbranche zunehmend auf Digitale Souveränität setze. Bereits heute nutze die Hälfte der befragten Einrichtungen IT-Sicherheitslösungen europäischer Anbieter. Mehr als 80 Prozent könnten sich vorstellen, künftig auf einen Anbieter aus der Europäischen Union (EU) zu wechseln.

Zunehmende Leistungsfähigkeit der KI-Agenten als zusätzliche Herausforderung an die IT-Sicherheit

Datenschutz, „Compliance“ und Vertrauen gewinnen demnach bei Investitionsentscheidungen weiter an Bedeutung. Diese Ergebnisse unterstrichen den Wunsch vieler Einrichtungen, kritische IT-Infrastrukturen auf Basis europäischer Standards abzusichern.

  • Mit zunehmender Leistungsfähigkeit von KI-Agenten müssten auch die Sicherheitsanforderungen steigen. Dazu gehörten strikt abgeschottete Testumgebungen, wirksame Zugriffskontrollen, unabhängige Sicherheitsprüfungen sowie eine schnelle und transparente Information betroffener Organisationen. Die Branche sollte laut ESET bewährte Sicherheitsstandards konsequent anwenden, bevor solche Systeme in großem Maßstab eingesetzt werden.

Die wichtigste Erkenntnis laute: Innovation entbinde KI-Unternehmen nicht von ihrer Verantwortung: Für sie müssten dieselben hohen Sicherheitsstandards gelten wie für jeden anderen Technologieanbieter.

Grundlagen für digitale Kliniken: IT-Sicherheitssysteme sowie Schulungen, „Awareness“-Programme und Modernisierung der Netzwerkarchitektur

Auch bei den Basismaßnahmen zeige sich ein positives Bild: Die Mehrheit der Krankenhäuser setze bereits auf etablierte Schutzmechanismen wie Firewalls, E-Mail-Sicherheitslösungen und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA).

  • Gleichzeitig planten viele Einrichtungen zusätzliche Investitionen in Schulungen, „Awareness“-Programme und die Modernisierung ihrer Netzwerkarchitektur.

Damit entwickele sich Cybersicherheit zunehmend von einer reinen IT-Aufgabe zu einem festen Bestandteil moderner Krankenhausstrategien.

Auf dem Weg zu mehr Resilienz mittels stärkerer strategischer Verankerung der IT-Sicherheit

Die ESET-Studie mache deutlich: Der Cyberbedrohung begegneten deutsche Krankenhäuser nicht mit Resignation, sondern mit Investitionen, neuen Technologien und einer stärkeren strategischen Verankerung der IT-Sicherheit. Angesichts der fortschreitenden Digitalisierung würden diese Maßnahmen zu einem wichtigen Baustein für die Stabilität und Zukunftsfähigkeit der Gesundheitsversorgung in Deutschland.

  • Doch, wo „Licht“ ist, gebe es auch „Schatten“: Trotz der erkennbaren Fortschritte stünden viele Gesundheitseinrichtungen weiterhin vor erheblichen Herausforderungen. Mehr als die Hälfte der Krankenhäuser sei innerhalb der vergangenen zwölf Monate von einem Cyberangriff betroffen gewesen – und jede fünfte Einrichtung habe daraus resultierende Betriebsunterbrechungen gemeldet.

Gleichzeitig bremsten veraltete IT-Systeme und der anhaltende Fachkräftemangel vielerorts den Ausbau der Cyberresilienz. Die Studie zeige damit: „Der eingeschlagene Weg stimmt, doch die Modernisierung der digitalen Sicherheitsstrukturen bleibt eine Daueraufgabe!“

Die DS-Redaktion zu Erkenntnissen und Ableitungen aus der aktuellen ESET-Studie:

  • Das Gesundheitswesen in Deutschland hat sich in Fragen der IT-Sicherheit auf den Weg gemacht und für Veränderungen geöffnet. 
  • In Krankenhäusern wurde mehrheitlich die Notwendigkeit erprobter Notfallplanung für schwere Cyberangriffe wie etwa Ransomware-Attacken erkannt. 
  • IT-Grundschutz setzt auf etablierte Schutzmechanismen wie Firewalls, E-Mail-Sicherheitslösungen und Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA). 
  • Da mehr als die Hälfte der Krankenhäuser innerhalb der vergangenen zwölf Monate von einem Cyberangriff betroffen gewesen war, wird indes die Dringlichkeit der Transformation zu mehr Sicherheit und Resilienz fast alltäglich deutlich. 
  • Die hohe Dynamik der Digitalen Transformation, mithin die Wechselwirkung zwischen IT-Nutzern und Cyberkriminellen, unterstreicht die Erkenntnis, dass die Modernisierung der digitalen Sicherheitsstrukturen keine einmalige Aufgabe, sondern ein fortwährender Prozess ist und bleibt.

Weitere Informationen zum Thema:

eseT
Wir sind ein weltweites Unternehmen für digitale Sicherheit und schützen Millionen von Kunden sowie Hunderttausende von Unternehmen rund um den Globus. / Technologie ermöglicht Fortschritt. ESET macht ihn sicher.

welivesecurity by eseT
Christian Lueg

eseT, Juli 2026
ESET Studie: Stand der IT-Sicherheit im Gesundheitswesen

datensicherheit.de, 14.05.2026
NIS-2-Umsetzung: Trotz Investitionen in IT-Sicherheit hinken viele Krankenhäuser hinterher / Aktuelle ESET-Studie zeigt Fortschritte bei der Cybersicherheit auf – Universitätskliniken kämpfen aber mit der Umsetzung regulatorischer Vorgaben im NIS-2-Kontext

datensicherheit.de, 04.04.2025
IT in Krankenhäusern: SIT-Sicherheitsstudie deckt signifikante Schwachstellen auf / SIT-Forscher fanden Schwachstellen in Informationssystemen für Krankenhäuser

datensicherheit.de, 20.02.2024
Mangelnde Cyber-Sicherheit im Gesundheitswesen: Deutsche Krankenhäuser bringen sich untereinander in Gefahr / Proofpoint warnt: DMARC-Implementierung in deutschen Krankenhäusern noch alarmierend gering

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Zutrittskontrolle als Governance- und Cybersecurity-Priorität https://www.datensicherheit.de/zutrittskontrolle-governance-cybersecurity-prioritaet Fri, 07 Aug 2026 22:51:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56124 Sicherheitsverantwortliche stehen vor der Aufgabe, Zutrittsrechte über verteilte Umgebungen hinweg sicher zu verwalten

[datensicherheit.de, 08.08.2026] Mit der zunehmenden Vernetzung von Sicherheitssystemen und Unternehmensnetzwerken muss auch die Zutrittskontrolle offensichtlich stärker im Zusammenspiel der Aufgabenbereiche „IT“, „Compliance“ und „Risikomanagement“ Beachtung finden. Denn Sicherheitsverantwortliche stehen vor der Aufgabe, Zutrittsrechte über verteilte Umgebungen hinweg sicher zu verwalten, Richtlinien konsistent durchzusetzen und die Aufsicht zu stärken. Gleichzeitig rücken laut einer aktuellen Stellungnahme von Genetec Systemtransparenz, administrative Kontrollen und Cyberresilienz stärker in den Fokus. Der nun vorliegende Genetec-Report zur Lage der physischen Sicherheit 2026, welcher demnach auf den Antworten von mehr als 7.000 Sicherheitsexperten weltweit basiert, erfasst diese Konvergenz und ihre Auswirkungen.

Zutrittskontrolle als Teil der strategischen Managementaufgaben

Was früher vor allem als „Türmanagement“ gegolten habe, betreffe heute auch Themen wie „Identität“, „Cybersicherheit“, „Compliance“ und „Unternehmensrisiko“. Zutrittskontrollsysteme erzeugten und speicherten nämlich sensible Informationen, seien mit Unternehmensnetzwerken verbunden und oft in andere Geschäftssysteme integriert.

  • Werden diese unzureichend gesteuert, könnten sowohl digitale als auch physische Sicherheitslücken entstehen. Unter den großen Unternehmen mit 10.000 oder mehr Mitarbeitern gaben laut Genetec 48 Prozent der Befragten an, dass die Zahl der Vorfälle im Bereich der physischen Sicherheit oder der Cybersicherheit im Jahr 2025 zugenommen hat.

Mit dem Wachstum von Unternehmen werde auch „Governance“ schwieriger. Neue Standorte, Akquisitionen, Fremdpersonal und sich wandelnde Organisationsstrukturen führten häufig zu fragmentierten Umgebungen. Unterschiedliche Prozesse bei der Vergabe und Überprüfung von Berechtigungen erschwerten einheitliche Richtlinien und erhöhten das Risiko von Inkonsistenzen.

Standardisierung und Transparenz, um Zutrittsrechte konsistent, nachvollziehbar und skalierbar zu verwalten

Viele Unternehmen setzten deshalb auf Standardisierung. Einheitliche Zutrittsrichtlinien, rollenbasierte Zutrittsmodelle, automatisierte „Workflows“ und eine engere Verzahnung mit HR- und Identity-Management-Systemen würden dabei helfen, Zutrittsrechte konsistent, nachvollziehbar und skalierbar zu verwalten. Ebenso wichtig sei eine verlässliche Transparenz über Berechtigungen, Aktivitäten von Berechtigungsnachweisen und Sicherheitsereignisse: Diese unterstütze Unternehmen dabei, bessere Entscheidungen zu treffen, Risiken frühzeitig zu erkennen und im Ernstfall schneller zu reagieren.

  • „Zutrittskontrolle wird zunehmend zu einer Frage der ,Governance’, nicht nur der Technik“, betont Andreas Flemming, „Channel Account Executive“ bei Genetec. Er gibt zu bedenken: „Unternehmen, die klare Prozesse etablieren, eine konsequente Aufsicht sicherstellen und ihre Sicherheitspraxis kontinuierlich weiterentwickeln, sind besser aufgestellt, um neue Anforderungen und sich wandelnde Risiken zu bewältigen.“

Da Sicherheitsumgebungen zunehmend vernetzt seien, erfordere modernes „Access Management“ eine engere Abstimmung zwischen den Bereichen „Physische Sicherheit“, „IT“, „Compliance“ und „Risikomanagement“. Genetec unterstütze Unternehmen dabei, diese Balance zwischen Sicherheit, „Compliance“ und operativer Flexibilität zu finden.

Die DS-Redaktion zu Erkenntnissen und Ableitungen aus der aktuellen Genetec-Stellungnahme:

  • Die zunehmende Vernetzung von Sicherheitssystemen mit Unternehmensnetzwerken verwischt Systemgrenzen – d.h. die virtuelle und materielle Welt interagieren im Alltag, so dass ganz konkret auch die Zutrittskontrolle ein Teil der betrieblichen Strategie sein muss.
  • Die Zutrittskontrolle entwickelt sich von einer lange Zeit rein statischen Herausforderung zu einer hochdynamischen, denn im Kontext neuer Standorte, Übernahmen, dem Einsatz von Fremdpersonal und sich ständig wandelnder Organisationsstrukturen drohen sich fragmentierte Umgebungen auszubilden und Sicherheitsbelange zu strapazieren.
  • Zutrittskontrolle ist mehr als eine Frage der Technik – sondern auch der „Governance“ und damit eine Führungsaufgabe.

  • Die eingesetzte moderne Technik erfordert eine Synergie der Bereiche „Physische Sicherheit“, „IT“, „Compliance“ und „Risikomanagement“.
  • Die erteilten Zutrittsrechte müssen stets konsistent, nachvollziehbar und skalierbar verwaltet werden, wobei eine verlässliche Transparenz über diese Berechtigungen, aber auch über Aktivitäten mit Berechtigungsnachweisen und mögliche Sicherheitsereignisse geboten ist.

 

Weitere Informationen zum Thema:

Genetec
Mission und Werte / Entwicklung von Lösungen für physische Sicherheit zum Schutz Ihres Alltags

GIT SICHERHEIT, 14.08.2024
Top Player Software für Sicherheit – Andreas Flemming, Genetec / GIT SICHERHEIT im Interview mit Andreas Flemming, Area Sales Director DACH, Genetec Deutschland

Genetec
Report zur Lage der physischen Sicherheit 2026: Wir haben über 7.000 Endnutzer physischer Sicherheitslösungen, Vertriebspartner und Planer befragt, um mehr über die neuen Technologien und die damit verbundenen Herausforderungen zu erfahren…

datensicherheit.de, 08.04.2026
Physische Sicherheit in Unternehmen: Governance entscheidend bei Cloud-Nutzung / Genetec unterstützt Unternehmen, mithilfe der „Cloud“ ihre physische Sicherheit zu modernisieren und zugleich widerstandsfähiger zu werden

datensicherheit.de, 08.03.2021
Multi-Technologie-Zutrittskontrolle: 2N stellt Access Unit M vor / Das Unternehmen präsentiert eine neue, intelligente Zutrittskontrolleinheit für mehr Geschwindigkeit, Zuverlässigkeit und Sicherheit beim Zutritt zu Gebäuden mit einer Bluetooth-basierten mobilen Technologie

datensicherheit.de, 09.07.2018
Zutritt 5.0: Zeitenwende bei der Zutrittskontrolle / Viele Unternehmen setzen bereits elektro­nische Ausweise für die ­Zutrittskontrolle, Zeiterfassung und weitere Anwendungen ein

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KI als Produktivitätstreiber: Beschäftigte gewinnen bis zu acht Stunden pro Woche https://www.datensicherheit.de/ki-produktivitatstreiber-zeitgewinn-mitarbeiter https://www.datensicherheit.de/ki-produktivitatstreiber-zeitgewinn-mitarbeiter#respond Fri, 07 Aug 2026 12:36:37 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56151 Der neue Adobe-Report „Der Aufstieg von KI-Dokumenten“ zeigt, dass KI die Dokumentenarbeit in Deutschland effizienter macht. 67 % der Beschäftigten geben an, durch KI bis zu acht Stunden Arbeitszeit pro Woche einzusparen. Gleichzeitig bleiben Datenschutzbedenken und Zweifel an der Genauigkeit KI-generierter Inhalte die größten Hürden für eine breitere Nutzung.

[datensicherheit.de, 07.08.2026] Adobe hat seinen Bericht „Der Aufstieg von KI-Dokumenten“ veröffentlicht, der untersucht, wie KI Dokumenten-Workflows und alltägliche Arbeitsgewohnheiten in Deutschland verändert.
Die Untersuchung zeigt, dass viele Beschäftigte durch den Einsatz von KI spürbar Zeit sparen – mehr als zwei Drittel (67 %) geben an, dass KI ihnen bis zu acht Stunden Arbeitszeit pro Woche einsparen kann.
Der Bericht zeigt außerdem, in welchen Aufgabenbereichen und Branchen KI besonders häufig genutzt wird und welche Herausforderungen der breiteren Nutzung weiterhin im Weg stehen – insbesondere Datenschutzbedenken und Zweifel an der Genauigkeit KI-generierter Inhalte.

Künstliche Intelligenz etabliert sich im Arbeitsalltag

KI-Tools werden zunehmend in Arbeitssoftware und alltägliche Arbeitsabläufe integriert. Um besser zu verstehen, wie Beschäftigte in Deutschland KI nutzen, um Dokumente zu verwalten, administrative Aufgaben zu vereinfachen und produktiver zu arbeiten, hat Adobe Acrobat 1.500 Erwachsene in Deutschland zur Nutzung von KI bei modernen Arbeitsaufgaben befragt. Zusätzlich wurden Google-Suchvolumen relevanter Begriffe analysiert, um aktuelle Entwicklungen rund um KI-gestützte Dokumenten-Workflows besser einordnen zu können.

Die Ergebnisse zeigen nicht nur, wie Beschäftigte bei alltäglichen Aufgaben Zeit sparen und effizienter arbeiten, sondern verdeutlichen auch anhaltende Bedenken hinsichtlich Datenschutz, Datensicherheit und Genauigkeit beim Einsatz von KI am Arbeitsplatz.

Die wichtigsten Ergebnisse im Überblick:

  • Mehr als zwei Drittel der Beschäftigten (67 %) geben an, dass KI ihnen bis zu acht Stunden Arbeitszeit pro Woche einsparen kann
  • 29 % nutzen KI zum Erstellen oder Bearbeiten von Dokumenten wie E-Mails, Berichten oder PDFs
  • Ein Viertel der Beschäftigten (25 %) nutzt KI für Übersetzungen und Lokalisierungen von Inhalten
  • Datenschutz und Datensicherheit sind die größten Herausforderungen beim Einsatz von KI am Arbeitsplatz (26 %)
  • 26 % der Beschäftigten geben an, überhaupt keine KI-Tools bei der Arbeit zu nutzen

Von der Bearbeitung von Dokumenten und dem Verfassen von E-Mails bis hin zur Zusammenfassung von Berichten und der Übersetzung von Inhalten entwickelt sich KI zunehmend zu einem praktischen Werkzeug für dokumentenintensive Arbeitsabläufe. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass KI vor allem zur Unterstützung administrativer Prozesse und zur Steigerung der Produktivität eingesetzt wird – nicht als Ersatz für Mitarbeiter.

Branchenspezifische Nutzung von KI

Die Untersuchung zeigt deutliche Unterschiede bei der Nutzung von KI zwischen einzelnen Branchen. Während einige Bereiche KI vor allem für administrative und praktische Aufgaben einsetzen, nutzen andere die Technologie stärker für kreative oder kommunikative Zwecke.

  • Besonders häufig wird KI in den Bereichen Wirtschaft, Beratung und Management genutzt. Dort verwenden 46 % KI für das Erstellen oder Bearbeiten von Dokumenten wie E-Mails, Berichten oder PDFs – insbesondere für Korrekturen und Zusammenfassungen.
  • Auch in der Finanzbranche (36 %) sowie im Bereich Ingenieurwesen und Produktion (42 %) wird KI häufig für dokumentenbezogene Aufgaben eingesetzt.
  • Im Marketing zeigt sich dagegen ein anderer Schwerpunkt: Mehr als ein Drittel der Beschäftigten (36 %) nutzt KI vor allem für Marketing- und Vertriebsaktivitäten, beispielsweise zur Content-Erstellung, Personalisierung oder für visuelle Inhalte.

Gleichzeitig zeigt die Untersuchung, dass KI längst nicht überall etabliert ist. Mehr als ein Viertel der Beschäftigten branchenübergreifend (26 %) gibt an, überhaupt keine KI-Tools bei der Arbeit zu nutzen. Dies deutet darauf hin, dass viele Arbeitnehmer in Deutschland dem Einsatz von KI weiterhin skeptisch gegenüberstehen oder deren Nutzung im Arbeitsalltag nicht offen kommunizieren.

Datenschutz- und Genauigkeitsbedenken bleiben zentrale Herausforderungen

Trotz der zunehmenden Nutzung hebt die Studie auch weiterhin bestehende Bedenken hinsichtlich KI am Arbeitsplatz hervor – insbesondere im Hinblick auf Datenschutz, Datensicherheit und die Zuverlässigkeit KI-generierter Inhalte.
Datenschutz und Datensicherheit wurden als größte Herausforderung beim Einsatz von KI identifiziert (26 %). Direkt dahinter folgen Sorgen rund um die Genauigkeit und mögliche Fehler in KI-generierten Inhalten (21 %).

Die Ergebnisse zeigen außerdem, dass viele Beschäftigte sensiblen Unternehmensdaten im Zusammenhang mit KI weiterhin skeptisch gegenüberstehen. Gleichzeitig bleibt menschliche Kontrolle bei KI-generierten Ergebnissen für viele unverzichtbar.

Zwischen Männern und Frauen zeigen sich dabei ähnliche Einschätzungen: 28 % der Männer und 24 % der Frauen sehen Datenschutz und Datensicherheit als größte Herausforderung beim Einsatz von KI. Auch bei Unternehmensrichtlinien, die die Nutzung von KI einschränken, unterscheiden sich die Einschätzungen kaum – 15 % der Männer und 13 % der Frauen sehen darin das größte Hindernis im Arbeitsalltag.

Die Ergebnisse verdeutlichen, dass KI zwar zunehmend Teil moderner Arbeitsprozesse wird, Vertrauen und Akzeptanz jedoch weiterhin stark von individuellen Erfahrungen, beruflichen Anforderungen und dem Umgang mit sensiblen Daten abhängen.

Google-Suchdaten zeigen steigendes Interesse an KI-Unterstützung

Die Analyse der Google-Suchdaten in Deutschland zeigt deutlich, in welchen Bereichen Menschen besonders häufig nach KI-Unterstützung suchen.

  • Am häufigsten suchen Beschäftigte nach KI-Hilfe für berufliches Schreiben und administrative Aufgaben. Dieses Themenfeld verzeichnete in den vergangenen zwölf Monaten insgesamt 13.450 Suchanfragen. Direkt dahinter folgt das Bearbeiten und Formatieren von Dokumenten mit 11.958 Suchanfragen.
  • Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede: Düsseldorf verzeichnete den stärksten Anstieg bei Suchanfragen rund um berufliches Schreiben (+52,2 %), während Duisburg beim Bearbeiten und Formatieren von Dokumenten den größten Zuwachs zeigte (+100 %).
  • Darüber hinaus stiegen die Suchanfragen rund um Karriere, Lebenslauf und Bewerbungen in Mannheim um 150 %, während Wuppertal in diesem Bereich ebenfalls einen deutlichen Anstieg von 100 % verzeichnete.

Handlungsempfehlungen für Unternehmen

KI-Tools werden zunehmend genutzt, um alltägliche Arbeitsabläufe zu unterstützen – von der Dokumentenbearbeitung und dem Verfassen von E-Mails bis hin zur Zusammenfassung von Informationen und der Automatisierung administrativer Aufgaben. Durch die Integration von KI in bestehende Workflows können Unternehmen manuelle Prozesse reduzieren und gleichzeitig die Effizienz steigern.

Gleichzeitig bleiben Datenschutz, Genauigkeit und Vertrauen entscheidende Themen für Unternehmen und Mitarbeiter. Der Einsatz sicherer, transparenter und benutzerfreundlicher Lösungen kann dabei helfen, mehr Vertrauen in KI-gestützte Arbeitsprozesse aufzubauen.

Zentrale Erkenntnisse

  • KI wird zum Produktivitätstreiber: 67 % der Beschäftigten sparen durch KI bis zu acht Stunden Arbeitszeit pro Woche – vor allem bei dokumentenintensiven Aufgaben.
  • Dokumenten-Workflows profitieren am stärksten: KI wird insbesondere für die Erstellung, Bearbeitung und Zusammenfassung von Dokumenten sowie für Übersetzungen eingesetzt.
  • Die KI-Nutzung variiert je nach Branche: Wirtschaft, Beratung, Management sowie Finanz- und Industriebereiche setzen KI besonders intensiv ein, während Marketing den Fokus auf Content und Personalisierung legt.
  • Vertrauen bleibt die größte Hürde: Datenschutz, Datensicherheit und die Genauigkeit KI-generierter Inhalte bremsen eine breitere Einführung in Unternehmen.
  • Unternehmen müssen jetzt handeln: Klare Governance, sichere KI-Lösungen und Schulungen fördern Akzeptanz und helfen, das Produktivitätspotenzial von KI vollständig auszuschöpfen.

Weitere Informationen zum Thema:

Adobe
KI-Tools auf dem Vormarsch

datensicherheit.de, 02.08.2026
Entwicklung zur verlässlichen Geschäftstechnologie: KI-Kennzeichnung gemäß EU AI Act erst der Anfang

datensicherheit.de, 29.07.2026
PINKTUM-Checkliste zur KI-Kompetenz für Unternehmen

 

 

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NIS-2 Compliance: Proven When It Matters Most https://www.datensicherheit.de/nis-2-compliance-proven-crisis https://www.datensicherheit.de/nis-2-compliance-proven-crisis#respond Thu, 06 Aug 2026 10:06:37 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56136 In the context of NIS-2 compliance, organizations must determine whether their emergency procedures will remain effective if email, identity services, and collaboration platforms all fail simultaneously.

[datensicherheit.de, 08/06/2026] In his latest statement, Benjamin Schilz, CEO of Wire, explains why NIS-2 compliance will only be proven in a crisis and what role secure communication channels play in enabling organizations to act effectively in this context. With the NIS-2 implementation deadline now past, it will become clear just how resilient these preparations actually are. This raises the question of whether emergency procedures will still function if email, identity services, and collaboration platforms all go down at the same time. He emphasizes the importance of secure communication as part of an organization’s cyber resilience.

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Benjamin Schilz, CEO of wire, © wire

Benjamin Schilz notes critically that while many companies have established rules, they cannot always ensure that these are actually followed in day-to-day operations

Under review: The practicality of emergency planning in the NIS-2 context

“Many companies have now largely completed the formal implementation of NIS-2. Responsible parties have been designated, contact information has been submitted to the BSI, and internal projects have been officially concluded” says Schilz. After months of checklists, legal opinions, and impact assessments, however, the temptation is great to now remove this topic from the immediate focus.

“But this is exactly where the hard part begins!” That’s because NIS-2 doesn’t evaluate companies based on how complete their documentation is. What matters is whether they can detect a security incident, assess it within tight deadlines, and act in a controlled manner even under pressure.

For significant incidents, the directive requires an initial alert within 24 hours and a more detailed report within 72 hours. “This only works if responsibilities, reporting procedures, and communication channels have been clarified and sufficiently established in advance!” emphasizes Schilz..

Beyond the Audit: Preparing for Real-World Cyber Incidents

On paper, many organizations appear well-prepared. Ideally, those responsible know exactly who takes action, when decisions must be made, and which communication channels should be used. In reality, however, a real cyberattack rarely follows the structured steps of an audit. “If the email system is compromised, teams switch to messaging apps. If an external consultant cannot access the internal platform, they receive files via a link set up at short notice. If management needs to make a quick decision, a new chat group is created on personal devices.”

But this is precisely where the real gap becomes apparent: “In a survey commissioned by Wire, 62 percent of the IT, security, and compliance managers surveyed considered themselves ‘well’ or ‘very well’ prepared for regulatory requirements.”

At the same time, however, 48 percent reported sharing sensitive information through inappropriate channels at least occasionally. For 61 percent, access to shared files remained active longer than intended. “So many companies have established rules and systems. But they can’t always ensure that these are actually followed in day-to-day work.”

Communication as an Essential Criterion for Cyber Resilience

Companies have rightly invested in attack detection, access protection, and backups. But even good technical safeguards cannot prevent every attack. Ultimately, what matters is whether people can continue to work together securely.

Schilz points out: “A crisis management team needs a trusted space where decisions can be prepared, information evaluated, and tasks assigned! Senior management must remain reachable. ‘IT,’ ‘Legal,’ ‘Communications,’ and external specialists must be able to collaborate without relying on an infrastructure that may have been compromised.”

He warns: “Without this capability, decisions are delayed. It becomes more difficult to verify information, and sensitive content ends up on channels that can no longer be centrally controlled.”

“Shadow IT” is an indication of discrepancies between security policies and workflows

Many companies responded to insecure communication channels with new policies and additional training. “That’s understandable, but it doesn’t solve the underlying problem” Schilz says.

Employees often resorted to private messaging apps, personal email accounts, or freely available file-sharing services when official solutions made their work more difficult. This applies above all to collaboration with external parties, mobile teams, and situations under high time pressure. “A system that is perceived as too complicated during normal workdays will not suddenly become the norm during a crisis. This also applies to emergency channels that, while documented, have never been tested in practice.”

So-called „Shadow IT“ is therefore not always a sign of a lack of awareness—it may indicate that security requirements and workflows are not aligned.

NIS-2 requires a controlled response even when trusted systems fail

“The crucial real-world test begins when familiar systems are no longer available or trustworthy.” Companies should therefore assess how they can remain operational if email, central identity services, and their usual collaboration platform all fail simultaneously.

Schilz remarks: “How does the crisis management team convene? How are external experts brought in? How can identities be verified, information protected, and decisions documented? And can all of this be achieved without employees resorting to private channels?”

In conclusion, he summarizes: “Those who can answer these questions convincingly have achieved more than just formal NIS-2 compliance. Those who merely point to registration, policies, and approved tools have only completed the easy part. The key question is whether the organization can still act in a controlled manner even when its familiar systems are no longer available.”

Important to know:

  • NIS-2 requires demonstrated resilience rather than mere documentation: What matters most is how quickly companies can detect, assess, and manage security incidents in a controlled manner.
  • Operational implementation determines success: Preparation is key. Clear responsibilities, established reporting channels, and well-rehearsed procedures provide security when time pressure and uncertainty increase.
  • Secure communication forms the foundation of crisis resilience: Crisis response teams, management, IT, legal departments, and external partners need reliable and redundant channels for collaboration and decision-making.
  • Shadow IT provides valuable insights into opportunities for improvement: When teams resort to alternative communication and collaboration channels, it becomes clear where security requirements and workflows can be better aligned.
  • The practical validation of NIS2 starts with realistic failure scenarios: Companies strengthen their resilience by regularly testing crisis communication, identity verification, and decision-making processes even under challenging conditions.

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NIS-2-Compliance beweist sich erst in der Krise https://www.datensicherheit.de/nis-2-compliane-praxistest-krise https://www.datensicherheit.de/nis-2-compliane-praxistest-krise#respond Wed, 05 Aug 2026 22:29:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56069 Im Kontext der NIS-2-Konformität muss die Frage aufgeworfen werden, ob Notfallprozesse auch dann funktionieren, wenn E-Mail, Identitätsdienste und Kollaborationsplattformen gleichzeitig ausfallen

[datensicherheit.de, 06.08.2026] Benjamin Schilz, CEO von Wire, führt in seiner aktuellen Stellungnahme aus, warum sich NIS-2-Konformität erst in der Krise beweisen wird und welche Rolle sichere Kommunikationswege für die Handlungsfähigkeit von Organisationen in diesem Kontext spielen. Mit Ablauf der NIS-2-Umsetzungsfrist werde sich jetzt auch zeigen, wie belastbar die Vorbereitungen tatsächlich sind. Denn nun sollte die Frage aufgeworfen werden, ob Notfallprozesse auch dann funktionieren, wenn E-Mail, Identitätsdienste und Kollaborationsplattformen gleichzeitig ausfallen. Er unterstreicht die Bedeutung einer gesicherten Kommunikation als Teil der betrieblichen Cyberresilienz.

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Foto: wire

Benjamin Schilz merkt kritisch an, dass viele Unternehmen zwar Regeln geschaffen haben – aber nicht immer sicherstellen können, dass diese im Arbeitsalltag auch eingehalten werden

Auf dem Prüfstand: Alltagstauglichkeit der Notfallplanung im NIS-2-Kontext

„Viele Unternehmen haben die formale NIS-2-Umsetzung inzwischen weitgehend abgeschlossen. Verantwortliche sind benannt, Kontaktdaten an das BSI übermittelt, interne Projekte offiziell abgeschlossen“, so Schilz. Nach Monaten voller Checklisten, Rechtsgutachten und Betroffenheitsprüfungen sei indes die Versuchung groß, dieses Thema nun aus dem unmittelbaren Fokus zu nehmen.

  • „Doch genau jetzt beginnt der schwierigere Teil!“ Denn NIS-2 messe Unternehmen nicht daran, wie vollständig ihre Unterlagen sind. Entscheidend sei, ob sie einen Sicherheitsvorfall erkennen, innerhalb enger Fristen bewerten und auch unter Druck kontrolliert handeln können.

Für erhebliche Vorfälle verlange die Richtlinie eine erste Warnung innerhalb von 24 Stunden und eine ausführlichere Meldung innerhalb von 72 Stunden. „Das funktioniert nur, wenn Zuständigkeiten, Meldewege und Kommunikationskanäle vorher geklärt und ausreichend etabliert wurden!“, betont Schilz.

Lücke zwischen Plan und Praxis: Angriff folgen selten dem Ablauf eines Audits

Auf dem Papier seien viele Organisationen gut vorbereitet. Im Idealfall wüssten Verantwortliche wer wann über welche Kanäle aktiv wird. Ein realer Angriff folge jedoch selten dem Ablauf eines Audits. „Ist das E-Mail-System betroffen, wechseln Teams auf Messenger. Kann ein externer Berater nicht auf die interne Plattform zugreifen, erhält er Dateien über einen kurzfristig eingerichteten Link. Muss die Geschäftsführung schnell entscheiden, entsteht eine neue Chat-Gruppe auf privaten Geräten.“

  • Genau hierbei aber zeige sich die eigentliche Lücke: „In einer von Wire in Auftrag gegebenen Erhebung hielten sich 62 Prozent der befragten IT-, Security- und Compliance-Verantwortlichen für ,gut’ oder ,sehr gut’ auf regulatorische Anforderungen vorbereitet.“

Gleichzeitig hätten jedoch 48 Prozent angegeben, sensible Informationen zumindest gelegentlich über ungeeignete Kanäle zu teilen. Bei 61 Prozent blieben Zugriffe auf gemeinsam genutzte Dateien länger aktiv als vorgesehen. „Viele Unternehmen haben also Regeln und Systeme geschaffen. Sie können aber nicht immer sicherstellen, dass diese im Arbeitsalltag auch eingehalten werden.“

Kommunikation als notwendiges Kriterium für Cyberresilienz

Unternehmen investierten zu Recht in Angriffserkennung, Zugangsschutz und Backups. Doch selbst gute technische Schutzmaßnahmen verhinderten nicht jeden Angriff. Danach komme es darauf an, ob Menschen weiterhin sicher zusammenarbeiten können.

  • Schilz gibt zu bedenken: „Ein Krisenstab braucht einen vertrauenswürdigen Raum, in dem Entscheidungen vorbereitet, Informationen bewertet und Aufgaben verteilt werden! Die Geschäftsleitung muss erreichbar bleiben. ,IT’, ,Recht’, ,Kommunikation’ und externe Spezialisten müssen kollaborieren können, ohne auf eine möglicherweise kompromittierte Infrastruktur angewiesen zu sein.“

Er warnt: „Fehlt diese Möglichkeit, verzögern sich Entscheidungen. Informationen lassen sich schlechter überprüfen, und sensible Inhalte wandern auf Kanäle, die sich nicht mehr zentral kontrollieren lassen.“

Einsatz sogenannter Schatten-IT Indiz für Diskrepanzen zwischen Sicherheitsvorgaben und Arbeitsabläufen

Viele Unternehmen reagierten auf unsichere Kommunikationswege mit neuen Richtlinien und zusätzlichen Schulungen. „Das ist verständlich, löst aber nicht das grundlegende Problem“, untersteicht Schilz.

  • Mitarbeiter griffen häufig auf private Messenger, persönliche E-Mail-Konten oder frei verfügbare Dateidienste zurück, wenn die offiziellen Lösungen ihre Arbeit erschweren. Dies betreffe vor allem die Zusammenarbeit mit externen Beteiligten, mobile Teams und Situationen mit hohem Zeitdruck. „Ein System, das im normalen Arbeitsalltag als zu kompliziert empfunden wird, setzt sich in einer Krise nicht plötzlich durch. Das gilt auch für Notfallkanäle, die zwar dokumentiert, aber nie praktisch erprobt wurden.“

Sogenannte Schatten-IT sei deshalb nicht immer ein Zeichen fehlender Sensibilität – sie könne darauf hinweisen, dass Sicherheitsvorgaben und Arbeitsabläufe nicht zusammenpassen.

NIS-2 erfordert auch dann kontrolliertes Handeln, wenn vertraute Systeme ausfallen

„Der entscheidende Praxistest beginnt dort, wo die gewohnten Systeme nicht mehr verfügbar oder vertrauenswürdig sind.“ Unternehmen sollten deshalb prüfen, wie sie handlungsfähig bleiben, wenn E-Mail, zentrale Identitätsdienste und die übliche Kollaborationsplattform gleichzeitig ausfallen.

  • Schilz führt aus: „Wie kommt der Krisenstab zusammen? Wie werden externe Fachleute eingebunden? Wie lassen sich Identitäten überprüfen, Informationen schützen und Entscheidungen dokumentieren? Und gelingt all das, ohne dass Mitarbeitende auf private Kanäle ausweichen?“

Abschließend fasst er zusammen: „Wer diese Fragen überzeugend beantworten kann, hat mehr erreicht als formale NIS-2-Compliance. Wer lediglich auf Registrierung, Richtlinien und freigegebene Tools verweist, hat erst den einfachen Teil erledigt. Entscheidend ist, ob die Organisation auch dann kontrolliert handeln kann, wenn ihre vertrauten Systeme nicht mehr zur Verfügung stehen.“

Wichtig zu wissen:

  • NIS-2 verlangt gelebte Resilienz statt reiner Dokumentation: Entscheidend ist, wie schnell Unternehmen Sicherheitsvorfälle erkennen, bewerten und kontrolliert bearbeiten können.
  • Die operative Umsetzung entscheidet über den Erfolg: Vorbereitung ist der Schlüssel. Klare Zuständigkeiten, etablierte Meldewege und eingeübte Abläufe schaffen Sicherheit, wenn Zeitdruck und Unsicherheit steigen.
  • Sichere Kommunikation bildet das Fundament der Krisenfähigkeit: Krisenstäbe, Management, IT, Recht und externe Partner benötigen verlässliche und redundante Wege für Zusammenarbeit und Entscheidungsfindung.
  • Schatten-IT liefert wertvolle Hinweise auf Verbesserungsmöglichkeiten: Wenn Teams auf alternative Kommunikations- und Kollaborationswege zurückgreifen, zeigt sich, wo Sicherheitsanforderungen und Arbeitsabläufe besser zusammenspielen können.
  • Der Praxistest für NIS2 beginnt mit realistischen Ausfallszenarien: Unternehmen stärken ihre Widerstandsfähigkeit, indem sie gleichermaßen Krisenkommunikation, Identitätsprüfung und Entscheidungsprozesse auch unter erschwerten Bedingungen regelmäßig erproben.

Weitere Informationen zum Thema:

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ElringKlinger modernisiert Identity- und Access-Management mit Omada Identity https://www.datensicherheit.de/identity-access-management-modernisierung https://www.datensicherheit.de/identity-access-management-modernisierung#respond Wed, 05 Aug 2026 11:49:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56088 ElringKlinger hat Omada Identity mit der Modernisierung seines unternehmensweiten Identity- und Access-Managements (IAM) beauftragt. Ziel ist der Aufbau einer skalierbaren Identity-Governance-Plattform, die globale Geschäftsprozesse unterstützt, Berechtigungen standardisiert und die Anforderungen an Compliance sowie eine zunehmend digitalisierte IT-Landschaft erfüllt.

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Zur Modernisierung des unternehmensweiten Identity- und Access-Managements (IAM) hat sich ElringKlinger für Omada Identity entschieden. Ziel ist der Aufbau einer zukunftsfähigen Identity-Governance-Plattform, die den steigenden Anforderungen einer globalen und zunehmend komplexen IT-Landschaft gerecht wird.

Als international tätiger Automobilzulieferer entwickelt und produziert ElringKlinger Lösungen für unterschiedliche Antriebstechnologien sowie Komponenten für die Elektromobilität. Die Weiterentwicklung der digitalen Infrastruktur bildet dabei eine wesentliche Grundlage für standardisierte Geschäftsprozesse, Skalierbarkeit und Compliance.

IAM-Modernisierung im SAP-Umfeld

Im Rahmen der Evaluierung einer neuen IAM-Plattform standen insbesondere die Ablösung des bestehenden SAP Identity Managements, dessen Support Ende 2027 ausläuft, sowie die Modernisierung des Berechtigungsmanagements im SAP-S/4HANA-Umfeld im Fokus. Gesucht wurde eine Lösung, die eine standardisierte, skalierbare und automatisierte Steuerung von Identitäten und Berechtigungen ermöglicht und gleichzeitig die Anforderungen einer globalen Systemlandschaft unterstützt.

Zu den zentralen Anforderungen zählen der Aufbau eines systemübergreifenden Rollenmodells, die Vereinheitlichung von Berechtigungsstrukturen sowie die Einführung eines durchgängigen Self-Service für Zugriffsanträge. Darüber hinaus sollen sicherheitsrelevante Prozesse – insbesondere regelmäßige Rezertifizierungen von Berechtigungen nach dem Least-Privilege-Prinzip – stärker automatisiert werden, um den manuellen Aufwand zu reduzieren und Transparenz sowie Nachvollziehbarkeit zu erhöhen.

Standardisierung der IAM-Landschaft

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Standardisierung der bestehenden IAM-Landschaft. Individuelle Anpassungen sollen schrittweise durch standardisierte Prozesse und etablierte Best Practices ersetzt werden, um Wartbarkeit, Skalierbarkeit und langfristige Betriebsstabilität zu verbessern.

Die aktuelle IT-Landschaft mit SAP S/4HANA, verbleibenden SAP-ERP-Systemen sowie einer Vielzahl integrierter Geschäftsanwendungen stellt hohe Anforderungen an ein konsistentes und zentral gesteuertes Berechtigungsmanagement. Ziel ist es, Rollen und Berechtigungen systemübergreifend zu verwalten, Zugriffsrisiken transparenter zu machen und Genehmigungs- sowie Bereitstellungsprozesse weiter zu automatisieren.

Mit der Einführung der neuen Plattform will das Unternehmen die Grundlage für ein zukunftsfähiges Identity- und Access-Management sowie ein skalierbares SAP-Berechtigungsmodell schaffen, das die Anforderungen an Governance, Compliance und effiziente Betriebsprozesse langfristig unterstützt.

Jakob H. Kraglund, CEO, Omada

Jakob H. Kraglund, CEO, Omada, Bild: Omada

Jakob H. Kraglund, CEO, Omada, berichtet: „Von Anfang an hat der Kunde großes Vertrauen in unser Team gezeigt. Wir haben dieses Vertrauen gestärkt, indem wir im Evaluierungsprozess schneller als andere Anbieter agierten und schon früh greifbare Ergebnisse lieferten. Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit mit dem ElringKlinger-Team weiter auszubauen.“

Praxis-Checkliste: Fünf Fragen zur IAM-Modernisierung

  • Strategie: Unterstützt die IAM-Plattform die langfristige Digitalisierungs- und Geschäftsstrategie des Unternehmens?
  • Standardisierung: Sind Rollen, Berechtigungen und Governance-Prozesse unternehmensweit einheitlich und standardisiert?
  • Automatisierung: Lassen sich Zugriffsanträge, Genehmigungen und Rezertifizierungen weitgehend automatisieren?
  • Compliance: Besteht jederzeit Transparenz über Berechtigungen, Zugriffsrisiken und Audit-Anforderungen?
  • Skalierbarkeit: Ist die IAM-Lösung zukunftsfähig und in der Lage, hybride IT-Landschaften sowie neue Anwendungen flexibel zu unterstützen?

Weitere Informationen zum Thema:

Omada
ElringKlinger entscheidet sich für Omada Identity zur Unterstützung einer zukunftsfähigen Strategie für Identitäts- und Zugriffsmanagement ausgewählt

datensicherheit.de, 02.06.2019
One Identity-Umfrage: IAM-Praktiken schwierig umzusetzen

 

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EU AI Act: Aktuelle KI-Vorfälle unterstreichen Notwendigkeit der Regeln https://www.datensicherheit.de/eu-ai-act-ki-vorfaelle-notwendigkeit-regeln Tue, 04 Aug 2026 22:45:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56025 Reglementierungen kommen wohl genau zur richtigen Zeit – wie die jüngsten Vorfälle um den KI-Chatbot „Claude“ und „Hugging Face“ zeigen

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Mark Molyneux, „Field CTO“ bei Commvault, hat den 2. August 2026 als Anlass für eine aktuelle Stellungnahme genommen, denn Teile der verbleibenden Elemente des „EU AI Act“ – der ersten KI-Regulierung der EU – sind anwendbar geworden und sollen fortan beim KI-Einsatz für „mehr Disziplin und Sicherheit“ sorgen. Diese Reglementierungen kommen demnach wohl zur richtigen Zeit, wie die jüngsten Vorfälle um den KI-Chatbot „Claude“ und „Hugging Face“ zeigen. KI reiße Sicherheitslücken und könne Daten kompromittieren. „Was bedeuten die neuen Regeln für Unternehmen, und wie können sie sich vorbereiten? Acht Jahre nach Einführung der DSGVO und angesichts neu hinzugekommener Regularien zur Cyberresilienz wie NIS-2 oder DORA stehen Datensicherung und damit Datenschutz erneut vor neuen Anforderungen.“ KI-Modelle wie Anthropics „Mythos“ werden laut Molyneux’ Warnung zu einem „drastischen Anstieg von Datenschutzvorfällen“ führen.

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Foto: Commvault

Mark Molyneux: Vertrauen in KI darf niemals als selbstverständlich vorausgesetzt werden!

KI handelt nicht böswillig, sondern folgt „Reward Hacking“-Motivation

„Typische ,Kinderkrankheiten’ einer jungen Technologie oder grundlegende Sicherheitsrisiken, die auch künftig schwer einzudämmen bleiben?“ Die jüngsten Ereignisse sprechen laut Molyneux für Letzteres.

  • „Getestete KI-Systeme überraschten ihre Entwickler: OpenAI kompromittierte ,Hugging Face’ und mindestens vier weitere Dienste. Die KI handelte nicht böswillig, sondern verließ für ein ,Reward Hacking’ (Belohnungsmanipulation) seinen vorgesehenen Wirkungsbereich und konnte durch das Kompromittieren externer Systeme sein – durchgehend unverändertes – Ziel erreichen.“

Nun habe auch Anthropic zugeben, dass seine Künstliche Intelligenz (KI) in Testläufen ungeplant in Computersysteme von drei Unternehmen eingedrungen sei.

KI – neu, faszinierend und offensichtlich schwer beherrschbar

In einem anderen Vorfall hätten KI-Funktionen neue Wege gefunden oder mit etablierten externen Diensten interagiert, wie dem „Google“-Index im Fall des „Claude“-Chatbots. Nutzer hätten diese Chats zuvor zur Freigabe aktiviert. Dadurch seien ihre Prompts von Suchmaschinen wie „Google“ indexiert und damit öffentlich zugänglich geworden.

  • „Hunderte von Nutzern machten ihre Unterhaltungen mit einer Funktion des KI-Chatbots ,Claude’ im Internet öffentlich zugänglich, ohne dies zu wissen – ein Verstoß gegen den Datenschutz“, so Molyneux.

KI sei neu, faszinierend und offensichtlich schwer beherrschbar. Selbst in kontrollierten Testszenarien hätten die Modelle einen Weg aus der isolierten Umgebung gefunden. „Dabei handeln autonome KI-Systeme zielorientiert und tun dies häufig auf eine Weise, die von ihren Entwicklern weder bedacht noch beabsichtigt war.“

Notwendige KI-Regeln für mehr Disziplin und eine fundierte Risikoanalyse

„Es wirkt fast ironisch, dass im Juli so viele Vorfälle auftraten. Denn am zweiten August werden ein guter Teil der verbleibenden Elemente des EU AI Act durchsetzbar und vervollständigen den risikobasierten Regulierungsrahmen für KI-Systeme.“

  • Die Verordnung lege Regeln für Entwickler und Anwender von Hochrisiko-KI-Systemen fest. Sie umfasse unter anderem Risikomanagement, „Data Governance“, technische Dokumentation, Aufzeichnungspflichten, Transparenz, menschliche Aufsicht, Genauigkeit, Resilienz, Cybersicherheit und Meldepflichten schwerwiegender Vorfälle: „Für eine vertrauenswürdige, nutzerzentrierte KI in Europa, welche die Gesundheit, Sicherheit oder Grundrechte der EU-Bürger nicht gefährdet.“

Unternehmen mit eigenen KI-Projekten oder solche, die externe KI-Dienste nutzen, sollten spätestens jetzt prüfen, inwieweit KI-Regeln ihre IT-Governance-Sicht betreffen. Für IT-Entscheider und CISOs sei die Aufgabe klar: Sie müssten ihr Sicherheitsmodell mit demselben Tempo weiterentwickeln, welches den Einsatz der KI diktiert. Das neue Gesetz zeitige auch für solche Unternehmen Folgen, welche der „EU AI Act“ nur am Rande betreffe.

Mark Molyneux’ Empfehlungen zur Einhegung von KI-Risiken:

  • „Recovery“ für Daten und Infrastrukturen
    Wer sich auf KI-Governance vorbereitet, benötige vertrauenswürdige Daten und eine widerstandsfähige KI-Infrastruktur. Nur in einer wiederherstellbaren IT ließen sich Nachweise über Betriebsabläufe vorhalten und pflegen. Ebenso wichtig sei die Kompetenz, auf potenzielle Cybervorfälle – einschließlich KI-gestützter Angriffe – zu reagieren, welche auf KI-Systeme und deren Datenintegrität abzielen.
  • Identitätssicherheit
    Jeder KI-Agent sei wie eine „privilegierte digitale Identität“ zu behandeln. Die Resilienzbeauftragten sollten ihm nur die unbedingt erforderlichen Zugriffsrechte geben und ihn kontinuierlich auf ungewöhnliches Verhalten überwachen.
  • Ständige Checks
    Unternehmen sollten permanent die Zugriffsrechte eines KI-Agenten überprüfen, anstatt sich auf Annahmen zu verlassen. „Sicherheitsrisiken entstehen oft genau aus der Diskrepanz zwischen den absichtlich bewilligten und den tatsächlich vorhandenen Privilegien“, gibt Molyneux zu bedenken.
  • Eindämmung des unvermeidbaren Ernstfalls
    Prävention verhindere nicht den Sicherheitsvorfall: „Die Aufgabe ist das Eindämmen des Unvermeidbaren!“ Daran müssten sich alle beteiligen, denn KI verwische die Grenzen zwischen Sicherheit, Identitätsmanagement und Wiederherstellung. Dennoch behandelten viele Organisationen diese Bereiche weiterhin als Einzeldisziplinen. „Das ist kein tragfähiges Fundament mehr!“ Unternehmen benötigten ein Modell für operative Resilienz, welches die zuständigen Teams zusammenbringe, um Anomalien schnell zu erkennen, betroffene Systeme zu isolieren und saubere, vertrauenswürdige Daten wiederherzustellen – „bevor sich eine Störung weiter ausbreitet“.
  • Transparenz für den Nutzer
    Anwender müssten klar erkennen können, dass sie mit einem KI-Agenten oder Chatbot interagieren. „Ihnen muss ersichtlich sein, dass emotionale oder biometrische Analysen zum Einsatz kommen, sowie ob generierte Informationen künstlich erzeugt oder ein ,Fake’ sind – insbesondere bei der nachträglichen Manipulation von Bildern ohne das OK der betroffenen Personen.“

Molyneux’ Fazit: „Die aktuellen Vorfälle sollten Unternehmen nicht vom KI-Einsatz abhalten. Sie müssen jedoch die Annahme oder vielmehr den Wunsch und die Hoffnung aufgeben, dass autonome Systeme stets wie vorgesehen funktionieren. Vertrauen in KI darf niemals als selbstverständlich vorausgesetzt werden! Kontrolle und Resilienz durch eine gewährleistete ,Recovery‘ sind notwendig. Denn auch die besten Sicherheitsmaßnahmen werden Angreifer und die KI-Agenten der Gegenseite irgendwann umgehen.“

Weitere Informationen zum Thema:

Commvault
What Commvault Does for Our Customers / Commvault Cloud delivers unified resilience at enterprise scale — bringing together data security, identity resilience, and cyber recovery into one simple, powerful, cloud-native platform.

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Mark Molyneux

zdfheute, 31.07.2026
KI-Hacker-Attacke:Nach OpenAI: Auch Anthropic griff echte Firmen an / Erst hackte ein KI-Modell von OpenAI fremde Computersysteme. Jetzt meldet auch Anthropic „unbefugten Zugriff“ auf Organisationssysteme.

datensicherheit.de, 03.08.2026
„Claude“-Ausbrüche mahnen: KI-Modelle durch „Zero Trust“ einhegen / Sobald ein autonomer KI-Agent eine kontrollierte Umgebung verlassen kann, nimmt er die Grenzen einer Organisation nicht auf die gleiche Art und Weise wahr wie Menschen

datensicherheit.de, 21.07.2026
Cyberangriff auf Hugging Face: Experten ordnen die neue Dimension von KI-Angriffen ein / Ein aktueller Cyberangriff beherrscht aktuell die Schlagzeilen: Ein autonomer KI-Agent nutzte Schwachstellen in der Datenverarbeitungs-Pipeline von Hugging Face aus. Über manipulierte Datensätze wurde Schadcode eingeschleust, der es dem Agenten ermöglichte, auf Clusterebene zu gelangen und Cloud-Zugangsdaten zu stehlen.

datensicherheit.de, 23.04.2026
Claude Mythos: Anthropic könnte Büchse der Pandora geöffnet haben​ / Über einen Mangel an Publicity kann sich Anthropic-Chef Dario Amodei dieser Tage sicher nicht beschweren, kommentiert Jochen Koehler

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Kompromittierte Nutzerkonten – Deutschland weltweit auf Platz 10 https://www.datensicherheit.de/kompromittierung-nutzerkonten-deutschland-welt-platz-10 Tue, 04 Aug 2026 22:32:00 +0000 https://www.datensicherheit.de/?p=56024 Insgesamt wurden im ersten Halbjahr 2026 hierzulande 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert und weltweit 313,4 Millionen

[datensicherheit.de, 05.08.2026] Deutschland zählt im ersten Halbjahr 2026 zu den zehn Ländern mit den meisten Datenlecks weltweit.“ So die Erkenntnis aus einer aktuellen Analyse des Cybersecurity-Unternehmens Surfshark. Insgesamt wurden demnach hierzulande in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 3,8 Millionen Nutzerkonten kompromittiert – und weltweit 313,4 Millionen. Die USA führten das Ranking mit 90,8 Millionen kompromittierten Nutzerkonten an. Damit entfalle fast jedes dritte weltweit betroffene Konto (29%) auf die USA – es folgten Frankreich, Brasilien, Indien und Großbritannien.

Europa zunehmend im Fokus Cyberkrimineller

Die Analyse zeige außerdem eine bemerkenswerte Entwicklung: „Im zweiten Quartal 2026 hat Europa Nordamerika erstmals bei der Zahl kompromittierter Nutzerkonten überholt. Weltweit entfiel in diesem Zeitraum jedes dritte Datenleck auf Europa.“ Innerhalb der Region stammten 58 Prozent aller kompromittierten Konten allein aus Frankreich.

  • Auch beim sogenannten „Breach Density Score“ – der Zahl kompromittierter Konten pro 1.000 Einwohner – dominierten europäische Länder. Vier der fünf Spitzenplätze belegten Staaten aus Europa: Frankreich habe Rang 1, gefolgt von Polen, Portugal und Litauen. Lediglich die USA durchbrächen diese Reihe mit Platz 3.

„Auch wenn die Zahl der kompromittierten Konten zuletzt leicht zurückgegangen ist, liegt sie weiterhin deutlich über dem Niveau des vergangenen Jahres. Gleichzeitig beobachten wir, dass Angreifer ihren Fokus zunehmend auf leichter angreifbare Ziele verlagern – insbesondere auf Behörden und Einrichtungen des öffentlichen Sektors, deren Cybersicherheitsmaßnahmen häufig nicht ausreichend ausgebaut sind“, berichtet Tomas Stamulis, „Chief Security Officer“ bei Surfshark.

Rückgang der Fallzahlen sollte nicht als Entwarnung gewertet werden

Nach Einschätzung von Stamulis vermittelten sinkende Fallzahlen indes schnell ein trügerisches Gefühl von Sicherheit:

  • „Gestohlene Daten verlieren nicht einfach mit der Zeit an Wert. Informationen aus Datenlecks können noch Jahre später in neuen Betrugsmaschen auftauchen und für Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl oder finanziellen Betrug missbraucht werden.“

Dies gelte auch für heute gestohlene Daten: „Selbst wenn sie zunächst ungenutzt bleiben, können sie noch Jahre später wieder auftauchen.“

Jede E-Mail-Adresse in Deutschland im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen

Seit Beginn der Erhebungen im Jahr 2004 seien in Deutschland 645,4 Millionen Nutzerkonten kompromittiert worden – der zweithöchste Wert in Westeuropa. Betroffen gewesen seien insgesamt 178 Millionen eindeutige E-Mail-Adressen. Damit sei jede E-Mail-Adresse im Durchschnitt 3,6-mal von einem Datenleck betroffen gewesen.

  • Zusammen mit den Nutzerkonten seien außerdem 550,9 Millionen Passwörter offengelegt worden. Dadurch bestehe für rund 85 Prozent der Betroffenen das Risiko von Konto-Übernahmen, Identitätsdiebstahl, Erpressung oder weiteren Formen von Cyberkriminalität.

Statistisch gesehen sei jede Person in Deutschland seit 2004 durchschnittlich achtmal von einem Datenleck betroffen gewesen – ebenfalls einer der höchsten Werte in Westeuropa.

Tipps zur Minderung des Risikos für Kompromittierung

Um die eigene Angriffsfläche zu reduzieren, empfiehlt Stamulis:

  • Persönliche Daten grundsätzlich sparsam weitergeben und sensible Informationen dann preisgeben, wenn sie wirklich erforderlich sind!
  • Echte personenbezogene Daten nur bei offiziellen oder gesetzlich notwendigen Vorgängen verwenden!
  • Für alltägliche Registrierungen auf Aliasnamen, separate E-Mail-Adressen oder E-Mail-Aliasse setzen!

„Auch sogenannte Dienste zum Verbergen der E-Mail-Adresse können dazu beitragen, die eigene Identität besser zu schützen“, so Stamulis.

Weitere Informationen zum Thema:

Surfshark
Wir entwickeln die populärsten Sicherheitsprodukte für Menschen in der ganzen Welt / Unser Ziel ist es, Menschen die volle Kontrolle über ihr digitales Leben zu ermöglichen, das Bewusstsein für die sich entwickelnden Online-Bedrohungen zu schärfen, Barrierefreiheit zu fördern und die Zukunft des Internets zu sichern. Wir arbeiten an einer Zukunft, in der das Internet eine offene, integrative und unschätzbare globale Ressource für alle bleibt.

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Tomas Stamulis

Surfshark
Country profile Germany – Global rank by breached accounts: 5th

datensicherheit.de, 19.06.2026
Nutzerkonten gefährdet: 24 Milliarden Datensätze einschließlich Benutzernamen und Passwörtern im Internet / Am 12. Juni 2026 hat das Rechercheteam von „Cybernews“ ein Datenleck mit 24 Milliarden Datensätzen entdeckt

datensicherheit.de, 04.02.2026
Benutzerkonten: Pauschaler Passwortwechsel laut BSI keine zeitgemäße Schutzmaßnahme mehr / Wiederkehrende Änderungen des Passworts könnten dazu führen, dass Verbraucher eher vermehrt zu schwachen – etwa leicht vorhersehbaren – Passwörtern neigen

datensicherheit.de, 29.08.2017
Privilegierte Benutzerkonten ins Visier von Hackern / Mehrere Methoden, um an die Zugangsdaten zu gelangen

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