Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Mittwoch, März 26, 2025 11:48 - noch keine Kommentare
2024/2025: Alle 14 Sekunden ein Cyber-Angriff auf Unternehmen
Unternehmen in den USA laut aktueller NordPass-Studie das mit Abstand beliebteste Angriffsziel
[datensicherheit.de, 26.03.2025] „In der Zeit, die Sie benötigen, diesen Artikel zu lesen, werden mindestens zwölf weitere Cyber-Angriffe stattgefunden haben – einer alle 14 Sekunden“, warnt NordPass in einer aktuellen Stellungnahme vom 26. März 2025. Unternehmen in den USA sind dabei laut einer aktuellen NordPass-Studie das mit Abstand beliebteste Angriffsziel. Diese in Zusammenarbeit mit NordStellar erstellte Studie zur Untersuchung von Cyber-Sicherheitsvorfällen bestätigt demnach einen besorgniserregenden Trend: „Die Angriffe nehmen zu!“
Vor allem Unternehmen betroffen, die B2B-Dienstleistungen, Internet- und Webdienste sowie Bank- und Kreditdienstleistungen anbieten
„Im letzten Quartal haben Unternehmen, die das ,Dark Web Monitoring Tool’ von NordStellar nutzen, 772 Cyber-Sicherheitsvorfälle in ihrem Unternehmensumfeld festgestellt.“ Im Januar 2025 seien es bereits 321 Vorfälle gewesen. Die mit Abstand meisten Datenschutzverletzungen wurden laut NordPass im letzten Quartal 2024 in den USA (61), gefolgt von Indien (13) und dem Vereinigten Königreich (7) verzeichnet.
Bemerkenswert sei auch, dass im letzten Quartal 2024 und im Januar 2025 die meisten Datenschutzverletzungen bei Unternehmen aufgetreten seien, „die geschäftliche Dienstleistungen (B2B), Internet- und Webdienste sowie Bank- und Kreditdienstleistungen, einschließlich Fintech-Unternehmen, anbieten“.
„In einer Zeit, in der die Zahl der Cyber-Angriffe so hoch ist wie nie zuvor, kann ein einziges kompromittiertes Passwort böswilligen Akteuren den unbefugten Zugriff auf vertrauliche Unternehmensdaten ermöglichen. Daher ist es für Unternehmen entscheidend, ihre Cyber-Abwehr nicht nur durch Aufklärung, sondern auch durch den Einsatz der richtigen Tools zu stärken“, betont Karolis Arbaciauskas, „Head of Business Product“ bei NordPass. Diese könnten zum Beispiel das kostenlose „Dark Web Monitoring Tool“ nutzen, um zu überprüfen, ob Ihre Unternehmensdaten jemals offengelegt wurden.
Auch kleine Unternehmen im Visier
Arbaciauskas fügt hinzu, dass viele Kleinunternehmer die Notwendigkeit von Cyber-Sicherheitstools nicht erkennen würden, weil sie glaubten, dass ihre Unternehmen zu klein oder zu unbedeutend seien, um für Cyber-Kriminelle von Interesse zu sein. „Die Daten zeigen jedoch einen gegenteiligen Trend!“ Er wisse aus Erfahrung, dass Menschen überall auf der Welt so dächten.
Seine Warnung: „Aber das ist ein trügerisches Gefühl. Cyber-Angriffe, die auf bestimmte Unternehmen oder Einzelpersonen abzielen, wie wir sie aus Filmen kennen, sind sehr selten. Bedrohungsakteure werfen ihre Netze in der Regel großflächig aus und schauen, wen sie damit fangen können.“ Die Daten zeigten zudem, dass es sich bei den Opfern in der Regel um ein kleines Unternehmen mit bis zu 35 Mitarbeitern handele.
Größere Unternehmen, so Arbaciauskas, legen in der Regel mehr Wert auf die Schulung ihrer Mitarbeiter, verfügen über solide Sicherheitsrichtlinien und sind technologisch besser auf die Abwehr von Angriffen vorbereitet. Infolgedessen komme es in großen Unternehmen seltener zu Cyber-Vorfällen. „Und wenn große, bekannte Unternehmen gehackt werden, erfahren wir alle davon in den Nachrichten. Gleichzeitig bleiben Tausende von Vorfällen in kleinen Unternehmen oft unbemerkt.“
Im Durchschnitt benötigen Unternehmen 204 Tage, um eine Cyber-Sicherheitsverletzung zu entdecken
Selbst wenn ein Vorfall entdeckt wird, dauert es in der Regel sehr lange, bis eine entsprechende Reaktion folgt und der Vorfall behoben wird: „Im Durchschnitt benötigen Unternehmen 204 Tage, um eine Sicherheitsverletzung zu entdecken, und weitere 73 Tage, um sie einzudämmen.“
Aufgrund mehrfach verwendeter und unsicherer Passwörter der Mitarbeiter oder heruntergeladener Schadsoftware tauchen Zugangsdaten von Unternehmen oft in kompromittierten Datenbanken auf, was Hackern die Möglichkeit bietet, in das System einzudringen. Für kleinere Unternehmen kann eine schwerwiegende Datenschutzverletzung das sichere Aus bedeuten – da die finanziellen Kosten und der Reputationsschaden immens sein können.
Nach Schätzungen von IBM belaufen sich die durchschnittlichen Kosten einer Datenschutzverletzung nämlich auf etwa 4,45 Millionen US-Dollar. „Dies entspricht einem Anstieg von 15 Prozent in den letzten drei Jahren und verdeutlicht die zunehmenden finanziellen Auswirkungen von Datenschutzverletzungen auf die Unternehmen von heute.“
Schwachstellen der IT-Infrastruktur des Unternehmens ermitteln und Strategien zur Abwehr von Bedrohungen auszuarbeiten
Laut Arbaciauskas sollte jedes Unternehmen, unabhängig von seiner Größe oder Art, mit Hinblick auf das Thema Cyber-Sicherheit extra Vorsicht walten lassen. Der Einsatz von wichtigen Tools wie Passwort-Managern, die eine sichere Verwaltung von Unternehmensdaten und -zugängen ermöglichen, oder von Lösungen für virtuelle private Netzwerke (VPN) ist für ihn „ein erster Schritt auf dem Weg zu einer höheren Widerstandsfähigkeit gegen Online-Bedrohungen“.
Darüber hinaus sei eine Überprüfung der Cyber-Sicherheit hilfreich, um Schwachstellen in der IT-Infrastruktur eines Unternehmens zu ermitteln und Strategien zur Abwehr von Bedrohungen auszuarbeiten. Arbaciauskas rät abschließend: „Es ist auch wichtig, in das allgemeine Bewusstsein für Cyber-Sicherheit innerhalb der Organisation zu investieren, um Fehlverhalten zu vermeiden, was oft zu schwerwiegenden Datenverlusten führen kann.“
Die diesem Beitrag zugrundeliegende Studie wurde nach eigenen Angaben in Zusammenarbeit mit NordStellar durchgeführt. Die Daten seien anhand von Faktoren wie Land, Branche, Unternehmenstyp, Unternehmensgröße und Art der betroffenen Daten analysiert worden. Man habe sich dabei auf Cyber-Sicherheitsverletzungen des letzten Quartals (Anfang Oktober bis Ende Dezember 2024) und im Januar 2025 konzentriert.
Weitere Informationen zum Thema:
NordPass, Maciej Bartłomiej Sikora, 28.10.2024
Data Breach Trends Report 2024
IBM
Cost of a Data Breach Report 2024
datensicherheit.de, 20.01.2020
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