Aktuelles, Branche, Studien - geschrieben von dp am Freitag, Mai 17, 2024 13:47 - noch keine Kommentare
Cyber-Risiken: IT-Security-Verantwortliche scheitern oft an der Kommunikation mit der Obersten Leitung
Mehrheit der CISOs (Chief Information Security Officers) in Deutschland und weltweit fühlt sich von der obersten Führungsebene unter Druck gesetzt, die Cyber-Risiken herunterzuspielen
[datensicherheit.de, 17.05.2024] Trend Micro hat nach eigenen Angaben am 16. Mai 2024 neue Studienergebnisse zum Umgang mit Cyber-Risiken in Unternehmen veröffentlicht. Demnach fühlen sich drei Viertel der deutschen IT-Security-Verantwortlichen (76% gegenüber weltweit 79%) von der Geschäftsleitung unter Druck gesetzt, die Cyber-Risiken im Unternehmen herunterzuspielen. „48 Prozent (weltweit 41%) von ihnen glauben, dass erst ein schwerwiegender Sicherheitsvorfall im Unternehmen die Führungsriege dazu veranlassen würde, entschlossener gegen Cyber-Risiken vorzugehen“, berichtet Richard Werner, „Security Advisor“ bei Trend Micro, in seiner aktuellen Stellungnahme zu den Ergebnissen der aktuellen Trend-Micro-Studie.

Foto: Trend Micro
Richard Werner rät Unternehmen zur Einführung einer ganzheitlichen Plattform zum Management der Angriffsoberfläche (Attack Surface Risk Management / ASRM)
Große Hürde für CISOs, den Zusammenhang zwischen Cyber-Risiken und daraus entstehenden Geschäftsrisiken aufzuzeigen
Werner berichtet: „Warum werden CISOs nicht gehört? 49 Prozent der Befragten in Deutschland (weltweit 42%) glauben, dass sie als übermäßig negativ gelten. 32 Prozent (weltweit 43%), sagen, sie würden als sich wiederholend und nörgelnd gesehen. Mehr als ein Drittel von ihnen (34%, weltweit 33%) berichtet, bereits von der Geschäftsleitung kurzerhand abgewiesen worden zu sein.“
Diese Ergebnisse deuteten offensichtlich auf ein gravierendes Kommunikationsproblem hin: Offenbar schafften es die IT-Security-Verantwortlichen nicht, der Geschäftsleitung den Zusammenhang zwischen Cyber-Risiken und daraus entstehenden Geschäftsrisiken aufzuzeigen.
Umgekehrt berichteten fast alle (99%), dass sich ihre interne Lage verbessert habe, sobald es ihnen gelungen sei, den geschäftlichen Nutzen ihrer Cyber-Sicherheitsstrategie zu messen:
- „46 Prozent (weltweit 43%) erhielten daraufhin mehr Budget.
- 45 Prozent (weltweit 44%) haben den Eindruck, dass ihre Rolle im Unternehmen als wertvoller angesehen wird.
- 42 Prozent (weltweit 41%) werden in die Entscheidungsfindung auf höherer Ebene einbezogen.
- 40 Prozent (weltweit 45%) erhielten mehr Verantwortung.
- 26 Prozent (weltweit 46%) fühlen sich als glaubwürdiger wahrgenommen.“
Zu oft wird immer noch die Cyber-Sicherheit lediglich als reine IT-Aufgabe und nicht als Teil des Managements von Geschäftsrisiken behandelt
Doch es gebe noch viel zu tun: In über einem Drittel der deutschen Unternehmen (34%, weltweit 34%) werde Cyber-Sicherheit nach wie vor lediglich als reine IT-Aufgabe und nicht als Teil des Managements von Geschäftsrisiken behandelt.
Nur zirka die Hälfte (51%, weltweit 54%) der Befragten seien zuversichtlich, „dass ihre Führungsebene die Cyber-Risiken, denen das Unternehmen ausgesetzt ist, vollständig versteht“. Da sich diese Zahl seit 2021 kaum verändert habe, stellten sich nun die Fragen: „Berichten CISOs die richtigen Kennzahlen? Sprechen sie die richtige Sprache, um Cyber-Risiken effektiv in geschäftlichen Begriffen zu kommunizieren?“
Eine große Herausforderung sei dabei die heterogene IT-Security-Landschaft. „Viele isolierte Einzellösungen erzeugen inkonsistente Datenpunkte, die es den Security-Verantwortlichen erschweren, klare Aussagen zu Cyber-Risiken zu machen“, erläutert Werner.
Cyber-Risiken indes zumeist das größte Geschäftsrisiko für Unternehmen
Er führt weiter aus: „Mehr als die Hälfte der Security-Verantwortlichen in Deutschland (62%) sagen, dass Cyber-Risiken ihr größtes Geschäftsrisiko sind. Es gelingt ihnen aber oft nicht, dieses Risiko so zu kommunizieren, dass es die Geschäftsleitung versteht. Infolgedessen werden sie ignoriert, herabgesetzt und der Nörgelei bezichtigt.“ Werner warnt in diesem Zusammenhang: „Wenn sich die Kommunikation mit der Führungsebene nicht verbessert, wird die Cyber-Resilienz von Unternehmen leiden!“ Der erste Schritt zur Verbesserung sollte darin bestehen, eine „Single Source of Truth“ für die gesamte Angriffsfläche zu schaffen.
Über die Hälfte der Befragten (59%, weltweit 58%) glaubten, dass sie stärker in ihre Kommunikationsfähigkeiten investieren müssten. Eine ganzheitliche Plattform zum Management der Angriffsoberfläche (Attack Surface Risk Management / ASRM) könne dabei zur Lösung dieses Kommunikationsproblems beitragen, indem sie konsistente, management-taugliche Risikoeinblicke liefere.
Abschließend erläutert Werner: „ASRM sammelt interne und externe Security-Daten in einem zentralen ,Data Lake’, analysiert und korreliert sie KI-gestützt. Im ,Executive Dashboard’ erhalten CISOs alle Informationen zur Risiko-Exposition, die sie für ein überzeugendes Reporting bei der Geschäftsleitung brauchen.“
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