Aktuelles, Branche - geschrieben von cp am Mittwoch, Juli 27, 2011 15:12 - noch keine Kommentare
Fahndung nach Cyber-Kriminellen: Kopfgeldprämien allein und im bisherigen Umfang erfolglos
TREND-MICRO-Justiziar Günter Untucht fordert höhere Belohnugnen und Kronzeugenregelungen
[datensicherheit.de, 27.07.2011] Zu einem sehr delikaten Thema nimmt Günter Untucht, seit Anfang 2006 Leiter der EMEA-weiten Rechtsabteilung von TREND MICRO, Stellung. Untucht hatte zuvor u.a. als leitender Justiziar in einem US-amerikanischen Pharmakonzern gearbeitet und war Vorstandsmitglied eines Industrieverbandes. Zudem war er auch bei Compaq Computer sowie bei BearingPoint (früher: KPMG Consulting) tätig. Nun wagt sich Untucht an das Thema „Kopfgeldprämien“ im Kontext der Cyber-Kriminalität:
Es sei eigentlich eine einleuchtende Idee – warum sollten nicht auch in der Online-Welt Kopfgeldprämien funktionieren, um Gangster dingfest zu machen? Weil es in der Regel keine Zeugen gebe, weil in der Untergrundwirtschaft mafiöse Strukturen am Werk und deshalb die ausgesetzten Prämien viel zu niedrig seien. Bisher übersteige die Zahl der ungelösten Fälle die der Erfolge. In der Tat sei es seines Wissens nur wenige Male gelungen, auf dem Weg der Kopfgeldprämie Cyber-Kriminelle zu erwischen.
Zur Überführung von Online-Gangstern bedürfe es immer mehr des Wissens von Insidern, denn nur diese würden in der Regel Zeuge der Online-Verbrechen. In der realen Welt sei das anders – dort stünden die Chancen wesentlich höher, dass Unbeteiligte zufällig etwas von kriminellen Handlungen oder von damit in Verbindung stehenden Dingen und Aktionen mitbekämen. Wegen der mafiösen Strukturen des Cyber-Untergrunds sei es für Tippgeber sehr gefährlich, unter Umständen sogar lebensgefährlich, ihr Wissen preiszugeben. Angesichts des Risikos und der Gewinnmöglichkeiten der Online-Gangster seien die ausgesetzten Belohnungen einfach viel zu niedrig, um erfolgreich zu sein, meint Untucht.
Seine Schlussfolgerung ist einfach – die Prämien müssten deutlich aufgestockt werden. Das werde aber alleine nicht ausreichen, vielmehr müsste international auch über Kronzeugenregelungen nachgedacht werden, aufbauend auf den bisherigen Erfahrungen im Kampf gegen die „Offline“-Mafia. Nur wenn das Leben der Tippgeber und ihrer Angehörigen sicher sei, könne der materielle Anreiz groß genug sein, die bisherige Untergrundkarriere zu beenden und nach dem Seitenwechsel ein neues Leben zu beginnen.
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